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Radio Hamburg

Die Welt schaut nach Kairo

Nach der Absetzung von Präsident Mursi

Kairo, 04.07.2013
Tahir Platz - Jubel nach Absetzung Mursis

Jubel auf dem Tahir-Platz in Kairo nach der Absetzung Präsident Mursis.

Die Welt schaut nach Ägypten: Nach tagelangen Massenprotesten hat das Militär Präsident Mursi abgesetzt.

Der gestürzte ägyptische Präsident Mohammed Mursi steht unter Hausarrest. Er befinde sich im Hauptquartier der Präsidentengarde, sagte der Sprecher der Muslimbruderschaft, Gehad El-Haddad, am frühen Donnerstagmorgen (04.07.2013) der Nachrichtenagentur dpa.

Besorgniserregende Entwicklung

Wenige Stunden zuvor war der Islamist Mursi vom Militär abgesetzt worden. Bis zu Neuwahlen soll der bisherige Präsident des Verfassungsgerichts, Adli Mansur, die Geschicke des Landes lenken. Medienberichten zufolge soll er am heutigen Donnerstag den Amtseid ablegen. Die US-Regierung zeigte sich besorgt über die Entwicklung.

Mursi sprach von einem "Putsch". "Die Ankündigung der Streitkräfte wird von allen freien Menschen zurückgewiesen, die für ein ziviles, demokratisches Ägypten gekämpft haben", teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er rief die Ägypter auf, friedlich zu bleiben und Blutvergießen zu vermeiden.

Freude auf dem Tahir-Platz

In der Nacht zum Donnerstag feierten Tausende auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo den Sturz Mursis nach nur einem Jahr im Amt. Feuerwerk wurde gezündet, es herrschte Jubelstimmung, hupende Autokorsos kreuzten durch die Stadt. Eine Demonstration von Mursi-Anhängern in einem Kairoer Vorort wurde von Sicherheitskräfte abgeschirmt. Größere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.

Tote zu beklagen

Dagegen kamen in Marsa Matruh im Nordwesten des Landes nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Mena bei Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern Mursis mindestens sechs Menschen ums Leben. Die Stadt am Mittelmeer gilt als Islamisten-Hochburg. Wie die Zeitung «Al Ahram» online berichtete, hatten Anhänger Mursis ein Regierungsgebäude angegriffen, nachdem Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi in einer Fernsehansprache die Absetzung Mursis verkündet hatte.

Gewalttätige Zusammenstöße wurden auch aus Kafr El-Sheikh im Nil-Delta gemeldet. Dort wurden dem "Al Ahram"-Bericht zufolge knapp 120 Menschen verletzt. 43 Mursi-Anhänger seien wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen worden. Wie El-Haddad weiter mitteilte, wurden auch zwei führende Politiker der von den Muslimbrüdern gegründeten Partei für Freiheit und Gerechtigkeit (FJP) verhaftet, darunter der frühere Parlamentspräsident und heutige Präsident der FJP, Mohamed Saad El Katatny. 

Die Welt schaut nach Ägypten

US-Präsident Barack Obama äußerte sich "zutiefst besorgt" über die Entmachtung Mursis und die Aussetzung der Verfassung durch das Militär. Er habe seine Regierung angewiesen, zu prüfen, welche rechtlichen Konsequenzen die Entwicklung auf die laufenden amerikanischen Hilfen an den ägyptischen Staat hätten, sagte er laut einer am Mittwoch (Ortszeit) verbreiteten Mitteilung. Obama forderte das ägyptische Militär auf, "so schnell wie möglich" die volle Macht an eine demokratisch gewählte Regierung zurückzugeben.

(dpa/aba)

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