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Radio Hamburg

Friedenspflicht

Kein Streik der Fluglotsen

Fluglotsen Flughafen

Der für Dienstag (09.08.2011) geplante Fluglotsenstreik in Deutschland ist abgesagt.

Der geplante Streik der Fluglotsen in Deutschland ist im letzten Moment abgewendet worden.

Frankfurt - Entwarnung für den Luftverkehr: Der Fluglotsenstreik ist abgesagt. Weil die Deutsche Flugsicherung kurz nach Mitternacht die Schlichtung im Streit um Tarife und Arbeitsbedingungen angerufen hat, gilt nun eine Friedenspflicht und die Gewerkschaft der Fluglotsen darf mindestens vier Wochen lang nicht streiken.

"Damit ist ein Streik der Fluglotsen innerhalb der nächsten Wochen ausgeschlossen", sagte DFS-Sprecherin Kristina Kelek. Die Gewerkschaft sagte, sie hätte den Schlichteranruf eher erwartet. "Wir sind davon ausgegangen, dass die DFS schon nach der ersten Instanz diese Karte hätte ziehen müssen, um Schaden abzuwenden", sagte Gewerkschaftssprecher Markus Siebers. Mit der Schlichtung beginnt sofort eine neue Friedenspflicht. "Wir hoffen, dass wir in der Schlichtung durchkommen, da haben wir zumindest einen neutralen Dritten dabei", sagte Siebers.

Ein Termin für die Schlichtung steht noch nicht fest. Siebers gehe davon aus, dass die Schlichtung in drei bis vier Wochen durch ist.

Die kleine Gewerkschaft verlangt neben 6,5 Prozent mehr Gehalt auch mehr Einfluss auf Stellenbesetzungen und Arbeitsbedingungen der mehr als 5000 Tarifbeschäftigten bei der Flugsicherung. Rund 1900 von ihnen sind Fluglotsen.

Der abgesagte Fluglotsenstreik hat am Dienstagmorgen am Flughafen Hamburg zu keinen Beeinträchtigungen geführt. Der Betrieb sei normal angerollt, sagte eine Airport-Sprecherin. Wäre es zum Ausstand gekommen, hätte das Folgen
für 144 Flüge gehabt.

 

Was würde ein Fluglotsen-Streik bedeuten?

Fluglotsenstreik

Was erwartet Sie bei einem Streik?

  • In Hamburg fallen durch den Streik 144 Flüge mit rund 15.000 Passagieren aus. „Durch die Aschewolke aus Island sind wir erprobt für Ausnahmesituationen“, sagt eine Flughafen-Sprecherin. Der Flughafen empfiehlt den Reisenden, sich rechtzeitig bei ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Stand ihres Fluges zu erkundigen. Anbieter wie die Deutsche Lufthansa halten ihre Fluggäste beispielsweise im Internet auf dem Laufenden.

    Zudem will der Hamburger Flughafen zusätzliches Personal für die Terminals engagieren, um die Passagiere ausreichend zu informieren.

  • Die Deutsche Bahn rechnet morgen mit deutlich mehr Reisenden. Es werden alle verfügbaren Züge eingesetzt und das Personal aufgestockt. Kunden der Lufthansa und AirBerlin haben außerdem die Möglichkeit über die “Good for Train”-Kooperation ihr Flugticket gegen ein Zugticket umzutauschen.

  • Die großen Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Air Berlin versuchen zurzeit, möglichst viele Flüge in der betroffenen Zeit zwischen 6 und 12 Uhr zu verschieben. So würden einige Flüge vor, sowie andere Flüge nach der Streikzeitzeit verlegt. Zudem genehmigen einige Länder zusätzliche Nachtflüge nach Einzelfallprüfung. Die Passagiere werden gebeten, sich beim Reiseveranstalter über mögliche Umlegungen zu erkundigen.

  • Sie haben für morgen einen Flug gebucht und wissen nicht, ob Sie aufgrund des Streiks zum Flughafen fahren sollten oder nicht? Reiserechtsexperten raten davon ab Zuhause zu bleiben, weil direkt am Airport besser und schneller auf Änderungen eingegangen werden kann. Auch Umbuchungen können vorgenommen werden. 

    Außerdem sichern Rechtsexperten den Fluggästen zu, dass Ihnen ihr Geld erstattet wird, wenn der Streik Ihren Flug wie folgt betrifft: Entweder Ihr Flug wird gestrichen oder die Verzögerung Ihres Fluges beträgt fünf oder mehr Stunden.

  • Tui hat bereits einige Vorkehrungen für den morgigen Streik der Fluglotsen getroffen. Zum einen werden 17 Maschinen, die am Vormittag fliegen sollten, nach vorne verlegt, sodass die Urlauber noch vor dem Streik abfliegen können. Derzeit ist Tui dabei, ihre Kunden über die Flugplanänderungen zu informieren. Es wurde bereits ein Ersatzflugplan ausgearbeitet. Die Kunden können sich auch auf den Internetseiten von TUI Deutschland und TUIfly über ihre neuen
    Abflugzeiten informieren. Eine Kundenhotline hat Tui bereits eingerichtet, welche heute (08.08.11) bis 22 Uhr und morgen von 5:00 bis 14:00 Uhr erreichbar ist. Tui empfiehlt den Gästen sich auf Wartezeiten einzustellen. Zusätzliche Mitarbeiter sind eingeschaltet und kümmern sich vor Ort um die Fluggäste.

    Kunden-Hotline: 0511-567-8000

  • Wie schon bei den Zugstreiks des Metronom soll ab Dienstag für Lufthansa Flüge auch ein Plan im Internet zu finden sein, der darüber informiert, welche Flüge definitiv und zu welchen Zeiten fliegen und welche nicht. Dieser Notfallplan soll die Kunden bestmöglich über Ihre Flugsituation aufklären.

  • Sollten Sie aufgrund des Streiks zu spät zur Arbeit kommen, wird dies keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen für Sie haben. Einzige Bedingung ist die umgehende Informierung Ihres Arbeitgebers über die Verspätung. Allerdings muss für die Zeit der Abwesenheit kein Lohn gezahlt werden.