Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Piloten-Ausbildung unterbrochen

Warum kam der Pilot nicht mehr ins Cockpit?

Hamburg, 26.03.2015
Germanwings, Flieger, Pressebild

Viele Fragen zum Co-Piloten und seinen Gründen für den offensichtlich absichtlich eingeleiteten Absturz bleiben offen.

In der Germanwings-Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag wurden weitere Details zur Situation an Bord des Fluges 4U9525 bekannt gegeben.

Nach der Auswertung des Voice-Rekorders hat sich eine neue Wendung ergeben. Lufthansa-Chef Spohr sagte in der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag (26.03): "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Maschine offensichtlich absichtlich zum Absturz gebracht wurde." Die an der Auswertung des Stimmrekorders beteiligten deutschen Experten stützen die Darstellung der französischen Staatsanwaltschaft, dass der Co-Pilot mit einem bewussten Sinkflug den Germanwings-Airbus abstürzen ließ.

Pilot hatte Cockpit verlassen

Spohr drückte nochmal seinen Schock über den Absturz aus: "Ich hätte nicht erwartet, dass sich dieses Gefühl nochmal verstärkt, aber heute ist das passiert." Gleichzeitig betonte er, dass das Bordpersonal sehr genau auswählt würde. In den Auswahlverfahren werde viel Platz für psychische Eignung gelassen, um eine qualifizierte Cockpit-Besatzung zusammenzustellen. Umso fassungloser macht Spohr dieser Germanwings-Absturz: "Das, was heute passiert ist, war für uns einfach nicht vorstellbar."

Unterbrechung der Ausbildung

Der Co-Pilot hat die Flugschule in Bremen und in Phoenix, Arizona absolviert, 2008 begann er mit der Ausbildung. 2011 hatte er eine elfmonatige Wartezeit und arbeitete in dieser Zeit als Bordpersonal. Das sei laut Spohr normal.

Vor sechs Jahren gab es in der Ausbildung eine längere Unterbrechung. Zu den Gründen für die Unterbrechen konnten keine Angaben gemacht werden. Nachdem die Eignung festgestellt worden war, wurde die Ausbildung wieder aufgenommen. Spohr betonte noch einmal: "Er war zu 100 Prozent flugtüchtig. Seine fliegerischen Leistungen waren einwandfrei."

 

Spohr vertraut auf Piloten

Trotz des schrecklichen Vorfalls betont Spohr: "Wir haben volles Vertrauen in unsere Piloten. Sie sind und bleiben die besten der Welt." Außerdem stellt er nochmal fest: "Safety ist Nummer eins! Dass das gerade uns passiert, das tut uns einfach nur leid."

Warum kam der Pilot nicht mehr in das Cockpit?

Seit den Terroranschlägen vom 11. September sind die Cockpit-Türen gepanzert, um grundsätzlich den Zutritt für Unbefugte unmöglich zu machen. Die Behörden, die Ausrüster und Lufthansa haben Vorkehrungen getroffen, falls der Pilot ohnmächtig wird. Für den Fall der Bewusstlosigkeit gebe es einen eigenen Code und dann ein Klingelzeichen. Wenn dann auch keine Antwort komme, gehe die Tür auf. Der Kollege im Cockpit könne dies durch Umstellen des Schalters auf Lock verhindern. Dann sei die Tür für fünf Minuten verschlossen. Dann kann man einen weiteren Code eingeben, der Pilot im Cockpit bekommt ein Signal.

Somit gibt es nur zwei Möglichkeiten: Der Pilot außerhalb des Cockpits hat den zweiten Code nicht eingegeben. Diese Möglichkeit schloss Spohr allerdings aus. Deswegen wird davon ausgegangen, dass der Pilot den Code eingegeben hat und der im Cockpit befindliche Co-Pilot verhinderte, dass die Tür geöffnet werden kann.

Durfte der Pilot das Cockpit verlassen?

Das Verlassen des Cockpits für kurze Zeit ist erlaubt - auch aus biologischen Gründen. Der Pilot hat vollkommen richtig gehandelt und das Cockpit in einem unkritischen Moment verlassen. Es ist bislang keine andere Konversation bekannt außer: "You have control" - Das Zeichen, dass der Pilot das Steuer an den Co-Piloten übergeben hat. Über weitere Spekulationen zu Gründen wollte sich Spohr ohne weitere Ermittlungsergebnisse nicht äußern.

(dpa/kru)

comments powered by Disqus