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Radio Hamburg

Germanwings-Absturz

Berichte über dramatische Szenen an Bord

Seyne-les-Alpes , 26.03.2015
Germanwings Absturz Suche nach Opfern

Die Suche nach den Opfern war am Abend mit Einbruch der Dunkelheit eingestellt worden und soll am Donnerstag weitergehen.

Zum Zeitpunkt des Absturzes der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ist nach Medienberichten nur ein Pilot im Cockpit gewesen.

Was passierte in den letzten Minuten im Cockpit des Airbus A320 von Germanwings? Nach Angaben der " New York Times" und der AFP saß zum Zeitpunkt des Absturzes nur ein Pilot im Cockpit. Nach Informationen der Zeitung und der französischen
Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf anonyme Ermittler soll dies aus den Aufnahmen des bereits gefundenen Sprachrekorders hervorgehen. Sowohl die Lufthansa als auch Germanwings konnten die neuesten Enthüllungen am frühen Donnerstagmorgen zunächst nicht bestätigen.

Keine Antwort aus dem Cockpit

Kurz vor dem Crash des Airbus A320, bei dem am Dienstag alle 150 Menschen an Bord ums Leben kamen, müssen sich offenbar dramatische Szenen in dem Flugzeug abgespielt haben. Nach Angaben der mit den Untersuchungen vertrauten Ermittler soll einer der Piloten vor dem Sinkflug das Cockpit verlassen und anschließend vergeblich versucht haben, die Tür zu öffnen, um wieder ins Cockpit zu kommen. "Der Mann draußen klopft leicht an die Tür, aber es gibt keine Antwort", zitiert die Zeitung einen Ermittler. "Dann klopft er stärker an die Tür, und wieder keine Antwort. Es gibt keine Antwort. Und dann kann man hören, wie er versucht, die Tür einzutreten."

Was geschah an Bord?

Warum er das Cockpit verließ und warum das Flugzeug in den Sinkflug ging, sei unklar. "Sicher ist, dass ganz zum Schluss des Fluges der andere Pilot allein ist und die Tür nicht öffnet", sagt der Ermittler laut "New York Times". Nach AFP Informationen höre man zu Beginn des Fluges eine normale Unterhaltung auf dem Sprachrekorder. "Dann hört man das Geräusch, wie ein Sitz zurückgeschoben wird, eine Tür, die sich öffnet und wieder schließt, Geräusche, die darauf hindeuten, dass jemand gegen die Tür klopft. Und von diesem Moment an bis zum Crash gibt es keine Unterhaltung mehr", sagt der Ermittler.

Keine Bestätigung der Spekulationen

Zuvor hätten sich die beiden Piloten auf Deutsch unterhalten. "Wir haben derzeit keine Informationen vorliegen, die den Bericht der "New York Times" bestätigen", sagte ein Lufthansa-Sprecher am frühen Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Man werde sich bemühen, weitere Informationen zu bekommen und "sich nicht an Spekulationen beteiligen". Nahezu wortgleich äußerte sich auch Germanwings in einer schriftlichen Erklärung. "Die Ermittlung der Unfallursache obliegt den zuständigen Behörden", hieß es zudem.

Von der französischen Untersuchungsbehörde BEA war in der Nacht zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Beim Crash der Germanwings-Maschine in einer unwegsamen Bergregion in den französischen Alpen waren am Dienstag alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Am Mittwoch wurden die ersten Opfer geborgen. Sterbliche Überreste der Getöteten seien am späten Mittwochnachmittag von der Unglücksstelle weggebracht worden, bestätigte ein Polizeisprecher in Digne. Zugleich ging die Suche nach dem zweiten Flugschreiber in dem Trümmerfeld weiter. Ohne dessen Daten dürfte die Ermittlung der Absturzursache äußerst schwierig werden.

(dpa/lhö)

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