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Radio Hamburg

Gruppenvergewaltigung in Indien

Lebenslang - Sechs Vergewaltiger verurteilt

Neu Delhi, 20.07.2013
Indien Flagge

Indien hat die Strafen auf Gruppenvergewaltigungen erhöht. Die Mindeststrafe wurde von 10 auf 20 Jahre und die Höchststrafe auf lebenslänglich angehoben.

Die sechs Vergewaltiger einer Schweizer Touristin in Indien sind jeweils zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Gruppenvergewaltigungen in Indien sorgen zur Zeit weltweit für Schlagzeilen. Nun ist erstmals in einem der bekannteren Fälle ein Urteil gesprochen worden. Es geht um eine Schweizerin, die vor den Augen ihres Partners vergewaltigt wurde.

Gut vier Monate nach der Vergewaltigung einer Schweizer Touristin in Indien sind ihre Peiniger zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Das Amtsgericht im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh befand sie für schuldig, zusammen die 39 Jahre alte Frau vergewaltigt und ausgeraubt zu haben. Das sagte Staatsanwalt Rajendra Tiwari am Samstag. Die jungen Männer müssten außerdem eine Geldstrafe von umgerechnet rund 250 Euro zahlen.

Beim Campen überfallen

Die Schweizerin und ihr Partner waren im Wald Campen, als sie von sechs Männern überfallen und ausgeraubt wurden. Die Täter fesselten den Mann und vergingen sich vor seinen Augen an der Frau. Die brutale Gruppenvergewaltigung, die auch weltweit für Aufregung sorgte, hatte sich im März im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh ereignet. Das Urteil war nun das erste in einer Reihe von international bekannt gewordenen Vergewaltigungsfällen in Indien.

Die Verurteilten in dem Fall sind zwischen 20 und 30 Jahren alt. Sie seien der Gruppenvergewaltigung und des bandenmäßigen Raub für schuldig befunden worden, sagte Tiwari vom Amtsgericht in Datia. "Die Höchststrafe dafür ist eine lebenslange Gefängnisstrafe." Die Täter sollen unter anderem den Laptop und das Handy der Schweizerin gestohlen haben.

Strafen auf Gruppenvergewaltigungen erhöht

Der Prozess hatte nur zwei Wochen nach der Gruppenvergewaltigung begonnen - das ist für indische Verhältnisse ein unglaublich schnelles Vorgehen. Die Schweizer Botschaft hatte die lokalen Behörden zu raschen Ermittlungen aufgefordert. Das Schweizer Paar erklärte nach der Tat, dass sie für den Prozess nicht nach Indien zurückkehren würden. Sie forderten eine angemessene Strafe für die Täter, lehnten die Todesstrafe aber ab.

Indien hat jüngst die Strafen auf Gruppenvergewaltigungen erhöht. Die Mindeststrafe wurde von 10 auf 20 Jahre und die Höchststrafe auf lebenslänglich angehoben. Lebenslang heißt, dass die Männer bis zu ihrem Tode hinter Gitter bleiben, sagte Tiwari. Es sei aber wahrscheinlich, dass die Verurteilten Berufung gegen das Urteil einlegen. Seit im Dezember eine 23-jährige Inderin von mehreren Männern in einem Bus in Neu Delhi vergewaltigt wurde und später an ihren Verletzungen starb, gibt es in Indien eine rege Debatte über Gewalt gegen Frauen. Das Urteil gegen den jüngsten ihrer Peiniger wird am 25. Juli erwartet. (dpa/apr)

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