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Radio Hamburg

Eifersuchtsdrama in China

Urteil: Erste Todesstrafe für Deutschen

Xiemen, China, 20.08.2014
RHH - Expired Image

Eifersuchtsdrama in China nimmt grausames Ende – Vor vier Jahren ermordete ein Münchner seine Ex-Freundin und deren Lebensgefährten auf der Straße.

Zum Ersten Mal ist ein Deutscher in China zum Tode verurteilt worden: Der Doppelmord hatte eine jahrelange Vorgeschichte. Der 36-Jährige war wegen Doppelmordes an seiner ehemaligen Freundin und deren Lebensgefährten angeklagt. Das Mittlere Volksgericht der südostchinesischen Stadt Xiamen habe das Urteil in erster Instanz gefällt, berichtet sein chinesischer Anwalt. Der Fall müsse noch von höheren Gerichten bestätigt werden.

Entscheidung über Berufung

Der Mann aus dem oberbayerischen Teisendorf im Chiemgau hatte laut Anklage im Juni 2010 seine frühere Freundin aus Münchner Studententagen und deren neuen Freund mit einem Hammer und einem Messer auf der Straße umgebracht. Der getötete Mann war auch Deutscher, während die Freundin in München studiert hatte, aber die venezolanische Staatsbürgerschaft besaß. Das Gerichtsverfahren war vor drei Jahren schon abgeschlossen worden: Seither wartete der 36-Jährige auf das Urteil. Ob er in Berufung gehen wird, war unklar. "Wir wissen es noch nicht", sagte der Anwalt Chen Liqun. "Er hat selbst noch keine Entscheidung getroffen." Der Fall müsste ohnehin noch in höherer Instanz sowie am Ende vom Obersten Gericht Chinas in Peking bestätigt werden. Der Deutsche war während des Gerichtsverfahrens konsularisch betreut worden. Diplomaten wollten sich zu dem Konsularfall wie üblich nicht äußern. Das Auswärtige Amt setzt sich grundsätzlich in anderen Ländern dafür ein, dass keine Todesstrafe verhängt wird, da diese in Deutschland abgeschafft und abgelehnt wird.

Die Tat

Als Motiv des Doppelmordes galt Eifersucht. Der Mann soll seine ehemalige Freundin und deren Lebensgefährten in ein Luxushotel in Xiamen gelockt haben. Augenzeugen berichteten, maskiert in schwarzer Montur habe er den beiden dann auf der Straße aufgelauert und sie niedergemetzelt. Wie Zeugen berichteten, flehte die junge Frau noch auf den Knien um Gnade, bevor er sie umbrachte. Als Waise blieb ein inzwischen sechs Jahre altes Kind zurück, dass heute bei Verwandten des Mannes in Deutschland aufwächst.  

Vorgeschichte

Der Täter und seine Ex-Freundin hatten in München gemeinsam Sinologie studiert. Freunde berichteten, er soll die Trennung im Sommer 2005 nicht überwunden haben und begann sie zu verfolgen. Nach unbestätigten Angaben aus dem Bekanntenkreis soll er sie mehrfach bedroht haben. Die Frau habe sich deswegen sogar an die Polizei gewandt. 2006 ging sie zum Studium nach Xiamen, wohin ihr der Angeklagte folgte. Er soll direkt nach der Bluttat versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen, überlebte jedoch schwerverletzt.

Das Urteil

Sollte der Deutsche keine Berufung einlegen, müsste das Todesurteil nach chinesischer Praxis bald vollstreckt werden. Er wäre damit der erste Deutsche, der in China hingerichtet würde. Der einzige Europäer, der in China jemals exekutiert worden ist, war 2009 ein gebürtiger Pakistani mit einem britischen Pass, der Rauschgift geschmuggelt hatte. In China kann eine Todesstrafe auch auf Bewährung verhängt werden, was in eindeutigen Mordfällen aber ungewöhnlich wäre. Meist wird die Strafe dann auch nach zwei Jahren in lebenslange Haft umgewandelt.

(dpa)