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Radio Hamburg

Germanwings-Absturz

Co-Pilot informierte sich über Selbstmord

Düsseldorf/Marseille, 02.04.2015
RHH - Expired Image

Der zweite Flugschreiber der abgestürzten Germanwings-Maschine könnte weitere Informationen zum Ablauf der Katastrophe geben.

Der Co-Pilot hat sich vor seinem Flug im Internet über Arten einer Selbsttötung informiert. Auch der zweite Flugschreiber der abgestürzten Maschine ist gefunden.

Neue Erkenntnisse zum Germanwings-Absturz: Der Co-Pilot hat sich nach Angaben der Ermittler vor dem Katastrophenflug im Internet über Suizid und die Sicherheitsmechanismen von Cockpittüren informiert. Letzte Gewissheit, was am Dienstag (24.03.) vor einer Woche in dem Germanwings-Airbus mit 150 Menschen an Bord geschah, soll die Auswertung des zweiten Flugschreibers bringen. Bergungskräfte fanden ihn am Unglücksort in Frankreich, teilten die französischen Behörden jetzt mit. Der Co-Pilot informierte sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Düsseldorf im Internet über Arten einer Selbsttötung und über die Sicherheit im Cockpit. Bis zum Tag vor der Katastrophe am 24. März habe er in Suchmaschinen solche Begriffe eingegeben, teilten die Ermittler mit. Die Fahnder hätten in der Düsseldorfer Wohnung des 27-Jährigen einen Tablet-Computer gefunden und die Daten darauf ausgewertet. Die Suchanfragen seien im Browserverlauf nachvollziehbar.

Lest auch: Germanwings-Absturz: Lufthansa wusste offenbar von Depression des Co-Piloten

Hat der Copilot die Germanwings-Maschine in den Tod gelenkt? Und wenn ja, warum? Immer neue Details werden bekann ...

Den Sprachrekorder der Maschine hatten Bergungskräfte noch am Unglückstag gefunden. Aus dessen Aufzeichnungen schloss die französische Staatsanwaltschaft, dass der Co-Pilot seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit Absicht in die Katastrophe gesteuert haben soll. Der Airbus A320 zerschellte mit einer Geschwindigkeit von etwa 700 Kilometern pro Stunde an einem Bergmassiv in den französischen Alpen. Alle 150 Insassen waren sofort tot.

Flugdatenschreiber in den Alpen gefunden

Nach dem Sprachrekorder fanden Einsatzkräfte nun auch den zweiten Teil der sogenannten Blackbox - den sogenannten Flugdatenschreiber, wie der zuständige Staatsanwaltschaft Brice Robin in Marseille bestätigte. Die zweite Blackbox mit den Flugdaten war seit dem Absturz am Dienstag vergangener Woche intensiv in den französischen Alpen gesucht worden. Sie soll weiter Aufschluss geben über die Abläufe im Airbus A320 vor dem Absturz. Die Staatsanwaltschaft machte keine Angaben, ob die Daten der zweiten Blackbox ausgewertet werden können. Der Flugdatenschreiber zeichnet relevante Daten wie Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel der Maschine auf. Gespeicherte GPS-Daten geben zudem Auskunft über den genauen Ort eines Unglücks - auch wenn die Trümmer wie im Fall der Germanwings-Maschine weit verstreut sind. Der Flugdatenschreiber kann 25 Stunden lang aufzeichnen, auch Informationen vorheriger Flüge.

Nach Erkenntnissen der Ermittler war der Co-Pilot schon vor Jahren suizidgefährdet gewesen. Die Flugtauglichkeit war ihm jedoch bescheinigt worden. (dpa)

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