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Radio Hamburg

Anschläge in Brüssel

IS bekennt sich zu Terroranschlägen

Brüssel, 22.03.2016
Flughafen Brüssel Evakuierung

Nach den Explosionen am Brüsseler Flughafen ist die Terrorwarnstufe in Belgien auf das höchste Niveau angehoben worden.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu den Terroranschlägen von Brüssel mit mindestens 34 Toten bekannt. Die belgische Polizei hat ein Fahndungsfoto veröffentlicht.

Bei mutmaßlichen Terroranschlägen am Flughafen und in der U-Bahn von Brüssel sind mehrere Menschen getötet und etliche verletzt worden. Mittlerweile wurde bekannt gegeben, dass es sich am Brüsseler Flughafen um 11 Todesopfer, sowie 81 Verletzte und an der Metrostation "Maelbeek" um 15 Tote sowie 55 Verletzte handelt. Die Terrorwarnstufe in Belgien wurde auf die höchste Stufe angehoben, wie ein Sprecher von Innenminister Jan Jambon am Dienstag (22.03.) mitteilte. Dem Sender RTBF zufolge nahm die Staatsanwaltschaft Antiterror-Ermittlungen auf.

Flüge werden umgeleitet

Der Flughafen Brüssel-Zaventem wurde geschlossen, Flüge nach Brüssel wurden umgeleitet. Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft Stib schloss zudem aus Sicherheitsgründen alle Metrostationen. Auch Straßentunnel wurden gesperrt - davon waren der Jubelparktunnel sowie der Wettunnel in Richtung Zentrum betroffen, wie die Verkehrsleitstelle Mobiris mitteilte.

Vermutlich Selbstmordattentäter

Nach Angaben von Augenzeugen ereigneten sich am Dienstagmorgen gegen 8 Uhr zunächst am Flughafen kurz nacheinander zwei Explosionen. Die Detonationen seien von mindestens einem Selbstmordattentäter verursacht worden, berichtete der Sender VRT. Zeugen wollen zuvor Schüsse gehört haben. Eine Person habe etwas auf Arabisch gerufen, berichteten mehrere Menschen vor Ort der Nachrichtenagentur Belga. Die Polizei hatte anfangs nur einen Toten bestätigt. Ob es sich um Terroranschläge handelt, hatten die Ermittler zunächst nicht sagen wollen.

Später kam es in der Metrostation Maelbeek im EU-Viertel von Brüssel zu einer Detonation. Im Internet verbreiteten sich Bilder, die diese Metro-Station zeigen sollen und auf denen Rauch zu sehen war. Auch hier soll es Verletzte gegeben haben. Fahnder hatten am Freitag - vier Monate nach den Terroranschlägen von Paris - einen der noch flüchtigen Hauptverdächtigen in Brüssel gestellt. Der 26 Jahre alte Salah Abdeslam war bei einem Großeinsatz der Polizei in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek festgenommen worden.

Zerstörte Glasfronten am Flughafen

Auf Bildern vom Brüsseler Flughafen waren blutverschmierte Menschen mit zerrissener Kleidung zu sehen. In einer der Flughafenhallen stürzte offensichtlich durch die Wucht der Explosionen die Deckenverkleidung herab. Eine riesige Glasfront wurde zerstört. Der niederländische Reporter Dennis Kranenburg war zufällig am Brüsseler Flughafen und berichtete im niederländischen Radio: "Wir kamen gerade an und wollten einchecken. Da war in etwa 30, 40 Meter Entfernung ein riesiger Lichtblitz. Große Brocken von der Decke fielen runter. Jeder fing an zu schreien und die Leute rannten weg."

Kontrollen in Deutschland verschärft

In Deutschland verschärfte die Bundespolizei ihre Kontrollen am Flughafen in Frankfurt am Main. Man beobachte die Situation sehr genau, sagte Sprecher Christian Altenhofen. Die Beamten würden sensibilisiert und die Streifen in bestimmten Bereichen verstärkt. Der größte deutsche Airport richtete sich darauf ein, umgeleitete Maschinen aus der belgischen Hauptstadt aufzunehmen. Die Bundespolizei hat auch am Hamburger Flughafen ihre Präsenz verstärkt. "Wir laufen mit einer sichtbar erhöhten Präsenz", sagte ein Sprecher. Die Beamten seien wie schon vor den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt mit Maschinenpistole und Schutzweste ausgestattet. Die Kollegen seien noch einmal sensibilisiert worden.

Das belgische Rote Kreuz richtete eine Website ein für Menschen, die auf der Suche nach Angehörigen sind. Auf der Website können Personen auch angeben, dass sie in Sicherheit sind, meldete die Hilfsorganisation auf Twitter.

Mindestens eine Deutsche verletzt

Nach Informationen des belgischen TV-Senders VRT sind 34 Menschen ums Leben gekommen. Davon seien 14 Menschen bei dem Anschlag am Brüsseler Flughafen Zaventem umgekommen und 20 in der U-Bahn. Mindestens eine deutsche Staatsangehörige leicht verletzt worden. Die Frau habe eine leichte Rauchvergiftung erlitten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin. Bis zum Nachmittag (15.45 Uhr) gab es demnach weiterhin keine Informationen über andere deutsche Opfer. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Mittag gesagt, es gebe keine Informationen, dass Deutsche unter den Opfern sein könnten. Er bezeichnete dies aber als Zwischenbewertung.

Belgische Atomkraftwerke reduzieren Personal

Die belgischen Atomkraftwerke haben an den Standorten Doel und Tihange ihr Personal auf ein Minimum reduziert. «Nur wer wirklich da sein muss, bleibt», sagte ein Sprecher der belgischen Atomaufsicht AFCN, wie die Nachrichtenagentur Belga am Dienstag berichtete. Die von der Atomaufsicht angeordneten Vorkehrungen sollen dem Bericht zufolge das Risiko minimieren, dass Personen, die Böses im Schilde führen, auf das Gelände gelangen. Zuvor hatte Belga unter Berufung auf den örtlichen Polizeichef berichtet, die Anlage sei evakuiert worden. 

«Etwa tausend Personen arbeiten in solch einer Anlage. Sie werden alle einer genauen Prüfung unterzogen, aber wir gehen kein Risiko ein», hieß es bei der AFCN. Die Anordnung gelte bis auf weiteres. Die Kraftwerke erzeugen weiterhin Strom. Das Personal ist in gleicher Stärke wie an Wochenenden vor Ort. Der Betreiber Electrabel unterstrich im Kurzmitteilungsdienst Twitter, dass es keine Evakuierung gegeben habe. Vielmehr sei verzichtbares Personal nach Hause geschickt worden. Tihange liegt 70 Kilometer von Aachen entfernt nahe der ostbelgischen Stadt Lüttich. Der Standort besteht aus drei Druckwasserreaktoren. Zuletzt waren dort 940 Mitarbeiter beschäftigt. Doel liegt bei Antwerpen. Der Standort hat vier Druckwasserreaktoren. Dort waren zuletzt rund 880 Mitarbeiter beschäftigt.

IS bekennt sich zu Terroranschlag

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu den Terroranschlägen von Brüssel mit mindestens 34 Toten bekannt. Das berichtet die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Amaq am Dienstag im Internet. Kämpfer des Islamischen Staates hätten eine Serie von Bombenangriffen mit Sprenggürteln und -sätzen verübt, meldeten die arabischen und englischen Nachrichtenseiten von Amaq. 

Angegriffen worden seien der Flughafen und die zentrale Metrostation Brüssels, hieß es. Mehrere IS-Kämpfer hätten sich selbst in die Luft gesprengt. Belgien wird in der Nachricht als Land beschrieben, dass an der internationalen Koalition gegen den IS beteiligt sei. Die Echtheit des Bekenntnisses konnte zunächst nicht überprüft werden. Die Nachrichtenagentur Amaq hat in der Vergangenheit immer wieder Stellungnahmen des IS verbreitet. Sie gilt als eng mit der Terrormiliz verbunden.

Fahndungsfoto veröffentlicht

Die belgische Polizei hat auf Twitter ein Fahndungsfoto eines Terrorverdächtigen veröffentlicht. Das Bild zeigt einen Mann in weißer Jacke mit einem Flughafengepäckwagen und einer schwarzen Tasche.

(dpa/lhö/mgä)

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