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Radio Hamburg

Vermisste Boeing 777

China nimmt Malaysia in die Pflicht

Kuala Lumpur, 17.03.2014
RHH - Expired Image

Wo ist Flug MH370? Die Nerven liegen inzwischen blank.

China ist sauer: Malaysias Ermittler haben bei der Suche nach dem verschwundenen Flugzeug so gut wie nichts vorzuweisen.

Unter dem Eindruck scharfer chinesischer Kritik verstärkt Malaysia die Suche nach dem verschollenen Flugzeug mit 239 Menschen an Bord. Insgesamt 26 Länder seien an der Suche mittlerweile beteiligt, sagte Verkehrsminister Hishammuddin Hussein in Kuala Lumpur. In China stieg unterdessen die Empörung über die malaysischen Behörden und ihre Bemühungen, das spurlose Verschwinden des Flugs MH370 am 8. März aufzuklären. "Angesichts der heutigen Technologie riecht der Zeitverzug entweder nach Vernachlässigung von Pflichten oder einem Zögern, Informationen umfassend und rechtzeitig zu teilen. Das wäre unerträglich", schrieb die amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in einem Kommentar, den die Zeitungen jetzt verbreiteten.

Suche in beiden Flugkorridoren

Verkehrsminister Hussein wehrte sich später in Kuala Lumpur gegen Kritik. "Auch Malaysia vermisst Söhne und Töchter, 50 Malaysier waren an Bord2, sagte er vor der Presse. "Aber es wäre unverantwortlich, Informationen herauszugeben, die nicht verifiziert sind." Unter den 239 Insassen an Bord der Maschine, die auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwand, waren mehr als 150 Chinesen. Unterdessen lief die Suche nach der Boeing 777-200 in den beiden Flugkorridoren an, die Ermittlern als mögliche Routen errechnet hatten. 26 Länder seien beteiligt, sagte der Verkehrsminister. Regierungschef Najib Razak habe persönlich mit seinen Amtskollegen in China und Australien gesprochen. Sämtliche Länder entlang der beiden Flugrouten seien ebenfalls kontaktiert worden.

Lest auch: Verschwundene Boeing 777: Polizei ermittelt jetzt offiziell wegen Entführung

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"Die Suche in diesen Korridoren hat bereits begonnen", sagte der Minister. Ein weiterer Fachmann aus China sei zum Ermittlerteam gestoßen. Drei Experten aus Frankreich, die den Absturz einer Air France-Maschine über dem Atlantik 2009 untersucht hatten, seien in dem Team ebenso dabei. Australien hat nach Angaben von Regierungschef Tony Abbott die Koordination im südlichen Korridor über dem Indischen Ozean übernommen. Malaysias Regierungschef Najib Razak habe ihn um Hilfe gebeten: "Ich habe zugestimmt, und zusätzliche maritime Ressourcen angeboten, was er dankbar akzeptiert hat", sagte Abbott. Nach seinen Angaben gibt es bislang keine Anzeichen, dass die Maschine australischen Luftraum durchflog.

 

Der südlichen Korridor zieht sich von Malaysia über Indonesien und westlich an Australien vorbei in den Indischen Ozean. Dort suchen nach Angaben des Verkehrsministers auch Schiffe und Flugzeuge aus Indonesien sowie Malaysia. Der nördliche Korridor führt weitgehend über Land: von Birma, Indien, Pakistan bis nach Kasachstan. Alle Länder seien gebeten, ihre Radaraufzeichnungen nach möglichen Sichtungen der Boeing durchzugehen. Malaysia trage unvermeidlich Verantwortung, aber auch andere Beteiligte wie der Flugzeugbauer Boeing, der Triebwerkshersteller Rolls Royce und die "Geheimdienst-Supermacht USA" hätten "bessere Arbeit leisten sollen", hieß es im Xinhua-Kommentar. Dass die neuen Erkenntnisse nur mit "schmerzhafter" Verspätung veröffentlicht worden seien, habe Gerüchte aufkommen lassen, was die Nerven der wartenden Familien wiederholt aufgerieben habe, beklagte die Staatsagentur.

Die Boeing war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking eine Stunde nach dem Start vom Radar der zivilen Luftfahrtbehörde verschwunden und ist seitdem spurlos verschwunden. Die malaysische Polizei ermittelt wegen Entführung, Sabotage und Terroranschlägen. Sie geht davon aus, dass jemand an Bord absichtlich die Kommunikationssysteme abstellte. Das Flugzeug flog nach den Ermittlungen noch stundenlang weiter. (dpa/apr)

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