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Radio Hamburg

37 Tote in Tunesien

Auch Deutsche unter den Terror-Opfern

Tunis, 26.06.2015
Tunesien Terror Angriff

Das Attentat ereignete sich in Sousse an der tunesischen Mittelmeerküste, wo bei einem Angriff von bewaffneten Tätern auf ein Touristenhotel mindestens 37 Menschen starben.

Der Terror ist in Tunesien zurück! Bei einem Angriff auf ein Touristenhotel an der Mittelmeerküste sind mindestens 37 Menschen getötet worden. Laut örtlichen Behörden starben auch Deutsche.

Bei drei brutalen Terroranschlägen in Tunesien, Kuwait und Frankreich sind am Freitag (26.06) innerhalb kurzer Zeit mindestens 63 Menschen getötet worden. Allein im Badeort Sousse an der tunesischen Mittelmeerküste, wo zwei mutmaßliche Islamisten ein Urlauberhotel überfielen, gab es mindestens 37 Tote. Unter den Opfern sind nach Angaben der örtlichen Behörden auch mehrere Deutsche. Vom Auswärtigen Amt es dafür zunächst jedoch keine Bestätigung.

Terror auch in Kuwait und Frankreich

In Kuwait-Stadt sprengte sich bei einem Selbstmord-Attentat in der Nähe einer schiitischen Moschee ein Mann während des Freitagsgebets in die Luft. Es gab mindestens 25 Tote. Frankreich wird durch einen besonders brutalen Mord erschüttert: Nach einem Überfall auf eine Industriegasefabrik bei Lyon wurde die Leiche eines enthaupteten Mannes entdeckt. Ein 35-Jähriger mit Kontakten zur radikal-islamistischen Szene wurde festgenommen.  Ob die Anschläge in Zusammenhang stehen, war unklar. Überall gab es jedoch Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund.

Entschlossener Kampf gegen Terrorismus

Am Dienstag nächster Woche jährt sich zum ersten Mal, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das Kalifat ausgerufen hat. Die Gruppe forderte auch dazu auf, während des laufenden Fastenmonats Ramadan Attentate auf "Feinde" des Islams zu verüben. Der US-Terrorismusexperte Bruce Riedel sprach in der "New York Times" von einer "Welle von Angriffen über drei Kontinente hinweg". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte zu einem entschlossenen Kampf gegen den internationalen Terrorismus. "Die Meldungen machen uns allen noch einmal klar, vor welchen großen Herausforderungen wir stehen, wenn es um den Kampf gegen Terrorismus und islamistischen Terrorismus geht." Ebenso wie die Kanzlerin sprach auch Bundespräsident Joachim Gauck den Tunesiern sein Beileid aus.

Terroristen stürmen Hotel

Der Angriff auf das Hotel "Imperial Marhaba" in Sousse - 120 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Tunis - geht nach Angaben des tunesischen Innenministeriums auf das Konto von zwei Terroristen. Nach Angaben von Augenzeugen begann der Überfall am vollbesetzten Strand, wo die beiden Männer wild um sich schossen. Einer der Angreifer wurde von Sicherheitskräften getötet. Der zweite Mann wurde festgenommen. Insgesamt gab es 36 Verletzte. Nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums sind unter den Opfern Deutsche, Briten und Belgier. Im Auswärtigen Amt hieß es dazu zunächst nur, die Botschaft arbeite "mit Hochdruck" an Aufklärung.

Krisentelefon von TUI und dem Auswärtigen Atme

Der Reisekonzern Tui berichtete von aktuell etwa 260 deutschen Urlaubern in Sousse. Leider müsse man davon ausgehen, dass auch Tui-Kunden unter den Opfern seien. Erst im März wurden bei einem Überfall von Islamisten auf ein Museum in Tunis mehr als 20 Menschen getötet. TUI steht im ständigen Kontakt mit den Behörden und den Auswärtigen Ämtern sowie den Mitarbeitern vor Ort. Der TUI Krisenstab ist aktiviert und hat unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Speziell geschulte Mitarbeiter, das so genannte TUI Care-Team, bereiten sich auf ihren Einsatz vor, um Gäste vor Ort zu unterstützen.

TUI hat für Kunden zudem eine kostenlose Hotline unter der Telefonnummer +49 (0)511 567 8000 eingerichtet. Gäste, die in der aktuellen Sommersaison eine Tunesienreise gebucht haben, können bis einschließlich 15. September gebührenfrei umbuchen oder stornieren. Für Urlauber vor Ort, die ihre Reise vorzeitig beenden wollen, organisiert die TUI vorzeitige Abreisen.

Auch das Auswärtige Amt hat inzwischen ein Krisentelefon eingerichtet. Den Krisenstab erreichen besorgte Angehörige unter der Telefonnummer 030-5000-3000.

Islamisten enthaupten Mann

Knapp ein halbes Jahr nach den Mordanschlägen von Paris wurde Frankreich erneut von einem islamistischen Attentat erschüttert. Auf dem Körper des enthaupteten Manns wurden arabische Schriftzeichen entdeckt. Sein Kopf steckte auf einem Zaun, der die Fabrik in der Gemeinde Saint-Quentin-Fallavier umgibt. In der Nähe waren nach Angaben von Augenzeugen zwei schwarze Islamistenflaggen zu sehen. Es  gab auch zwei Verletzte. Am Tatort wurde der 35-jährige Yassin S. überwältigt, der wegen radikaler Tendenzen schon 2006 aufgefallen war. Nach Medienberichten gab es weitere Festnahmen, darunter auch die Ehefrau des Verdächtigen. Das Opfer soll sein Chef gewesen sein, den er getötet und enthauptet haben soll, bevor er sich auf den Weg zu der Fabrik machte. Ziel war möglicherweise, das Werk in die Luft zu jagen. Frankreichs Präsident François Hollande appellierte an seine Landsleute, trotz der neuen Terrorattacke zusammenzustehen.

Selbstmordattentäter sprengt sich in die Luft

In Kuwait-Stadt sprengte sich nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur Kuna ein Selbstmord-Attentäter während des Freitagsgebets in der schiitischen Imam-Sadik-Moschee in die Luft. Neben den vielen Toten wurden auch mindestens 25 Gläubige wurden verletzt. Im Internet kursierte eine Mitteilung, in der der IS die Verantwortung übernahm.

Täter zur Rechenschaft ziehen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte in einer Reaktion auf die drei Anschläge, die Verantwortlichen für diese "entsetzlichen Taten" zur Rechenschaft zu ziehen. Auf die Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland hatten die Anschläge zunächst keine Auswirkungen. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte: "Im Moment ist es nicht seriös, irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen."

(dpa/san)