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Radio Hamburg

Auf 0,25 Prozent

EZB senkt Leitzins auf Rekordtief

Frankfurt/Main, 07.11.2013
RHH - Expired Image

Die EZB hat am Donnerstag (7.11.) überraschend den Leitzins auf 0,25 Prozent gesenkt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verschärft ihren Krisenkurs. Sie senkte den Leitzins am Donnerstag (7.11.) auf 0,25 Prozent.

Die Notenbank reagierte am Donnerstag auf die zuletzt extrem niedrige Inflation im Euroraum und senkte ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent. Das teilte die EZB in Frankfurt mit.

Niedrige Nachfrage - Niedrige Inflationsrate

Damit folgen die europäischen Währungshüter der lockeren Geldpolitik der amerikanischen Notenbank. Die Entscheidung zeigt, dass die wirtschaftlichen und geldpolitischen Schwierigkeiten im Euroraum noch lange nicht ausgestanden sind. Ausschlaggebend für die jüngste EZB-Entscheidung waren mehrere Faktoren. Unter anderem ist die Inflationsrate im Euroraum auf 0,7 Prozent gesunken - die niedrigste Inflationsrate seit vier Jahren. Die geringe Teuerungsrate ist ein deutliches Zeichen für eine niedrige Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen. Das hatte Forderungen nach noch billigerem Zentralbankgeld und einem Leitzins noch unter dem bisherigen Rekordtief von 0,5 Prozent neue Nahrung gegeben. Das billige Geld soll helfen, eine deflationäre Abwärtsspirale aus fallenden Verbraucherpreisen und schwachem Wirtschaftswachstum zu verhindern.

EZB-Präsident Draghi befürchtet keine Deflation

Europas Währungshüter fürchten derzeit keine sinkenden Preise auf breiter Front. "Wenn wir Deflation verstehen als einen weit verbreiteten Verfall von Preisen in vielen Warengruppen und in mehreren Ländern - das sehen wir nicht", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, am Donnerstag in Frankfurt. Die Notenbank stellt sich jedoch auf eine "längere Phase niedriger Inflationsraten" ein. Details dazu will sie bei der Vorlage ihrer neuen Prognosen im Dezember nennen.

Anleger investieren in Aktien und Staatsanleihen

Die Anleger an den Märkten reagieren wie in den letzten Monaten auch: In Ermangelung an Alternativen investieren sie in Aktien und Staatsanleihen. Auch wenn sich einige Investoren zwischenzeitlich immer wieder an italienische und spanische Papiere getraut haben, so bleiben deutsche Staatsanleihen weiterhin der sichere Hafen. Die hohe Nachfrage sorgt dafür, dass die Renditen sinken. Zuletzt notierten zehnjährige Bundesanleihen bei rund 1,7 Prozent.

Kritik vom Bundesverband deutscher Banken

Der Bundesverband deutscher Banken hat die unerwartete Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) kritisiert. "Angesichts des schon seit Längerem sehr niedrigen Zinsniveaus werden die konjunkturellen Effekte [...] allenfalls sehr gering ausfallen", teilte Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer am Donnerstag mit. Er erwartet durch den Zinsschritt keine nennenswerte Belebung der Kreditvergabe in Peripherieländern wie Spanien und Griechenland. Mittel- bis längerfristig würden die Risiken der Niedrigzinspolitik weiter zunehmen, kritisierte Kemmer. "Insbesondere die Gefahr von falschen Risikoeinschätzungen, verzerrten Investitionsentscheidungen und Vermögenspreisblasen." Die Angst vor einer Abwärtsspirale aus sinkenden Verbraucherpreisen und schwachem Wirtschaftswachstum hält der Bankenverband für übertrieben - ernsthafte Deflationsrisiken seien nicht auszumachen.

Versicherungen: Senkung zu Lasten der Altersvorsorge-Sparer

Die überraschende EZB-Leitzinssenkung geht aus Sicht der Versicherungen zu Lasten der Altersvorsorge-Sparer. Für diese sei der Zinsschritt der Europäischen Zentralbank vom Donnerstag ein fatales Signal, kritisierte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. "Eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes ist mehr als überfällig." Sie habe schon zuvor keine positiven Wirtschaftsimpulse gebracht. "Auf dem Weg zu mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit kommt Europa nicht um strukturelle Reformen herum."

(dpa/mgä)

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