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Radio Hamburg

Ebola in den USA

Zweite Pflegekraft mit Ebola angesteckt

Dallas, 16.10.2014
Ebola Virus, Erreger

In den USA hat sich eine weitere Pflegekraft mit Ebola infiziert.

In den USA hat sich schon die zweite Krankenschwester, die den verstorbenen Patienten aus Liberia versorgt hat, mit dem gefährlichen Virus angesteckt.

Die Pfleger in den USA sind beunruhigt - schon zwei Krankenschwestern haben sich bei dem verstorbenen Ebola-Kranken aus Liberia angesteckt. Wie ernst die Lage in Westafrika wirklich ist, zeigen die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. Bis Dezember erwartet die WHO pro Woche zwischen 5.000 und 10.000 neue Ebola-Fälle in Westafrika.

Krankenhäuser nicht genug vorbereitet

In den USA wächst die Kritik an den Vorbereitungen des Gesundheitssystems des Landes auf mögliche Ebola-Patienten. Hunderte Krankenschwestern und Pfleger hätten sich beschwert, dass ihre Krankenhäuser nicht ausreichend auf Ebola vorbereitet seien, teilte der Krankenpfleger-Verband National Nurses United mit. Inzwischen haben sich in den Vereinigten Staaten zwei Krankenschwestern mit Ebola angesteckt. Beide sollen sich in einer Klinik in Dallas bei der Versorgung eines aus Liberia eingereisten Mannes, der erst kürzlich verstarb, infiziert haben. Das teilte die Gesundheitsbehörde von Texas mit.

Erneute Schulung des Personals

Der Fall sei sehr besorgniserregend, sagte der Chef der US-Gesundheitsbehörde CDC, Tom Frieden. Die Behörde arbeite rund um die Uhr mit dem Krankenhaus in Dallas zusammen und informiere und schule das Personal erneut. Frieden hatte bereits zuvor gewarnt, dass auf die Infektion der ersten Krankenschwester weitere Fälle folgen könnten. Wenige Stunden vor den ersten Symptomen hatte die zweite Patientin nach CDC-Angaben einen Inlandsflug von Cleveland nach Dallas absolviert. Vorsichtshalber sollen nun alle 132 Passagiere dieses Flugs ausfindig gemacht werden.

Beratungen über Ebola-Krise

US-Präsident Barack Obama verschob eine geplante Reise nach New Jersey und Connecticut wegen Beratungen über die Ebola-Krise. In einer Video-Konferenz berieten Obama, der französische Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premierminister David Cameron und der italienische Ministerpräsidenten Matteo Renzi über die Lage. Sie sprachen sich gemeinsam dafür aus, die internationale Gemeinschaft bei der Unterstützung der betroffenen Länder zu mobilisieren.

In einer engen Abstimmung zwischen Vereinten Nationen, Europäischer Union, Weltgesundeheitsorganisation WHO und betroffenen Ländern soll dies erfolgen, teilte der Élyséepalast in Paris mit. Hochrangige Vertreter der EU-Staaten wollten am Donnerstag in Brüssel über bessere Abstimmungen bei Vorkehrungen gegen Ebola beraten.

Überlebende sollen helfen

Auch Tausende Menschen in Westafrika, die Ebola überlebt und jetzt gegen das Virus immun sind, sollen im Kampf gegen die Seuche helfen. Entsprechende Pläne werden bei der ersten Konferenz von Ebola-Überlebenden erörtert, die am Donnerstag (16.10.) und Freitag (17.10.) mit Unterstützung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) in Sierra Leone stattfindet.

Aufforderung zu mehr Einsatz

Unicef geht davon aus, dass in den nächsten sechs Monaten bis zu 2.500 Überlebende für Aufgaben zur Bekämpfung der Seuche ausgebildet werden könnten. Auch der UN-Sicherheitsrat forderte die internationale Gemeinschaft eindringlich zu mehr Einsatz im Kampf gegen die Ebola-Epidemie auf. "Bislang ist die Reaktion der internationalen Gemeinschaft dem Ausmaß des Ebola-Ausbruchs und seinen Konsequenzen nicht gerecht geworden", hieß es in einer Mitteilung des Gremiums.

Bereits 4.493 Todesfälle

Die Weltgesundheitsorganisation hatte zuvor eine neue Prognose veröffentlicht: Sie erwartet bis Dezember pro Woche zwischen 5.000 und 10.000 neue Ebola-Fälle in Westafrika. Fast 9.000 Menschen sind nach WHO-Angaben mittlerweile an Ebola erkrankt. Die Zahl der Todesfälle ist auf 4.493 gestiegen, die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen.

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(dpa/lwe)

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