Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Terror in Frankreich

Islamistische Terroristen sterben bei Zugriffen der Polizei

Paris, 09.01.2015
Charlie Hebdo, Anschlag, Paris

Der Terror-Albtraum hat ein Ende. Die Attentäter sind tot.

Die islamistischen Terroristen in Frankreich sterben bei Zugriffen der Polizei. Auch mehrere Geiseln kommen ums Leben. Neue Anschlägen angedroht.

Mit einem Doppelschlag hat die französische Polizei den tagelangen Terror im Großraum Paris beendet und drei islamistische Attentäter getötet. Die beiden Brüder Chérif (32) und Said K. (34), die bei einem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" zwölf Menschen kaltblütig getötet haben sollen, starben am Freitag (09.01.) in einem Ort nordöstlich der Hauptstadt im Kugelhagel der Polizei. Fast zeitgleich schlugen Sondereinheiten im Osten von Paris gegen einen
weiteren als Islamisten bekannten Geiselnehmer zu. Nach einer vorläufigen Bilanz kamen bei der Geiselnahme dort mindestens drei Geiseln ums Leben, vier sollen schwerverletzt sein.

 

Parallele Zugriffe

Zunächst wurde der Unterschlupf der mutmaßlichen Attentäter von "Charlie Hebdo" in Dammartin-en-Goële, etwa 40 Kilometer nordöstlich von Paris, gestürmt. Die Terrorverdächtigen seien getötet worden sein, bestätigten die Behörden. Die beiden Brüder seien schießend aus der Druckerei gerannt, in der sie sich über sieben Stunden verschanzt hatten. Die Geisel sei frei und unverletzt. Es sollen zwei Polizisten verletzt worden sein.

Nur etwas später griff die Polizei auch bei der zweiten Geiselnahme in einem jüdischen Lebensmittelladen im Osten von Paris zu. Der Geiselnehmer Amedy Coulibaly (32) sei getötet worden. Der Mann, der am Donnerstag im Süden von Paris bereits eine Polizistin getötet haben soll, soll auch mehrere Geiseln erschossen haben. Die Agentur AFP berichtete, es habe an diesem Tatort fünf Tote, einschließlich Coulibaly, gegeben. Unklar blieb zunächst, ob auch ein möglicher Komplize oder eine vierte Geisel getötet wurde. Der Täter soll die Attentäter von "Charlie Hebdo" gut gekannt und wie sie einen islamistischen Hintergrund haben.

Weiterer Terror angedroht

Augenzeugen berichteten, es habe bei der Erstürmung des Geschäfts laute Explosionen gegeben. Zahlreiche Geiseln rannten aus dem Laden und brachten sich in Sicherheit, als die Polizei das Geschäft stürmte. Auch hier soll ein Beamter verletzt worden sein. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) drohte mit einer größeren
Terrorkampagne und weiteren Angriffen in Europa und den USA. "Wir haben mit der Operation in Frankreich begonnen, für die wir die Verantwortung übernehmen", sagte der IS-Prediger Abu Saad al-Ansari nach Angaben von Anwesenden beim Freitagsgebet in einer Moschee der nordirakischen Stadt Mossul. "Morgen werden es Großbritannien, die USA und andere sein."

Paris in Angst

Die beiden mutmaßlichen "Charlie-Hebdo"-Attentäter hatten seit dem Morgen eine Geisel in ihrer Gewalt und sich mit Kalaschnikows bewaffnet verschanzt. Sondereinheiten der Polizei und Militärkräfte belagerten sieben Stunden eine Druckerei in einem Industriegebiet des ländlichen Orts Dammartin-en-Goële. Der Flughafen Paris Charles-de-Gaulle, der nur wenige Kilometer von Dammartin-en-Goële entfernt ist, sperrte die beiden nördlichen Landebahnen.

Jüdische Gemeinde verunsichert

Präsident François Hollande wollte sich am Abend mit einer Rede an die Nation zu Wort melden. Innenminister Bernard Cazeneuve dankte den Sicherheitskräften für ihren effizienten Einsatz. Er sagte aber auch: "Wir müssen extrem wachsam bleiben." Während Sicherheitskräfte die beiden Islamisten belagert hatten, gab
es am Mittag Osten von Paris die weitere Schießerei und Geiselnahme in dem jüdischen Geschäft. Französische Medien berichteten, er habe beim Betreten des Laden gerufen: "Ihr wisst, wer ich bin."

Die Geiselnahme in dem jüdischen Geschäft hatte weite Teile des Viertels Porte de Vincennes lahmgelegt. Schüler in dem Gebiet mussten in den Gebäuden bleiben. "Die ganze Schule ist in Panik", berichtete ein Schüler. Die Attacke auf den Laden hat auch die Ängste der jüdischen Gemeinde in der Stadt erheblich verstärkt. "Es war noch nie so in Frankreich. Wir fühlen uns wie im Krieg, alle haben große Angst", sagte der 54-jährige Maurice.

Verbindungen zu Al Kaida

Die Brüder Kouachi sollen am Mittwoch (07.01.) schwarz vermummt die Redaktion des Satiremagazins im Herzen der französischen Hauptstadt gestürmt und mit Sturmgewehren um sich geschossen haben. Unter den zwölf Todesopfern waren acht Journalisten von "Charlie Hebdo" und ein weiterer Kollege, der unter anderem für den Radiosender France Inter arbeitete. "Charlie Hebdo" war mehrfach wegen Mohammed-Karikaturen angefeindet worden. Einer der beiden Attentäter soll auch im vergangenen Jahr in Syrien gewesen sein. Zudem sollen sie Kontakt zu Al Kaida im Jemen gehabt haben. Said Kouachi soll in einem Terrortrainingslager im Jemen gewesen sein. (dpa)

comments powered by Disqus