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Radio Hamburg

Bitcoin-Börse

Mt. Gox meldet Insolvenz an

Tokio , 01.03.2014
Bitcoins

Mt. Gox hat nach der Offline-Schaltung Insolvenz beantragt. (Symbolbild)

Der Zusammenbruch der größten Bitcoin-Börse Mt. Gox hat einen Schatten auf die Digital-Währung geworfen. Die Bundesbank sieht ein großes Vertrauensproblem.

Nach dem Insolvenzantrag der einst größten Bitcoin-Handelsplattform Mt.Gox sieht sich die Bundesbank in ihren Warnungen vor den Risiken der Digital-Währung bestätigt. "Die aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit Mt.Gox haben das Vertrauen in Bitcoin geschwächt", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. "Vertrauen ist aber, neben den rechtlichen Rahmenbedingungen, zusammen mit Stabilität und Sicherheit einer der wichtigsten Bausteine einer Währung."

Mt.Gox seit 25. Februar offline

Mit dem Insolvenzantrag von Mt.Gox hatte sich die Krise der Digital-Währung verschärft. Mt.Gox habe Schulden von rund 6,5 Milliarden Yen (46,6 Mio Euro), hieß es laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag auf einer Pressekonferenz in Tokio. Mt.Gox-Chef Mark Karpeles räumte demnach auch ein, dass Anfang Februar bei einem Online-Angriff von Unbekannten möglicherweise Bitcoins entwendet worden seien. Laut Online-Berichten könnten so gut wie alle dort eingelagerten Bitcoins verschwunden sein. Die Bitcoin-Börse hatte am Dienstag den Betrieb eingestellt. Anleger kommen nicht mehr an ihre dort gespeicherten Einlagen. Bundesbank-Vorstand Thiele zufolge ist nicht auszuschließen, "dass es für viele, die auf den Kauf von Bitcoins als Spekulationsobjekt gesetzt haben und diese bei Mt.Gox eingelagert haben, zum Verlust der Geldanlage kommt". Die Bundesbank habe immer wieder betont, dass mit dieser Währung extreme Anlegerrisiken verbunden seien. "Dass Bitcoins ein hochspekulatives Finanzinstrument sind, wird durch die Insolvenz von Mt.Gox leider eindrücklich unter Beweis gestellt." Der Zentralbank-Vorstand betonte, Deutschland habe Bitcoins nicht als Währung anerkannt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht habe sie lediglich als Recheneinheit beziehungsweise Finanzinstrument qualifiziert.

Bitcoins gibt es seit 2009

Trotz des großen Interesses an ihnen seien sie auf den Finanzmärkten und als Währungsalternative ein Nischenphänomen. In Japan wurden bereits Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Mt.Gox eingeleitet. Laut "Wall Street Journal" untersuchen auch US-Behörden den Fall. US-Bundesanwälte in New York sollen Dokumente von der Firma angefordert haben. Die auch als "Hacker-Währung" bezeichneten Bitcoins gibt es seit 2009. Sie werden in komplizierten Rechenprozessen auf den Computern der Nutzer erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden.

(dpa/fbu)

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