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Radio Hamburg

Atomprogramm

Der Iran ist an einem Kompromiss interessiert

Genf, 17.10.2013
RHH - Expired Image

Der Iran befindet sich seit 20 Monaten in einer Wirtschaftskrise und will durch eine Einigung im Atomstreit, um die internationalen Sanktionen gegen das Land aufzuheben.

Die Gespräche über das iranische Atomprogramm in Genf waren für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Die Verhandlungen werden im November fortgeführt.

Der Iran bleibt mit der internationalen Gemeinschaft weiter im Gespräch über sein umstrittenes Atomprogramm. Nachdem Teheran neue Vorschläge unterbreitet hatte, gehen die Verhandlungen schon in wenigen Wochen weiter.

Weitere Gespräche ab 7. November

Die neuen Vorschläge des Irans bezüglich seines Atomprogramms haben den Weg für weitere Gespräche mit der internationalen Gemeinschaft geschaffen. Die Verhandlungen zwischen den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland mit dem Iran sollen am 7.und 8. November fortgesetzt werden. Der Annährung aus Teheran an den Westen wird von der UN als wichtigen Beitrag im weiteren Verlauf der Verhandlungen verstanden und mit viel Freude gesehen. Auch der Iran zeigte sich nach den Gesprächen zufrieden. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bezeichnete die Gespräche als "umfangreich und fruchtbar".

Iran will Atomprogramm behalten

Beide Seiten seien ernsthaft daran interessiert, eine Lösung im Atomstreit zu finden. Der Iran hat seine neuen Vorschläge bei den Atomgesprächen in Genf unterbreitet. Man beharrt zwar auf dem Recht auf ein friedliches Atomprogramm einschließlich der Anreicherung von Uran, ist aber bereit, die Anreicherung zu begrenzen und die Anlagen einfacher kontrollieren zu lassen. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde wird die 5+1-Gruppe (China, Großbritannien, Frankreich, Russland, den USA plus Deutschland) die Vorschläge prüfen.

Seit 20 Monaten Wirtschaftskrise

Die Vetomächte und Deutschland wollen Sicherheiten, dass das iranische Atomprogramm friedlicher Natur ist und das Land nicht insgeheim Atombomben bauen lässt. Die Verhandlungen in Genf gelten als Bewährungstest für den Annäherungskurs des neuen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani. Dem Iran ist sehr an der Aufhebung der internationalen Sanktionen gelegen, die das Land in den vergangenen 20 Monaten in eine Wirtschaftskrise geführt haben.

Treffen zwischen Iran und USA

Am Dienstagabend (15.10.) waren Vertreter des Irans und der USA am Rande des Treffens zusammengekommen. Details zu der Zusammenkunft von Vizeaußenminister Abbas Araghchi und der amerikanische Staatssekretärin Wendy R. Sherman wurde nicht bekannt. Schon letzten Monat hatte der iranische Außenminister Sarif seinen amerikanischen Amtskollegen John Kerry in New York getroffen. Es war das erste Treffen zwischen den Außenministern beider Länder nach über drei Jahrzehnten diplomatischer Eiszeit.

Russland begrüßt den Fortschritt

Außerdem zeigte sich der Iran überzeugt, dass Israel mit einer möglichen Einigung im Atomstreit leben könnte. Vizeaußenministers Araghchi sagte, eine Einigung würde neue Perspektiven in den Beziehungen mit allen Ländern eröffnen. Gewöhnlich meiden Iranische Repräsentanten alle Kontakte mit israelischen Medien. Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow nannte den iranischen Vorschlag "konkret und logisch". Das sei aber nicht automatisch eine Garantie für weiteren Fortschritt. Die schwerste Frage sei die Aufhebung der Sanktionen gegen Teheran. Laut Araghchi legte Teheran der Gegenseite auch ein Dekret des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei vor.

MVW sind im Islam verboten

Ajatollah Ali Chamenei ist seit 1989 der politische und religiöse Führer des schiitischen Iran, er ist somit die höchste geistliche und politische Instanz und somit de facto das Staatsoberhaupt des Iran. Der Ajatollah hatte jüngst erklärt, Herstellung und Nutzung von Massenvernichtungswaffen (MVW) würden im Islam als absolut verboten angesehen. "Einer der entscheidenden Schritte für Vertrauensbildung in den Verhandlungen ist das Dekret des Führers", sagte Araghchi.

(dpa/fbu)

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