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Radio Hamburg

Gaza-Krieg

Airlines stellen Flugverkehr nach Israel ein

Gaza/Tel Aviv, 23.07.2014
RHH - Expired Image

Zahlreiche Airlines haben wegen des Gaza-Konflikts ihre Flüge zum Ben Gurion Flughafen in Israel gestrichen.

Mit der Streichung vieler internationaler Flüge nach Tel Aviv schadet der Gaza-Krieg Israel jetzt auch wirtschaftlich schwer.

Der Gaza-Krieg beeinträchtigt nun auch massiv den internationalen Luftverkehr nach Israel. 

Airlines streichen Flüge nach Tel Aviv

Zahlreiche Airlines stellten Verbindungen zum internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv wegen des dauernden Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen vorübergehend ein. Am Mittwoch (23.07.) seien 80 von insgesamt 209 Flügen gestrichen worden, sagte Flughafensprecherin Liza Dvir. 

Über 650 Tote in zwei Wochen

Die Zahl der Toten bei schweren Kämpfen in dem blockierten Palästinensergebiet stieg am Mittwoch auf über 650 binnen zwei Wochen. Rund 4.050 weitere Menschen wurden nach Angaben der Rettungsbehörden verletzt. Mit dem Tod zweier Offiziere stieg die Zahl der getöteten israelischen Soldaten auf mindestens 29. 

Reiseveranstalter fordern Öffnung von Millitärflughafen

Wegen der Streichung der Flüge sind viele Israel-Reisende gestrandet. Israels Transportminister Israel Katz kritisierte die Entscheidung als "Belohnung für den Terror" der Hamas im Gazastreifen. Er betonte, die nationale Airline El Al werde mehr Flüge einsetzen, um gestrandeten Reisenden zu helfen. Reiseveranstalter forderten die Öffnung des Militärflughafens Ovda in der Negev-Wüste im Süden des Landes als Ausweichmöglichkeit für internationale Flüge. 

Viele Israelis, die ins Ausland fliegen wollten, mussten wieder nach Hause fahren. Andere konnten nicht nach Israel zurückfliegen. Ein Flug der US-Airline Delta etwa hatte wegen der Reisewarnungen am Dienstag (22.07.) einen Zwischenstopp in Paris eingelegt.

Lufthansa und Air Berlin sagen vorläufig Flüge ab

Auch die deutschen Gesellschaften Lufthansa und Air Berlin setzten ab Dienstagabend (22.07.) alle für die nächsten 36 Stunden geplanten Flüge nach Tel Aviv aus. Lufthansa wollte im Verlauf des Tages über das weitere Vorgehen entscheiden. 

Andere europäische Fluggesellschaften wie die französische Air France, die britische Easy Jet, die niederländische KLM, die spanischen Linien Iberia und Vueling und die lettische Air Baltic strichen ebenfalls Verbindungen nach Tel Aviv. Für US-Airlines galt ein 24-stündiges Verbot. Am Dienstagvormittag war in der Ortschaft Jahud nahe dem Flughafen eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete eingeschlagen.

USA wehrt sich gegen Kritik aus Israel

Die US-Regierung verteidigte das befristete Flugverbot zum Tel Aviver Flughafen gegen Kritik aus Israel. Die Maßnahme diene einzig dazu, amerikanische Bürger und Airlines zu schützen, sagte US-Außenminister John Kerry nach Angaben seines Ministeriums in einem Gespräch dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Israel betont Sicherheit der Flüge

Israel betonte hingegen die Sicherheit der Flüge nach Tel Aviv. "Wir sind überzeugt, dass wir den Flughafen schützen können", sagte der israelische Armeesprecher Peter Lerner. Gleichzeitig betonte Lerner jedoch, Israels Raketenabwehr sei "kein hermetisches System". Das System "Eisenkuppel" habe eine Erfolgsrate von etwa 90 Prozent. Es könne immer sein, dass eine Rakete durchrutsche.

Unverminderte Härte gegen Hamas

Die Militäroffensive Israels im Gazastreifen geht mit unverminderter Härte weiter. Vor allem in dem Gaza-Viertel Sadschaija sei man gegen ein "Bataillon" der Hamas im Einsatz, sagte Lerner. Die Hamas verfüge weiterhin über bis zu 4.500 Raketen. Es seien bisher 25 Tunnel mit mehr als 70 Zugängen gefunden worden. 

Sofortiges Ende der Gewalt gefordert

Kerry und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatten am Dienstag ein sofortiges Ende der Gewalt gefordert. Der US-Außenminister appellierte insbesondere an die Hamas, einer Feuerpause mit Israel zuzustimmen. Ägypten hatte eine Waffenruhe vorgeschlagen, die die Hamas jedoch ablehnt. Kernforderung der Hamas für eine Waffenruhe ist eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten. 

Auslöser der jüngsten Eskalation der Gewalt waren die Entführung und Ermordung von drei israelischen Teenagern und der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jungen. Eine 2012 vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, die seit 2007 im Gazastreifen herrscht, wurde daraufhin endgültig Makulatur.

(dpa/mgä)

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