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Radio Hamburg

Flüchtlingsunterkunft Schnackenburgallee

Dramatischer Bericht einer Syrerin

Hamburg, 19.10.2015
Flüchtlingserstaufnahme Bahrenfeld

In den Zelten der Erstaufnahme für Flüchtlinge in Bahrenfeld liegen die Nerven bei den Flüchtlingen blank. 

Eine 20-jährige Syrerin erzählt unserm Reporter von ihrem Leben in der Bahrenfelder Notunterkunft in der Schnackenburgallee. 

"Wir sitzen auf einem Pulverfass!" - mit diesen Worten haben Mitarbeiter von "Fördern und Wohnen" in einer E-Mail an die Geschäftsführung auf die Zustände in der Flüchtlingsunterkunft an der Schnackenburgallee in aufmerksam gemacht. Es geht um Bedrohungen und die Angst vor Ausschreitungen. Der Grund: Bei vielen der 2.900 Bewohner liegen die Nerven wegen kalter und feuchter Zelte und schlechter hygienischer Zustände blank.

Kein Strom, keine Heizung

Das hat uns auch eine etwa 20 Jahre alte Syrerin erzählt. Sie ist vor dem Krieg in ihrer Heimat geflüchtet und lebt seit rund drei Monaten in der Bahrenfelder Notunterkunft, zusammen mit zehn anderen Menschen in einem Zelt, ohne Heizung, ohne Strom und ist mit den Nerven am Ende und sagt: "Wir sind hierher gekommen, weil unser Leben in Gefahr war, aber jetzt sitzen wir in der Kälte und im Regen. Nicht mal in Syrien habe ich in einem Zelt gelegt, aber hier in Deutschland in Mittel-Europa lebe ich in einem Zelt. Warum?"  In ihrem Zelt leben auch schwer kranke Kinder, die 40 Grad Fieber haben.

Weiter erklärt sie unserem Reporter Daniel Wüstenberg:

"Es ist sehr kalt, ich habe gesundheitliche Probleme. der Arzt hat gesagt, ich soll andere Menschen meiden, aber wo soll ich hingehen. So viele Menschen benutzen hier die Toiletten."

Dazu kommen offenbar inzwischen auch Verteilungskämpfe unter den Bewohnern. Die Syrerin berichtet:

"Ich wollte meine Kleidung in dem Wasch-Container waschen. Dort haben mir Leute aus Albanien und Serbien gesagt: Verschwinde, du lebst im Zelt! Wo soll ich denn meine Kleidung sonst waschen?"

Enttäuscht von der deutschen Politik

Weiter führt die 20-Jährige aus:

"Es gibt hier Technologie, es gibt Wissen - Eure Regierung schläft, während die Menschen frieren. Wo sind die Menschenrechte?"

Inzwischen sollen laut Innenbehörde zwar alle Zelte beheizt sein, dass das für den Winter reicht, ist aber nicht sicher.

(dw/aba)

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