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Radio Hamburg

Zahl der Toten steigt weiter

Schweres Zugunglück in Spanien

Santiago de Compostela , 25.07.2013

Schweres Zugunglück in Spanien: Zerfetzte Schnellzug-Waggons liegen neben und kreuz und quer über den Schienen.

Mindestens 77 Menschen haben bei einer der schlimmsten Katastrophen in der spanischen Eisenbahngeschichte ihr Leben verloren. 

Ein Zugunglück erschüttert Spanien. Zahlreiche Menschen sterben und viele werden verletzt. Mindestens 77 haben bei der Katastrophe ihr Leben verloren. 143 Menschen seien verletzt worden, hieß es im spanischen Fernsehen. Ein Schnellzug war in der Pilgerstadt Santiago de Compostela im Nordwesten des Landes in einer Kurve aus den Schienen gesprungen und umgestützt. Aus Ermittlerkreisen verlautete, der Zug sei offensichtlich viel zu schnell in eine Kurve eingebogen. Die spanische Eisenbahngesellschaft Renfe warnte vor schnellen Schlussfolgerungen. Renfe erklärte, Eisenbahnexperten würden die Unfallursache untersuchen.

Schlimmste Katastrophe in spanischer Eisenbahngeschichte

Die Katastrophe war das erste Unglück mit Todesopfern auf einem Abschnitt des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Sie ereignete sich etwa drei Kilometer vor der Einfahrt in den Bahnhof von Santiago. Die 13 Waggons des Zuges wurden auseinandergerissen und sprangen aus den Schienen. Einige Wagen prallten neben den Gleisen gegen eine Mauer und stürzten um, andere Waggons verkeilten sich ineinander. Ein Wagen flog sogar über die Begrenzungsmauer hinweg. Der Unglückszug hatte sich auf der Fahrt von Madrid zur Küstenstadt El Ferrol im Nordwesten Spaniens befunden. Er war mit mehr als 200 Fahrgästen besetzt gewesen.

Am kommenden Wochenende hatte in Santiago de Compostela ein großes Fest zu Ehren des Heiligen Jakobs stattfinden sollen. Die Stadt sagte die Feierlichkeiten, die das wichtigste Fest des Jahres in der Pilgermetropole sein sollten, aufgrund des Zugunglücks vollständig ab.

Suche nach Opfern geht weiter

An der Unfallstelle arbeiteten die ganze Nacht durch Rettungskräfte. Am frühen Morgen waren noch immer etwa 200 Einsatzkräfte bei der Suche nach möglichen Opfern in den Trümmern der Wagen. Zwei riesige Kranwagen waren an die Unfallstelle

gebracht worden. Selbst in den frühen Morgenstunden verfolgten rund 200 Anwohner den Fortgang der Arbeiten, berichtete die spanische Nachrichtenagentur EFE. Heute will der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy, der aus
Santiago stammt, an die Unfallstelle kommen und sich selbst ein Bild von der Katastrophe machen. Papst Franziskus zeigte sich betroffen über das Bahnunglück. Der Papst sei über den Unfall informiert worden und im Schmerz mit den Familien und Angehörigen der Opfer verbunden, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Mittwochabend (Ortszeit) in Rio de Janeiro, wo sich Franziskus bis Sonntag anlässlich des Weltjugendtages zu seiner ersten Auslandsreise aufhält. Lombardi bat vor Beginn der täglichen Pressekonferenz um eine Gedenkminute für die Opfer.

(dpa/lhö)