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Radio Hamburg

Mord an Oppositionspolitiker

Trauerkundgebung für Boris Nemzow

Moskau, 01.03.2015
Boris Nemzow, Abschied, Blumen, 2015

Am Sonntag (01.03.) nehmen Tausende bei einem Trauerkundgebung Abschied vom ermordeten Kremlkritiker Boris Nemzow.

Moskau gedenkt des ermordeten Oppositionspolitikers Nemzow. Bis zu  50.000 Menschen werden am Sonntag (01.03.) zu einer Trauerkundgebung erwartet.

Moskau nimmt Abschied vom ermordeten Kremlkritiker Boris Nemzow. Nach dem Attentat auf den charismatischen Oppositionspolitiker wollen am Sonntag bis zu 50.000 Menschen im Zentrum von Moskau an einer Trauerkundgebung für den ermordeten Kremlgegner teilnehmen. Darauf hatten sich Oppositionsvertreter am Samstag (28.02.) bei Verhandlungen mit der Stadt geeinigt. Die Initiative ging nach Angaben der Behörden von dem Oppositionsführer und früheren Regierungschef Michail Kasjanow aus. Auf einen ursprünglich für Sonntag geplanten Marsch gegen die Politik von Kremlchef Wladimir Putin verzichtete die Opposition.

Fluchtauto und Tat auf Video

Nemzow war am späten Freitagabend (27.02.) nur wenige Meter vom Kreml entfernt auf offener Straße hinterrücks erschossen worden. Vom Täter fehlt seitdem jede Spur. Sowohl die Polizei als auch der Kreml gingen von einem Auftragsmord aus. Nach Fernsehberichten fanden die Ermittler möglicherweise das Fluchtauto. Der TV-Sender Rossija 24 zeigte das weiße Fahrzeug mit einem Nummernschild der Teilrepublik Inguschetien, die im islamisch geprägten Konfliktgebiet Nordkaukasus liegt. 

Der Moskauer Fernsehsender TWZ hat außerdem ein Überwachungsvideo vom Ort und von der Zeit der Tat veröffentlicht. In der Aufnahme ist nach Darstellung des Senders zu sehen, wie sich Nemzow mit seiner Begleiterin am Freitag gegen 23.30 Uhr auf der Großen Moskwa-Brücke in Kreml-Nähe bewegt und von einem Mann verfolgt wird. Eine Kehrmaschine verdeckt dann die Sicht auf das Paar und den Mann. Wenig später ist zu sehen, wie der mutmaßliche Täter auf die Straße läuft und in ein Auto einsteigt und flüchtet. Etwa zehn Minuten danach trifft die Polizei ein.

Weltweites Entsetzen  

Russlands Präsident Putin verurteilte den "brutalen Mord" ebenso wie US-Präsident Barack Obama. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich bestürzt. Sie
forderte Putin auf, "zu gewährleisten, dass der Mord aufgeklärt und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, Nemzows Tod mache ihn "traurig und wütend".

Putin schreibt Beileidstelegramm

Der Kremlchef nannte den Mord eine politische "Provokation". Die Bluttat habe alle Anzeichen eines Auftragsmordes, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. In einem Beileidstelegramm an Nemzows Mutter würdigte Putin die Verdienste des Politikers und sicherte zu, sich vehement für die Aufklärung des Verbrechens einzusetzen.

Warnung vor Destabilisierung Russlands

Der Friedensnobelpreisträger und Ex-Kremlchef Michail Gorbatschow warnte vor einer Destabilisierung der Lage in Russland. Die Situation ist angesichts des Ukraine-Konflikts gespannt. Nemzow hatte Putin wiederholt eine Aggression gegen die Ukraine vorgeworfen.

Abschied nehmen von Nemzow

Nach der Trauerkundgebung in Moskau wird der Sarg mit dem Leichnam des Politikers im Sacharow-Menschenrechtszentrum aufgebahrt werden. Dort sollen die Menschen nach russisch-orthodoxem Brauch am Dienstag (03.03.) Abschied nehmen können von dem früheren Vize-Regierungschef. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Prominentenfriedhof Trojekurowo geplant.

(dpa/kru)

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