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Radio Hamburg

Durchbruch in der Forschung

In Zukunft wird es einen Schnelltest für Krebs geben

Hamburg, 12.06.2017
Wissenschaftler vor gläserner Tafel

Forscher arbeiten intensiv an der Ausarbeitung des Schnelltests.

Zu viele Menschen leiden weltweit an Krebs. Je später die Krankheit entdeckt wird, desto verheerender sind oft die Folgen.

In Deutschland erkranken ungefähr 300.000 Menschen jährlich an Krebs, weltweit sterben pro Jahr mehrere Millionen an dieser Krankheit.

Das Problem

Obwohl es mittlerweile mehrere verschiedene Methoden zur Heilung gibt und die Forschung in den letzten Jahren eine gute Entwicklung gemacht hat, sterben ungefähr die Hälfte aller Krebserkrankten. Der wichtigste Punkt ist, den Krebs und die Tumore frühzeitig zu erkennen, denn dann stehen die Heilungschancen am besten. Vor allem kleine Tumore, die nicht äußerlich sichtbar sind, lassen sich sehr schwer und meistens erst im vorangeschrittenem Stadium erkennen.

Um einen Tumor zu erkennen, benötigen die Ärzte meistens eine Gewebeprobe des Tumors, um die Art zu erkennen und eine passende Therapie zu anzuwenden. Diese ist meistens mit einem Risiko für den Patienten verbunden. Nur für den Lungenkrebs gibt es bereits einen Schnelltest.

Der große Durchbruch

Nun forschen Wissenschaftler an einer Schnelltest-Methode für jede Art von Krebs, bei der Tumore vor dem Wachstum erkannt werden können und darauffolgende gesundheitliche Schäden vermieden werden können. Damit würden sich auch die Heilungschancen von Krebs verbessern. Das gefundene Verfahren nennt sich „Liquid Biopsy“ und funktioniert folgendermaßen: Anhand von Blutplasma oder Urin isolieren Ärzte das sogenannte „cellfree DNA“, das sind in Körperflüssigkeit enthaltene Erbinformationen und Fragmente. Tumorzellen geben ebenfalls diese „cellfree DNA“ ab, diese unterscheidet sich gravierend zur normalen DNA und kann daher leicht identifiziert werden. Folgendermaßen können Ärzte in Zukunft an der DNA des Menschen ablesen, ob eine Krebserkrankung oder eine Tumorbildung stattgefunden hat und so auch die Art der Krankheit herausfinden.

Nicht mal mehr zehn Jahre!

Es wird jedoch noch einige Jahre dauern bis dieses Verfahren vereinfacht und flächenmäßig angewendet werden kann, da es noch einiges an Forschung bedarf. Wissenschaftler schätzen, dass es noch fünf bis zehn Jahre dauern kann, bis die Krebsfrüherkennungs-Methode zu einem Routine-Check Up dazu gehören wird.

(jsp)

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