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Radio Hamburg

Großeinsatz geplant

Razzia gegen Steuerflüchtige

RHH - Expired Image

Das Land Nordrhein-Westfalen soll eine CD mit den Namen von Steuerflüchtigen erworben haben.

Steuerermittler planen einen Großeinsatz gegen deutsche Steuerflüchtlinge. Grundlage soll eine Daten-CD aus Luxemburg sein, die das Land Nordrhein-Westfalen gekauft hat.

Hamburg - Steuerermittler planen nach Medien-Berichten in den nächsten Wochen einen Großeinsatz gegen deutsche Steuerflüchtlinge. Grundlage soll eine Daten-CD aus Luxemburg sein, die das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) angekauft hat, berichteten "Spiegel Online" und "Financial Times Deutschland" (FTD). Auf dem Datenträger befänden sich Datensätze von 3.000 deutschen Kunden, die ihr Geld bei einer Tochter der britischen Großbank HSBC in Luxemburg angelegt hätten, schreibt "Spiegel Online". Laut FTD ist die Razzia für November geplant.

"Außerordentlich großer Datensatz"

Das nordrhein-westfälische Finanzministerium bestätigte am Abend der Nachrichtenagentur dpa, dass das Land Nordrhein-Westfalen "in Abstimmung mit dem Bund eine Steuer-CD mit Bezug zu Luxemburg erworben" hat. "Die Informationen sind den betroffenen Ländern zur weiteren Auswertung zur Verfügung gestellt worden", hieß es einer Stellungnahme. Weitere Angaben machte eine Sprecherin nicht.

Laut "Spiegel Online" wird die CD seit dem Ankauf von Wuppertaler Steuerfahndern und der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bochum ausgewertet. Der Bochumer Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel sagte auf Anfrage: "Wir kommentieren das im Moment nicht." Laut "Spiegel Online" sollen Staatsanwaltschaften im gesamten Bundesgebiet beteiligt sein. Die Daten-CD soll das Land NRW zum Preis von rund vier Millionen Euro angekauft haben. Die "FTD" nannte als Preis drei Millionen Euro.

Der Datensatz sei außerordentlich groß, das Material erstklassig, zitiert die "FTD" aus Behördenkreisen. Dadurch, dass die Ermittlungen im Gang seien, hätten die Steuersünder auch keine Chance mehr, der Strafe durch eine Selbstanzeige zu entgehen, berichtete die Zeitung weiter.