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Radio Hamburg

Germanwings-Absturz

Lufthansa liefert finanzielle Soforthilfen

Berlin, 28.03.2015
RHH - Expired Image

Der Co-Pilot ließ den Piloten nicht zurück ins Cockpit und leitete einen Sinkflug ein.

Schockierende Erkenntnisse zur Germanwings-Katastrophe: In den Wohnungen des Copiloten entdecken Ermittler zerrissene Krankschreibungen - auch für den Absturztag.

Der Copilot des abgestürzten Germanwings-Fluges hat nach Erkenntnissen der Ermittler vor seinem Arbeitgeber eine Erkrankung verheimlicht. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf fand in der Wohnung des 27-Jährigen "zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen", wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitag (27.03) mitteilte. Abschiedsbrief oder Bekennerschreiben wurden nicht gefunden.

Co-Pilot war in ärztlicher Behandlung

Ermittler hatten am Donnerstag (26.03) zwei Wohnungen des Mannes durchsucht, der aus Montabaur bei Koblenz stammte und seit 2013 als Copilot für Germanwings flog. Sichergestellt wurden demnach Dokumente, "die auf eine bestehende Erkrankung und entsprechende ärztliche Behandlungen hinweisen", erklärte die Staatsanwaltschaft. Über die Art der Erkrankung wurde nichts mitgeteilt, die Ermittler hatten aber nach Hinweisen auf ein psychisches Leiden gesucht. Der 27-jährige Andreas L. steht im Verdacht, den Piloten des Flugs 4U 9525 aus dem Cockpit ausgesperrt und den Airbus mit 150 Menschen an Bord mit voller Absicht auf Todeskurs gebracht zu haben.

Dobrindt kündigt Ermittlungen an

Nach den jüngsten Informationen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf kündigt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im phoenix-Interview weitere Ermittlungen und Konsequenzen an. Abschließende Ergebnisse lägen noch nicht vor. Das Luftfahrtbundesamt habe jetzt aber Experten geschickt und beim Aeromedical Center um Akteneinsicht gebeten. Dobrindt: "Wir werden die Akten, die dem Luftfahrtbundesamt zur Verfügung stehen, der Staatsanwaltschaft aushändigen. Die wird das Ganze zu bewerten haben. Ich kann über die Inhalte keine Aussagen treffen, aber es scheint klar zu sein, dass wir uns am Ende der Ermittlungen darüber Gedanken machen müssen, wie man so etwas wirklich durch geeignete Konsequenzen vermeiden kann. Ich halte es für richtig, wenn man jetzt das Vier-Augen-Prinzip im Cockpit nochmal stärkt. Ob das jetzt die letzte oder einzige Konsequenz daraus war, kann man sicher noch nicht sagen."

Airlines in Deutschland und weltweit ziehen schnell Konsequenzen aus dem Vorfall und verschärfen ihre Regeln für die Besetzung im Cockpit. Kein Pilot soll sich künftig mehr allein dort aufhalten dürfen.

Gauck in Haltern

Bundespräsident Joachim Gauck nahm am Vormittag an einem Gedenkgottesdienst im westfälischen Haltern teil. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des dortigen Gymnasiums waren an Bord des Airbus, der am Dienstag (24.03) auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen an einem Bergmassiv zerschellte.

Bergungsarbeiten ziehen sich hin

Die Bergungsarbeiten, die am Freitag in den vierten Tag gingen, können sich in dem unwegsamen Gelände hinziehen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Suche nach dem zweiten Flugschreiber, der weitere Erkenntnisse zum Geschehen im Cockpit liefern könnte. Die Fluggesellschaft Germanwings, eine Lufthansa-Tochter, eröffnet am Samstag in der Nähe der Absturzstelle ein Betreuungszentrum für Angehörige. Für Freitag war ein vierter Sonderflug mit Hinterbliebenen aus Barcelona geplant. Der Bundesrat gedachte zu Beginn seiner Sitzung am Freitag der Opfer, unter denen laut Auswärtigem Amt 75 Deutsche waren.

Die Auswertung des Stimmenrekorders hatte ans Licht gebracht, dass der Copilot seinem Kollegen nach einem Toilettengang nicht mehr die automatisch verriegelte Cockpit-Tür öffnete. Danach soll er nach derzeitigem Ermittlungsstand das Flugzeug eigenmächtig auf Sinkflug gebracht haben. Bis zuletzt ist auf der Aufnahme schweres Atmen zu hören.

Finanzielle Unterstützung

Die Lufthansa hat unterdessen den Hinterbliebenen der Opfer finanzielle Soforthilfen von bis zu 50.000 Euro pro Passagier zugesagt.

(dpa/mgä/tsa)

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