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Radio Hamburg

Spanische Fluggesellschaft

Spanair ist pleite

Die spanische Fluggesellschaft Spanair ist pleite und stellt den Betrieb ein, wodurch knapp 23 000 Passagiere zum Teil auf den Flughäfen festsitzen. 

Barcelona - Die Fluggesellschaft Spanair ist pleite. Sie hat ihren Betrieb eingestellt und sagte alle Flüge ab. Allein am Samstag (28.01.2012) und Sonntag (29.01.2012) wurden 384 Verbindungen gestrichen. Knapp 23 000 Passagiere waren betroffen. Davon konnten nach Angaben der Flughafenbehörde AENA mehr als 8000 auf Flüge von Iberia, Vueling, Air Europa und Lufthansa umgebucht werden. Rund 100 Spanair-Fluggäste kehrten mit einer Sondermaschine aus dem westafrikanischen Kleinstaat Gambia nach Spanien zurück.

Die spanische Fluggesellschaft Spanair

Spanair ist nach Iberia, Vueling und Air Europa die viertgrößte spanische Fluggesellschaft. Sie ist Mitglied des internationalen Zusammenschlusses Star Alliance, zu dem auch die Lufthansa gehört. Spanair beschäftigt direkt und indirekt rund 4000 Mitarbeiter. Für das Unternehmen sollte nach Medienberichten ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden. Beobachter gingen jedoch übereinstimmend davon aus, dass die Linie kaum zu retten sei. Die Zukunft der Beschäftigten war völlig unklar. Mitarbeiter erklärten, sie wüssten nicht einmal, ob sie ihre Januar-Gehälter noch ausgezahlt bekämen.

Das spanische Verkehrsministerium leitete ein Verfahren gegen das Unternehmen ein. Spanair droht eine Strafe von bis zu neun Millionen Euro und ein Entzug der Lizenz, teilte Verkehrsministerin Ana Pastor mit. Die Gesellschaft habe mit der vorher nicht angekündigten Einstellung des Betriebs gegen gesetzliche Verpflichtungen verstoßen und die Rechte der Passagiere missachtet.

Über 200 Millionen Euro für das Unternehmen

Die Regionalregierung und die Stadt Barcelona steckten nach Angaben der Zeitung "La Vanguardia" seit 2009 über 120 Millionen Euro in das Unternehmen. Die Eigner hatten gehofft, dass Qatar Airways bei Spanair einsteigen und 49 Prozent des Kapitals übernehmen würde. Die Verhandlungen scheiterten jedoch. Qatar Airways hatte eine Garantie verlangt, dass die Europäische Union von Spanair nicht die Rückzahlung der Subventionen verlange. Eine Zusicherung war nach Medienberichten nicht zu erhalten. Nach dem Scheitern der Verhandlungen gab der katalanische Ministerpräsident Artur Mas bekannt, dass Barcelona im Rahmen seiner Sparpolitik die Zahlungen an Spanair einstelle.

Folgen für Hamburg

Mit der Pleite der spanischen Fluggesellschaft Spanair verliert Hamburg wohl auch einige Flugverbindungen nach Spanien. Spanair hat im Winterflugplan Hamburg 3 mal wöchentlich mit Barcelona verbunden.(dpa)