Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Arbeitslosenzahlen

Gegen den Trend: Weniger Arbeitslose in Hamburg

Hamburg/Nürnberg, 29.08.2013
Bundesagentur für Arbeit, Zentrale, Arbeitsamt

Die Sommerflaute macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Im August ist die Zahl der Menschen ohne Job in Deutschland gestiegen.

Der Hamburger Arbeitsmarkt kommt aus seinem Sommertief im Juli nur langsam heraus. Im August waren rund 1200 Menschen weniger ohne Arbeit.

Das Ende der Ferienzeit hat auf dem Hamburger Arbeitsmarkt zu einer leichten Erholung geführt. Im August waren knapp 72.200 Hamburger arbeitslos, das sind rund 1200 oder 1,6 Prozent weniger als im Monat zuvor, teilte die Agentur für Arbeit am Donnerstag in der Hansestadt mit. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres stieg die Zahl der Arbeitslosen um mehr als 1400 oder 2,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im August bei 7,4 Prozent, nach 7,6 Prozent im Juli. "Insgesamt wirken sich das Ende der Ferien- und Urlaubszeit und die mäßige Nachfrage nach Arbeitskräften positiv auf den Arbeitsmarkt im August aus", sagte Michaela Bagger, operative Geschäftsführerin bei der Agentur für Arbeit.

Hamburger Arbeitsmarkt verliert an Dynamik

Insgesamt hat der Hamburger Arbeitsmarkt in diesem Jahr etwas an Dynamik verloren. Der Agentur wurden in den ersten acht Monaten 30.100 Stellen zur Besetzung gemeldet, das sind 5100 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Wir bleiben also erkennbar unter dem Vorjahresniveau", sagte Bagger. Gegenwärtig suchten die Industrie, das Gesundheitswesen sowie die Gastronomie und Hotellerie verstärkt nach Fachkräften. Im Jahresvergleich immer noch positiv verläuft die Entwicklung der Beschäftigung. Im Juni zählte die Arbeitsagentur 869.700 Erwerbstätige in Hamburg, das sind gut 15.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Es ist aber gleichzeitig auch der niedrigste Monatswert in diesem Jahr. Das Wachstum aus den ersten fünf Monaten setzte sich nicht fort. Für zusätzliche Beschäftigung in Hamburg sorgten Unternehmen der Gesundheitswirtschaft, der wirtschaftlichen Dienstleistungen, des Gastgewerbes und der Kommunikation und Information. Dagegen reduzierten die Branchen Handel, Baugewerbe, Banken und Versicherungen und die Zeitarbeit ihr Personal.

Mehr Arbeitslose in ganz Deutschland

Die Zahl der Arbeitslosen in ganz Deutschland ist im August dagegen etwas stärker gestiegen, als von Experten erwartet. Die Zahl nahm im Vergleich zum Vormonat um 32.000 auf 2,946 Millionen zu - das sind zugleich 41.000 mehr als vor einem Jahr. "Insgesamt entwickelt sich der deutsche Arbeitsmarkt stabil", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, am Donnerstag in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote bleibt im Vergleich zum Juli unverändert bei 6,8 Prozent. Auch im Vorjahreszeitraum hatte sie bei diesem Wert gelegen.

Die leichte Konjunkturbelebung im Frühsommer reicht nach Einschätzung Weises nicht für einen Jobaufschwung aus. "Wir sehen, dass die wirtschaftliche Lage den Arbeitsmarkt unterstützt, aber nicht in dem Maße, wie wir das erwartet haben", sagte er. Dennoch rechnet er weiterhin mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit im Jahr 2013 von unter drei Millionen. "Trotzdem hatten wir eine noch bessere Entwicklung erwartet." Die wirtschaftliche Entwicklung im zweiten Halbjahr 2013 werde zwar besser - "besser heißt aber nicht dynamisch", sagte der BA-Chef.

Im August waren 445.000 offene Arbeitsstellen bei der Bundesagentur gemeldet, das waren 49.000 weniger als vor einem Jahr. Besonders gesucht sind nach BA-Angaben derzeit Fachleute in den Bereichen Mechatronik, Energie und Elektro, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Verkauf, Logistik und Gesundheit. Von Oktober 2012 bis August 2013 wurden der Ausbildungsvermittlung insgesamt 485.000 Berufsausbildungsstellen gemeldet, das sind 12.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der bislang abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegt nach aktuellen Daten der Kammern unter dem Vorjahresniveau. Damit könnte die Ausbildungsmarktbilanz im September etwas schwächer ausfallen als im vergangenen Jahr, fürchten die BA-Experten. (dpa/apr)

comments powered by Disqus