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Radio Hamburg

Behutsam und ehrlich

So erklärt Ihr Kindern Gewalt und Terror

Hamburg, 24.05.2017
Kind vor TV

Auf Kinder prasseln viele Infos aus TV und Radio ein. Wie erklärt Ihr Terror und Gewalt Euren Kindern? 

Ob in Manchester, Paris oder Berlin: Terror und Angst verstören nicht nur uns, Kinder haben auch extreme Antennen dafür. So solltet Ihr mit Kindern darüber reden.

Grausam und verstörend - so empfinde ich immer wieder Situationen, in denen es um Terror und Gewalt geht. Egal ob Anschläge wie der gerade beim Ariana Grande Konzert in Manchester oder Gewaltverbrechen, die aus unserer täglichen Berichterstattung gar nicht mehr wegzudenken sind. Und Kinder bekommen das auch schon sehr früh mit. Oder schaltet Ihr die Radio-Nachrichten im Auto immer aus, wenn Euer Kind auf der Rückbank sitzt? Ich jedenfalls nicht. Ich filtere viele Details weg, überhöre vielleicht Kommentare und Statements. Meine Kinder nicht. Letztens riss mich meine dreijährige Tochter beim Autofahren aus meinen Gedanken als sie fragte, warum ein Mann eine Frau mit einer Messer verletzt hat. Das lief gerade im Radio, ich hatte davon gar nichts mitbekommen.

Kinder haben ganz genaue Antennen und das müssen wir wahrnehmen und darauf reagieren. Ich habe Euch ein paar mögliche Richtlinien zusammengestellt, was Ihr beachten solltet, wenn Ihr mit Kindern über solche Themen sprecht. Klar, jeder von Euch hat eine andere Art, Dinge den eigenen Kindern zu vermitteln, aber vielleicht hilft Euch dieser kleine Leitfaden.

Bleib ehrlich

Eurem Kind vorzulügen, es wäre nichts, ist unnötig und bringt auch nichts. Euer Kind kennt Euch gut genug, um zu merken, dass Dich etwas beschäftigt. Erzähle ihm davon.

Richtige Situation

Nimm Dir Zeit für diese Aussprache und wähle einen Ort, wo Ihr Euch wohl fühlt. Mal schnell zwischen Einkauf und Staubsaugen den Terror der Welt erklären geht nicht.

Sei klar in den Aussagen

Kurze, prägnante Sätze und keine Spezialbegriffe. Stell Dir vor, Du wärst 4 Jahre alt und hättest diese Fragen. Super ist auch, die vorher die "logo" Nachrichten auf Kika anzuschauen. Die erklären alles sehr kindgerecht aufbereitet. Trotzdem erspart Dir das natürlich nicht das persönliche Gespräch mit Deinem Kind ; )

Vermeide Fotos und Videos

Dein Kind hat Fantasie genug. Fotos und Videos brennen sich mehr in die kleinen Köpfe ein, sind aber total unnötig. Deine Worte reichen völlig aus, um Dinge zu erklären.

Nachfragen zulassen

Und seien sie noch so absurd. Kinder kreieren sich ihre eigene Welt und wollen oft immer noch etwas mehr wissen. Bitte nicht abbügeln mit "Davon verstehst Du nichts, dafür bist Du noch zu klein."

Sicherheit ausstrahlen

Du bist der Fels in der Brandung für Dein Kind. Du musst ihm gleichzeitig mit den Tatsachen eines bestimmten Geschehens auch Sicherheit vermitteln. "Ich bin für Dich da, wir beschützen Dich." Wir Erwachsenen wissen, dass das natürlich nicht in bestimmten Situationen 100-prozentig zu erfüllen ist, aber diese kleine Notlüge ist erlaubt, um einen positiven Abschluss für Euer Gespräch zu finden.