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Radio Hamburg

Zweite Blackbox ausgewertet

Germanwings-Absturz absichtlich ausgelöst

Paris/ Berlin, 03.04.2015
RHH - Expired Image

Co-Pilot Andreas L. soll den abgestürzten Germanwings-Airbus während des Sinkflugs mehrfach beschleunigt haben.

Nach einer ersten Auswertung des zweiten Flugschreibers der verunglückten Germanwingsmaschine verhärtet sich der Verdacht gegen den Copiloten.

Die Auswertung der zweiten Blackbox bestätigt den Verdacht: Der Copilot der Germanwings-Maschine hat den Airbus bewusst in den Sinkflug gebracht und dabei beschleunigt, wie die Analyse des Flugdatenscheibers ergab. Dies teilte die französische
Untersuchungsbehörde Bea am Freitag (03.04) mit. Der Autopilot sei von dem Anwesenden im Cockpit so eingestellt worden, dass die Maschine auf 100 Fuß - umgerechnet etwa 30 Meter - hinuntergeht. Während des Sinkflugs sei die Maschine zudem mehrfach beschleunigt worden.

Klarheit durch zweiten Flugschreiber

Der zweite Flugschreiber war am Donnerstag (02.04) an der Unglücksstelle in den französischen Alpen gefunden worden. Er war von Geröll verschüttet. Der Rekorder zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel auf. Staatsanwalt Brice Robin hatte sofort gesagt, das Gerät lasse sich vermutlich auswerten - darauf lasse der Zustand hoffen. Die erste Blackbox - den Sprachrekorder - des Flugs 4U9525 hatten Bergungskräfte bereits am Unglückstag (24.03) gefunden. Der deutsche Copilot Andreas Lubitz wird verdächtigt, den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine absichtlich in die Katastrophe gesteuert zu haben und dabei 150 Menschen getötet zu haben.

Recherche nach Suizid-Möglichkeiten

Nach Erkenntnissen der Ermittler in Düsseldorf suchte Lubitz kurz vor dem Todesflug im Internet nach Suizid-Möglichkeiten und Infos über die Sicherheit von Cockpittüren. Das ergab die Auswertung eines Computers, der in der Düsseldorfer Wohnung des Copiloten gefunden wurde. Bereits seit kurz nach dem Absturz war bekannt, dass Lubitz die Ausbildung in der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa mehrere Monate unterbrach. Lufthansa hatte mitgeteilt, der Copolit habe die Schule 2009 in einer E-Mail über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert. Er wurde danach aber als flugtauglich eingeschätzt.

Identifizierung der Opfer geht voran

Bei der Identifizierung der Opfer werden den französischen Ermittlern zufolge die gefundenen DNA-Profile mit Proben von Angehörigen abgeglichen. Die Arbeit soll Anfang kommender Woche losgehen. Die Angehörigen sollen bei einer Übereinstimmung rasch informiert werden. Nach dem Absturz ist dem ARD-"Deutschlandtrend" zufolge nur eine Minderheit der Flugpassagiere in Deutschland sorgenvoller. 81 Prozent der Flugreisenden machen sich demnach beim Fliegen keine größeren Sorgen, 17 Prozent machen sich mehr Sorgen, wie die repräsentative Umfrage unter Menschen über 18 Jahren ergab. Dementsprechend wollten 89 Prozent der Flugreisenden das Flugzeug wie bisher nutzen.

Lest auch: Germanwings-Absturz: Haltern gedenkt gemeinsam seiner Toten

Die tiefe Trauer in Haltern am See dauert an. Zahlreiche Menschen gedachten der Opfer der Flugzeug-Katastrophe. D ...

 

(dpa/san)

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