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Radio Hamburg

Iran zeigt keine Gnade

Mann soll zweimal hingerichtet werden

Bojnurd, 18.10.2013
RHH - Expired Image

Im Iran wurden dieses Jahr bereits 500 Menschen hingerichtet. Der Fall Alireza M. löst erneut großes Empören bei Menschrechtsorganisationen aus.

Im Iran soll ein Mann zum zweiten Mal zum Tode verurteilt werden. Der Mann überlebt den ersten Versuch und wird im Krankenhaus behandelt.

Anfang Oktober hat sich in der Stadt Bojnurd ein erstaunlicher Vorfall ereignet. Alireza M. wurde zum Tod am Galgen verurteilt. Nach zwölf Minuten wurde er von einem Arzt als tot befunden. Später soll ein Bestatter Dampf im Plastiksack der "Leiche" bemerkt haben, als er den Körper an die Familie übergeben wollte.  

Mann wird gesund gepflegt

Der Mann wurde sofort in ein örtliches Krankenhaus gebracht worden. Der Gesundheitszustand sei dem Umstand entsprechend zufriedenstellend. Im Krankenhaus wird Alireza M. nun wieder gesund gepflegt werden, um danach erneut hingerichtet zu werden. Das haben iranische Richter entschieden. Ob Alireza M. erneut gehängt wird, gilt als unwahrscheinlich, das Urteil laute Todesstrafe und nicht speziell auf Hängen. Nun droht dem Mann eine "Galgenfrist". Nach iranischem Recht muss der Verurteilte bei seiner Hinrichtung bei Bewusstsein und bei relativ guter Gesundheit sein.

Todesurteil wegen Drogenbesitz

Alireza M. war vor drei Jahren mit einem Kilogramm Crystal Meth festgenommen und darauf zum Tod verurteilt worden. Die Regierung versucht durch heftige Strafen den wachsenden Drogenkonsum im Land einzudämmen.

Über 500 Hinrichtungen

Menschenrechtsorganisationen haben den Iran, der nach China weltweit die meisten Todesurteile vollstreckt, stark kritisiert. Amnesty International fordert, dass die iranischen Behörden sofort die Hinrichtung von Alireza M. stoppen müssen. Alleine in diesem Jahr hat der Iran über 500 Menschen hinrichten lassen, eine Vielzahl der Opfer war wegen Drogenschmuggel angeklagt gewesen.

Unter Ruhani bereits 125 Hinrichtungen

Die Organisation "International Campaign for Human Rights in Iran" geht davon aus, dass auch unter dem neuen als gemäßigt geltenden Präsidenten Hassan Ruhani seit August mindestens 125 Menschen hingerichtet worden sind. Der Fall Alireza M. könnte nun ein neuerliches Schlaglicht auf die Praxis werfen und zum Umdenken anregen. "Die erneute Hinrichtung eines Mannes, der zwölf Minuten am Galgen irgendwie überlebt hat - der für tot erklärt worden ist und dessen Körper bereits seiner Familie überstellt werden sollte - ist einfach nur entsetzlich. Das lässt einen grundlegenden Mangel an Menschlichkeit erkennen, der traurigerweise einem Großteil des iranischen Justizsystems zugrunde liegt", so die Amnesty International.

(dpa/fbu)

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