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Radio Hamburg

EU-Fischfangquoten

Mehr Scholle, weniger Seelachs und Hering

Brüssel, 17.12.2014
Fischerei, Fischer, Fischen, Fischfang

Aufgrund der Sorge der Überfischung, sieht die EU eine schonende Bewirtschaftung der Fischbestände vor. 

Am Dienstag (16.12.) hat sich die EU auf die Menge an Fisch, die 2015 aus der Nordsee und dem Nordostatlantik gefischt werden darf, geeinigt.

Zwei Tage lang hatten die Staaten in Brüssel verhandelt, bis die Quoten am Dienstagabend (17.12.) schließlich beschlossen waren. Die deutschen Fischer dürfen damit laut EU-Diplomaten im kommenden Jahr weniger Seelachs aus dem Meer holen. Zudem gebe es leichte Kürzungen beim Hering. Dafür dürfe aber 2015 mehr Scholle gefischt werden. EU-Fischereikommissar Karmenu Vella lobte das Gesamtergebnis. Eine schonende Bewirtschaftung der Fischbestände sei mittlerweile "breit akzeptiert" in der Europäischen Union. Dies helfe auch den Fischern, weil sie ihre Erträge steigern könnten.

Umweltschützer unzufrieden

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht das anders. "Es ist inakzeptabel, dass viele der vereinbarten Fischquoten kein Ende der Überfischung erzielen", erklärten die Aktivisten. Die EU halte sich nicht an die Vorgaben der jüngst beschlossenen europäischen Fischereireform, die einen schonenderen Fischfang vorsehen. Die Umweltschützer sind mit der Einigung mehr als unzufrieden.

Mehr Hering aus der Ostsee

Bei den Verhandlungen, verständigten sich die EU-Staaten auch auf die Fangmengen für das Schwarze Meer. Diese sind für Rumänien und Bulgarien von Interesse. Auf die Fangmengen für die Ostsee haben sich die EU-Staaten bereits im Oktober geeinigt. Die deutschen Fischer können dort 2015 deutlich mehr Hering fangen als im laufenden Jahr. Die vereinbarten Mengen könnten sich allerdings noch geringfügig ändern. Die EU bewirtschaftet manche Fischbestände gemeinsam mit Nicht-EU Staaten und stimmt sich mit ihnen ab. Diese Verhandlungen sind noch nicht ganz abgeschlossen.

(dpa/ jmü)

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