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Radio Hamburg

Terroranschlag in Tunesien

Erste Touristen fliegen zurück nach Hause

Hannover/Tunis, 27.06.2015
Tunesien Terror Angriff

Der Terrorangriff forderte mindestens 39 Todesopfer. Einige Touristen wollen dennoch dort bleiben. 

Nach dem Terroranschlag in Tunesien mit mindestens 39 Toten beginnen Reiseveranstalter, weitere Touristen nach Hause zu bringen. 

Nach dem Terroranschlag im tunesischen Badeort Sousse mit mindestens 39 Toten haben Reiseveranstalter begonnen, Urlauber aus der Region zurückzuholen. In der Nacht zum Samstag (27.06.) seien 80 Gäste ausgeflogen worden, sagte ein Sprecher des Reisekonzerns TUI. Weitere 120 sollten am Wochenende folgen - darunter auch einige Urlauber, deren Rückreise ohnehin anstand.

Mehrzahl der Toten aus Großbritannien

Auch britische Reiseanbieter stellten mindestens zehn Flugzeuge bereit, um Touristen nach Hause zu holen. Reisebüros wie Thomson oder Thomas Cook stellten es Tunesien-Urlaubern frei, ihren Urlaub kostenlos zu stornieren. Bei dem Anschlag starb nach tunesischen Angaben mindestens ein Deutscher. Die Mehrzahl der Toten soll aus Großbritannien kommen. Zentrum des Angriffs war das Riu-Hotel "Imperial Marhaba". Die Kette Riu Hotel & Resorts wird von der TUI und einer spanischen Familie betrieben.

300 Kunden buchen um oder stornieren

Momentan machen rund 3.800 Menschen Urlaub in Tunesien mit TUI. Urlauber, die Tunesien gebucht haben, können ihre Reise umbuchen oder stornieren. Nach Angaben des Unternehmenssprechers hatten von diesem
Angebot bis Samstagvormittag etwa 300 Kunden Gebrauch gemacht. TUI-Chef Fritz Joussen sagte den Angehörigen der Opfer die volle Hilfe des Unternehmens zu. Der Reisekonzern schickte ein Krisenteam aus 19 speziell geschulten Experten nach Sousse, darunter Psychologen.

TUI steht weiterhin zu Tunesien

Die deutsche Reisebranche steht trotz des jüngsten Terroranschlags weiter zum Urlaubsland Tunesien. Es zähle seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Reiseländern Nordafrikas. Bereits in Folge des Arabischen Frühlings habe es 2011 einen Besucherrückgang aus Deutschland geben. Seit 2012 sollen die Gästezahlen jedoch wieder angestiegen sein. Erst im März waren bei einem Überfall von Islamisten auf ein Museum in Tunis mehr als 20 Menschen getötet worden.