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Radio Hamburg

Bei Ariana Grande Konzert

Bestätigter Terroranschlag in Manchester

Manchester, 23.05.2017
Terror Manchester

Einsatzkräfte rasen zur Manchester Arena, um den Opfern des Terroranschlags zu helfen und sperren alles ab. Es gibt 22 Tote und 60 Verletzte zu beklagen.

Kurz vor Ende eines Ariana Grande Konzerts in Manchester sind bei einem Anschlag 22 Menschen getötet worden, 60 sind verletzt.

Die Hintergründe

Ein Attentäter hat bei einem Popkonzert von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen, darunter auch Kinder. Das teilte die Polizei am Dienstag (23.05.) mit. Der Mann habe eine selbstgebaute Bombe gezündet. Die Polizei behandelt den Fall als Terrorakt. Sie gehe bei dem Angriff von einem Einzeltäter aus. "Am wichtigsten ist es, jetzt herauszufinden, ob er alleine handelte oder als Teil eines Netzwerks", sagte Ermittler Ian Hopkins.

Die britische Innenministerin Amber Rudd sprach von einem "barbarischen Angriff". Die Regierung wollte am Dienstagvormittag zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Der Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 8. Juni ist unterbrochen.

Die Explosion hatte sich am späten Montagabend in der Manchester Arena ereignet, einer Konzerthalle, die bis zu 21 000 Besuchern Platz bietet. Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Lied Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MESZ). Die BBC berichtete unter Berufung auf die Polizei, die Explosion sei im Foyer der Halle gewesen. Der Veranstalter erklärte, es sei in einem öffentlichen Raum außerhalb der eigentlichen Konzerthalle passiert. Krankenwagen rasten zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal. Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung über den Kurznachrichtendienst Twitter, sie wegen des Einsatzes nur bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren. Rund um die Halle zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Auch Sprengstoffspezialisten waren im Einsatz.

Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt. Die Polizei forderte die Menschen via Twitter auf, sich aus der Gegend um die Halle fernzuhalten. Sie rief die Bürger zu Wachsamkeit auf.

Dramatische Szenen

In der Konzerthalle spielten sich nach der Explosion laut Augenzeugen dramatische Szenen ab. "Der Knall hallte durch das Foyer der Arena und die Leute fingen an zu laufen", berichtete ein 17-Jähriger, der mit seiner zwei Jahre älteren Schwester das Konzert besucht hatte. "Ich sah, wie die Leute schreiend in eine Richtung rannten und sich plötzlich viele umdrehten und wieder in die andere Richtung liefen", sagte der Jugendliche dem Nachrichtensender Sky News.

Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Dort hätten auch Metallteile und Splitter gelegen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Menschen flohen in Panik und mit Tränen in den Augen aus der Halle.  In Manchester boten Anwohner den Betroffenen Unterschlupf an; bei Twitter gab es dafür den Hashtag #roominmanchester.

Es ist für Großbritannien der schwerste Terroranschlag seit 2005. Damals zündeten vier Muslime mit britischem Pass in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt. Die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group meldete, dass sich bislang niemand zu dem Terroranschlag bekannte. Allerdings wurde der Vorfall in sozialen Netzwerken von Anhängern der Terrorgruppe Islamischer Staat gefeiert.  Im März hatte ein Attentäter ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons gesteuert und anschließend einen Polizisten erstochen. Von den Opfern auf der Brücke erlagen vier ihren Verletzungen.

Große Bestürzung

 

Die Explosion bei dem Ariana-Grande-Konzert löste weltweit Betroffenheit aus. "Entsetzliche Nachrichten aus #Manchester!", schrieb Außenminister Sigmar Gabriel am Dienstagmorgen auf Twitter. "Unsere Gedanken sind jetzt bei unseren britischen Freundinnen und Freunden. United we stand."

In der betroffenen Manchester Arena, einer Multifunktionshalle, hatte die US-Schauspielerin und Sängerin ein Konzert gegeben. Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Song gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 MESZ). Rund um die Arena zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt.

 

 

Lest auch: Panik und schreiende Menschen: Fotos vom Anschlag in Manchester

Menschen liegen sich in den Armen, schwer Bewaffnete riegeln die Manchester Innenstadt ab - 22 Menschen müssen be ...

#MissingManchester

Über den Hashtag #MissingManchester können mittlerweile bei Twitter Angehörige nach möglichen Opfern oder Vermissten suchen.

 

Welle des Mitgefühls bei Prominenten

Die verheerende Explosion bei einem Konzert der amerikanischen Popsängerin Ariana Grande im britischen Manchesterhat in der Musikwelt eine Welle des Mitgefühls ausgelöst. Viele andere Stars bekundeten der Sängerin und den Konzertbesuchern am Dienstag über den Kurznachrichtendienst Twitter ihre Unterstützung. Viele fassten ihr Empfinden in einem Wort zusammen: "herzzerreißend".

Ariana Grande ist schockiert über den Anschlag in Manchester.

Die Sängerin Katy Perry schrieb: "Ich bete für jeden in Ariana Grandes Show." Ihre Kollegin Pink schrieb: "Meine Gedanken und Gebete sind mit den Leuten in Manchester, jedem, der betroffen ist, Ariana Grande und der gesamten Crew. Herzzerreißend." Die US-Rapperin Missy Elliott meinte: "Ich weiß, dass das für jeden schwierig und herzzerreißend ist."

Auf dem Twitter-Konto der US-Band OneRepublic war zu lesen: "Gedanken und Gebete für die Leute im Ariane-Grande-Konzert in Manchester. Bestürzt." Der US-Kollege John Legend meinte: "Liebe für alle in UK (Vereinigtes Königreich), Ariana Grande und ihre Unterstützer, die es in diesem schrecklichen Angriff erwischt hat. Herzzerreißend."

Bei einer Explosion kurz vor Ende des Konzerts waren am Montagabend mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 50 weitere wurden verletzt. Die Polizei geht vorerst von einem Terroranschlag aus. Der Sender BBC berichtete, Experten zur Terrorbekämpfung hätten bereits Kontakt mit dem Innenministerium in London aufgenommen. Auch Sprengstoffspezialisten waren im Einsatz.

(dpa/aba)

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