Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Verdi droht mit Warnstreiks

Tarifverhandlungen 2012 haben begonnen

Streik, Verdi

Die Gewerkschaft Verdi ist der Meinung, es sei jetzt an der Zeit für eine deutliche Reallohnerhöhung.

Für Millionen Krankenschwestern, Müllwerker, Behördenmitarbeiter haben Tarifverhandlungen begonnen. Die Vorstellungen von Arbeitgebern und Gewerkschaften klaffen weit auseinander. Es drohen Warnstreiks.

Potsdam, 01.03.12

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen haben am Donnerstag mit harten Fronten begonnen. Zum Auftakt der Gespräche in Potsdam bekräftigten die Gewerkschaften ihre Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro. Die Arbeitgeber halten das für viel zu viel. Es war zunächst unklar, ob Bund und Kommunen am Donnerstag ein Angebot vorlegen wollten.

Warnstreiks angedroht

Verhandelt wird für rund zwei Millionen Beschäftigte - zum Beispiel für Erzieher, Krankenschwestern und Mitarbeiter von Behörden. Die Gewerkschaft Verdi hat bereits mit Warnstreiks gedroht. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, es sei jetzt an der Zeit für eine deutliche Reallohnerhöhung. «Was wir brauchen, ist ein Ehrensold für Müllwerker, für Krankenschwestern, für Berufsfeuerwehrleute. Die haben das verdient», sagte er mit Verweis auf den Ehrensold für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff.

Verhandlungsfähiges Angebot

Bsirske forderte die Arbeitgeber auf, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. «Wir wollen hier keine rhetorischen Schleifen drehen.» Auch der Verhandlungsführer der Tarifunion des Beamtenbundes dbb, Frank Stöhr, sagte: «Wir spielen nicht auf Zeit. Wir wollen zügig verhandeln.» Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) entgegnete, ob es ein Angebot gebe, hänge vom Verlauf der ersten Gespräche ab. «Wenn es bei den jetzigen Forderungen (der Gewerkschaften) bleibt, wird es sehr schwierig.»

Drohung: Leistungen für Bürger werden zurückgeschraubt

Der Verhandlungsführer der kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle, verwies auf die Rekordverschuldung der Kommunen von 128,7 Milliarden Euro. Er drohte, Leistungen für die Bürger weiter zurückzuschrauben, wenn der Tarifabschluss zu hoch ausfalle. Böhle rechnet mit Warnstreiks. «Wir würden sie gerne vermeiden, aber wir sind ja nicht die, die streiken», sagte er mit Blick auf Verdi.

Sechs Milliarden Euro pro Jahr

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sagte, weil Verdi einen Mindestbetrag von 200 Euro fordere, gehe es insgesamt sogar um acht Prozent. «Das würde die Kommunen und ihre Betriebe sechs Milliarden Euro pro Jahr kosten. Das können wir uns schlicht nicht leisten», sagte er der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstag). «Kindergartenbeiträge, Eintritt in Museen oder Leihgebühr in Bibliotheken - alles müsste steigen», sagte Landsberg. Allein über Gebührenerhöhungen lasse sich dann aber der Finanzbedarf nicht decken. «Der Druck, Personal abzubauen, würde zunehmen.»

Tarifergebnis auf Beamten, Soldaten und Richter des Bundes übertragen

 Bei der vergangenen Tarifrunde 2010 hatte es erst nach Warnstreiks und einem Schlichterspruch einen Kompromiss gegeben. Neben der Chemie- und der Metallindustrie gilt der öffentliche Dienst als Schwergewicht der diesjährigen Tarifrunde. Verhandelt wird für Angestellte von Bund und Kommunen. Die Gewerkschaften fordern aber, das Tarifergebnis dann auch auf die Beamten, Soldaten und Richter des Bundes zu übertragen.

(dpa)