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Radio Hamburg

Unbefristeter Streik

Eon streikt ab Montag

Hannover/Düsseldorf , 01.02.2013
AKW Brokdorf

Beim Energieunternehmen Eon steht der erste unbefristete Streik ins Haus.

Mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter des Energieriesen Eon haben sich in einer Urabstimmung für eine Arbeitsniederlegung ausgesprochen.

Erstmals steht ein unbefristeter Streik in der privaten Energiewirtschaft vor der Tür. Beim Energieriesen Eon sprachen sich 91,4 Prozent der befragten Mitarbeiter in einer Urabstimmung für den Ausstand aus, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die IG BCE am Freitag in Hannover mitteilten. Der Streik solle am Montag aufgenommen werden, Verbraucher sollen allerdings nicht darunter leiden. "Wir hatten eine sehr hohe Wahlbeteiligung", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott. Eon reagierte umgehend mit der Forderung nach neuen Verhandlungen auf das Ergebnis der Urabstimmung.

"Wir müssen jetzt dringend weiter miteinander sprechen und eine Lösung finden, die einen Streik vermeidet", sagte Eon-Personalvorstand Regine Stachelhaus laut Mitteilung. "Wir hoffen sehr, dass wir noch vor Beginn eines möglichen Streiks an den Verhandlungstisch zurückkehren und eine für beide Seiten tragbare Lösung erreichen können." Eon habe immer wieder deutliche Kompromiss- und Bewegungsbereitschaft erklärt.

Netzstabilität bleibt gesichert

"Wir wollen sensibel damit umgehen und das Unternehmen treffen, nicht die Bevölkerung", betonte Ott. Die Streikstrategie sehe vor, dass die Netzstabilität gesichert bleibt. Niemand müsse befürchten, im Kalten sitzen zu müssen. Gestreikt werden soll nach Gewerkschaftsangaben sowohl bei der Energieerzeugung als auch im Service- und Abrechnungsbereich. "Wir sind auf Arbeitskampfmaßnahmen eingestellt, die wirksam sind", betonte Ott. Die Gewerkschaften seien weiter zu Gesprächen bereit, nach Streikbeginn sehe die Sache allerdings anders aus.

Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Geld

Die Verhandlungen für die bundesweit rund 30.000 Eon-Beschäftigten waren Mitte Januar abgebrochen worden, nachdem es auch in der dritten Verhandlungsrunde keine Annäherung gegeben hatte. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Geld, der Konzern hatte zuletzt 1,7 Prozent geboten. Verdi und IG BCE verlangen auch eine Übernahme von Lehrlingen und Tarifbindung ausgelagerter Sparten. Die Urabstimmung war am Montag eingeleitet worden.

(dpa/lhö)

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