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Radio Hamburg

Trauriger Jahrestag

Was geschah wirklich mit Flug MH370?

Kuala Lumpur, 07.03.2015
RHH - Expired Image

Auch ein Jahr nach dem Absturz von Flug MH370 gibt es von dem Passagierjet keine Spur.

Am Sonntag (08.03) jährt sich der Absturz der Malaysia Airlines Maschine zum ersten Mal. Weiterhin fehlt von der Maschine und den 239 Insassen jedoch jede Spur.

Seit einem Jahr rätseln Experten und Unfallforscher, wieso Flug MH370 verschwunden ist. Zum Jahrestag informieren die Ermittler über ihre neusten Erkenntnisse - wirkliche Antworten wird allerdings wahrscheinlich auch dieser Bericht kaum liefern können.

Zwischenbericht erwartet

Mit Spannung haben Angehörige der MH370-Insassen am Samstag (06.03) auf einen neuen Zwischenbericht zum mysteriösen Verschwinden des Flugzeugs gewartet. Die Maschine der Malaysia Airlines war mit 239 Menschen an Bord am 8. März 2014 verschwunden. Bis heute ist vollkommen unklar, was mit der Boeing 777 passiert ist. Ermittler glauben jedoch inzwischen, dass ein Pilot die abrupten Kursänderungen nach dem letzten Radarkontakt und das Abschalten der Kommunikationssysteme veranlasst haben muss. Der neue Bericht kommt nach Angaben der malaysischen Behörde für Zivilluftfahrt von einem internationalen Ermittlerteam und ist eine periodische Bestandsaufnahme. Mitarbeiter dämpften Erwartungen auf besondere neue Erkenntnisse. Die Behörde wollte den Bericht am Samstag auf ihrer Webseite hochladen. Eine Uhrzeit nannte sie nicht.

Mysteriöses Verschwinden

In dem internationalen Team arbeiteten Unfallexperten aus den USA, Großbritannien, China, Frankreich, Australien sowie vom Hersteller Boeing und von der britischen Satellitenfirma Inmarsat, die die letzten Satellitenkontakte zur Maschine aufzeichnete. Die Piloten der Boeing 777 hatten sich am 8. März 40 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur zum letzten Mal beim Tower gemeldet, ohne Hinweis auf Probleme. Die Maschine war auf dem Weg von Kuala Lumpur Richtung Nordosten nach Peking. Sie änderte kurz nach dem letzten Kontakt abrupt den Kurs und flog erst nach Westen, dann nach Süden.  An Bord waren Menschen aus 14 Ländern, zwei Drittel der Passagiere waren Chinesen. Satellitenauswertungen ergaben, dass das Flugzeug noch rund sieben Stunden weiterflog und vermutlich im Indischen Ozean knapp 2000 Kilometer westlich von Perth an der australischen Westküste abstürzte, als der Treibstoff ausging.

Suche weiterhin ohne Erfolg

Die Australier koordinieren die Suche nach dem Wrack mit ferngesteuerten Sonar-Geräten. Die vermutete Absturzzone erstreckt sich in einem Korridor von Südwest nach Nordost, etwa 93 Kilometer breit und 650 Kilometer lang. Sie soll bis Mai abgeschlossen sein. "Unsere Entschlossenheit, Antworten zu finden, ist unerschütterlich. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen derjenigen, die an Bord waren. Ich kann ihr Gefühl der Hilflosigkeit nachvollziehen. Sie haben Antworten verdient, und wir tun alles, was möglich ist, um ihnen diese Antworten zu geben", sagte der für die Luftfahrt zuständige stellvertretende australische Regierungschef Warren Truss am Samstag (07.03) in der Hauptstadt Canberra. Premierminister Tony Abbott hatte Angehörige diese Woche mit dem Hinweis aufgeschreckt, er könne nicht versprechen, dass die Suche mit gleicher Intensität unbegrenzt weitergehe.

Bessere Überwachung von Flugzeugen?

Die Luftfahrtbranche will unterdessen aus dem Verschwinden des Jets Konsequenzen ziehen. So sollen Flugzeuge in der Luft auch auf langenDistanzen über menschenleeren Gegenden lückenlos überwacht werden. "Der Fall hat ein Schlaglicht darauf geworfen, wie schwierig es ist, vermisste Flugzeuge zu orten", sagte der Generaldirektor des Luftfahrtverbands Asien-Pazifik AAPA, Andrew Herdman. "Wir müssen uns nur davor hüten, die normale Flugüberwachung mit Daten so zu überlasten, dass es die Sicherheit der 30 Millionen Flüge im Jahr beeinträchtigt", warnte er. Ein Ortungssignal könne ohne Aufwand vom ACARS-System an Bord gesendet werden, das im Flug technische Daten übermittelt, meinte Herdman weiter. Die Kommunikation mit den Piloten etwa über Änderungen der Flughöhe dürfe allerdings nicht durch permanente Ortungssignale gestört werden. Für eine lückenlose Ortung über den Weltmeeren seien Dutzende Satelliten nötig, die 2017 bis 2020 in der Umlaufbahn seien, sagte Herdman. Die internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO empfahl Anfang Februar zunächst, dass Piloten sich bei Ozeanüberflügen künftig statt stündlich vierteilstündlich melden. Diese Meldungen erfolgen bis heute über altmodischen Funkkontakt.

Blackboxen sollen leichter auffindbar sein

Die Branche zieht außerdemweitere Konsequenzen aus der seit fast einem Jahr erfolglosen Suche nach dem MH370-Wrack: Neben einer häufigeren Ortung sollen die Aufzeichnungsgeräte der Flug- und Cockpitdaten (Blackbox) und die dazugehörigen Notsignalsender zum Auffinden von verunglückten Maschinen verbessert werden. Die Batterien der Notsignalsender sollen künftig deutlich länger als für 30 Tage Energie haben - etwa für drei Monate. Die Stimm-Aufzeichnungsgeräte für die Cockpit-Gespräche sollen statt zwei mehr Stunden aufzeichnen, und die technischen Daten aus dem Flugdatenschreiber sollen möglichst schon während des Flugs an eine Bodenstation übermittelt werden.  Das alles hätte das Verschwinden der Maschine zwar nicht verhindert. Die Maßnahmen sollen aber helfen, Zeitpunkt und Ort im Fall eines Unglücken stärker einzugrenzen und Wracks schneller zu finden. Im Gespräch seien auch Black Boxes, die sich im Fall einer Katastrophe vom Flugzeug lösen und beispielsweise an die Wasseroberfläche treiben, statt im Wrack unterzugehen, fordert Herdman. Problematisch sei es aber, wenn sie sich versehentlich lösen und so einen Unfall auslösen.

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(dpa/san)

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