Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Nach mehr als 900 Tagen

Costa Concordia verlässt Giglio

Giglio, 23.07.2014
RHH - Expired Image

Die Costa Concordia hat ihre letzte Reise angetreten.

Am Mittwoch (23.07) hat sich das havarierte Kreuzfahrtschiff Costa Concordia auf seine letzte, aber nicht ungefährliche Reise zur Verschrottung nach Genua aufgemacht.

Mehr als zweieinhalb Jahre lag das Wrack des Kreuzfahrtriesen vor der italienischen Insel Giglio. Am Mittwoch (23.07) endlich wurde die "Costa Concordia" mit Kurs auf den Verschrottungshafen in Genua langsam aus dem Hafen der Insel geschleppt. Die Einwohner verabschiedeten das Schiff mit Jubel und Sirenen.

Gigantischer Konvoi

Der Konvoi aus mehr als einem Dutzend Schiffen nahm kurz nach dem Verlassen der Insel Kurs auf die ligurische Hafenstadt.  "Das Schiff ist abgefahren. Für uns ist das ein Grund zur Freude", verkündete Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli, nachdem das Kreuzfahrtschiff gegen 11 Uhr und damit früher als geplant die Route nach Genua eingeschlagen hatte. Das Meer und der Luftraum wurden auf der gesamten Route um den Konvoi herum abgesperrt.

Transport bisher ohne Problem

Die ersten Stunden des Transports verliefen dabei ohne Probleme. " Alles hat perfekt funktioniert", erklärte Franco Porcellacchia, der für die Reederei das Projekt geleitet hat, nach der Abfahrt. Mit einer Geschwindigkeit von weniger als vier Kilometern pro Stunde bewegt sich die "Costa Concordia" nun. Vier bis fünf Tage soll damit die Fahrt durch das nördliche Mittelmeer dauern. Mehrere Schlepper ziehen das Schiff, die Küstenwache, Umweltschützer und Spezialschiffe für Notfälle oder andere Probleme begleiten den Transport. In Genua, wo die "Costa Concordia" am Sonntag (27.07) erwartet wird, soll das Schiff in den kommenden zwei Jahren dann in einer weiteren aufwendigen Aktion von 1.000 Arbeitern abgewrackt und in seine Einzelteile zerlegt werden.

Jubel zum Abschied

Giglio verabschiedete den 290-Meter-Riesen mit Schiffssirenen, Jubel, Applaus und Glockengeläut, gedachte aber auch der 32 Toten der Schiffskatastrophe vom Januar 2012. Bei der Havarie waren damals auch 12 Deutsche ums Leben gekommen. Auch Angehörige der Opfer und Überlebende der Katastrophe verfolgten die Bergung von der Insel aus. "Das ist ein unglaubliches Gefühl. Wir sind glücklich, dass wir dort lebend runtergekommen sind, was viele andere ja nicht geschafft haben", sagte eine der deutschen Überlebenden.

Gefährliche Reise

Die gut 350 Kilometer lange Reise nach Genua ist gefährlich. Besonders auf dem offenen Meer könnten starke Wellen oder Windböen das Wrack gefährden. Doch die Ingenieure sind optimistisch: "Wir sind überzeugt, dass alles gut klappen wird", prophezeite Porcellacchia. Nach dem Abtransport soll die Suche nach dem letzten noch vermissten Opfer der Katastrophe wieder aufgenommen werden. "Wahrscheinlich werden wir die endgültige Antwort erst bekommen, wenn das Schiff verschrottet wird", so Italiens Zivilschutzchef Gabrielli.

Spektakuläre Bergungsaktion

Vor gut zweieinhalb Jahren war das Luxusschiff zu nahe an die Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war auf Grund gelaufen. Es folgte eine einzigartige Bergungsaktion, die am Ende nach dem Abwracken insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro gekostet haben wird. Das 2005 vom Stapel gelaufene Schiff kostete dagegen gerade einmal 450 Millionen Euro. Ein internationales Team richtete das Schiff auf und bereitete es in monatelanger Arbeit auf seine letzten Transport vor. In der vergangenen Woche war das Wrack wieder zum Schwimmen gebracht worden. Ingenieure und Techniker hatten die Schwimmtanks an den Seiten des Schiffs für den notwendigen Auftrieb mit Druckluft gefüllt. In der letzten Phase hatte der Abtransport wegen schlechten Wetters mehrfach verschoben werden müssen.

(dpa/san)

 

comments powered by Disqus