Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Terror an Silvester in Istanbul

Mindestens ein Deutscher unter den Todesopfern

Istanbul, 02.01.2017
Terror in Istanbul Silvester

Krankenwagen vor einem Nachtclub in Istanbul. Mindestens 39 Menschen sind offenbar einem Terrorangriff zum Opfer gefallen.

Der Schock in der Türkei sitzt nach dem Anschlag auf einen Nachtclub in Istanbul mit 39 Toten tief. Nun geht die Suche nach dem oder den Tätern weiter.

Nach dem Terrorangriff auf eine Silvesterparty in dem Club "Reina" in Istanbul mit mindestens 39 Toten geht die Suche nach dem oder den Tätern weiter. Unter den Todesopfern ist auch ein Deutscher aus dem Landkreis Landsberg in Oberbayern. Zu dem Attentat in der Silvesternacht bekannte sich inzwischen die Terrormiliz IS. Ein "Soldat des Kalifats" sei für die Tat verantwortlich, heißt es in einer im Internet verbreiteten Erklärung des IS. Die türkischen Sicherheitsbehörden arbeiteten mit Hochdruck daran, die Identität des Täters festzustellen. Es könne sein, dass der Angreifer seine Waffe im Club gelassen und sich im Tumult unter die Flüchtenden gemischt habe.

Zahlreiche Ausländer unter den Toten

Mindestens ein bewaffneter Angreifer war am Sonntagmorgen kurz nach Anbruch des neuen Jahres in den exklusiven Club am Bosporusufer eingedrungen und hatte minutenlang wahllos auf Hunderte von Feiernden geschossen. Bis Sonntagabend waren noch nicht alle Opfer identifiziert. Unter den Toten sind auch zahlreiche Ausländer. Nach Regierungsangaben wurden zudem 65 Menschen verletzt.
Ob auch Deutsche unter den Verletzten sind, ist laut Auswärtigem Amt nicht bekannt. Das Ministerium bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung und stehe dazu in engem Kontakt mit den türkischen Behörden, hieß es.

Möglicher islamistischer Hintergrund

Bei den Toten handelt es sich um 25 Männer und 14 Frauen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Elf der identifizierten Todesopfer waren demnach türkische Staatsangehörige,
ein weiterer habe zusätzlich die belgische Staatsangehörigkeit gehabt. Alle anderen waren demnach Ausländer verschiedener Nationalitäten. Als Herkunftsländer nannte Anadolu Saudi-Arabien (7),
Libanon und den Irak (je 3), Tunesien, Marokko, Indien, Jordanien (je 2), Kuwait, Kanada, Israel, Syrien, Russland (je 1). Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, weiter entschlossen
gegen den Terrorismus zu kämpfen. Die Türkei werde alles tun, um "die Sicherheit und den Frieden ihrer Bürger zu gewährleisten".

International wurde die Bluttat scharf verurteilt. Bereits 2016 hatte die Türkei eine ganze Reihe verheerender Anschläge erlebt. Die Tatsache, dass der Angriff einem mondänen Club galt, in dem auch
Ausländer verkehren, werteten Beobachter in der Türkei als Hinweis auf einen möglichen islamistischen Hintergrund. Nach dem türkischen Einmarsch im August in Syrien hatte der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, im November zu Anschlägen in der Türkei aufgerufen.

Der Zeitung "Hürriyet" zufolge waren am Silvestertag acht Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Ankara festgenommen worden, die einen Anschlag in der Nacht geplant haben sollen. Türkische Truppen sind derzeit in Nordsyrien in heftige Gefechte mit dem IS verwickelt. (dpa/apr)