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Radio Hamburg

Flüchtlinge in Hamburg

Wieso fliehen sie nicht in die Nachbarländer?

Hamburg, 10.09.2015
Flüchtlinge, Flüchtlingsheim

Die Kapazitäten der Nachbarländer Syriens sind ausgeschöpft, weshalb die Flüchtlinge in Deutschland Schutz suchen. 

Viele Menschen haben Angst vor der Zuwanderung. Doch wovor genau haben sie Angst? Eine Ursache ist ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Veränderungen. 

Viele Hamburger haben Flüchtlinge bereits unterstützt und wollen, dass Deutschland noch weitere Flüchtlinge aufnimmt. Nach dem Ergebnis unserer repräsentativen Trend Research-Umfrage fühlen sich jedoch 46 Prozent der Befragten durch Zuwanderung bedroht.

Wovor habt Ihr Angst?

Doch wovor genau haben die Befragten Angst? "Viele Menschen in Deutschland haben Angst vor dem Wirtschaftlichen Abstieg und nicht allen behagen die Veränderungen einer Gesellschaft, in der wir es bisher ungemeinen Flexibilisierung von Lebensstilen zu tun haben, in Bezug auf Religion, Familiäre Zusammenhänge und auch der feste Beruf ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Dennoch sei es bemerkenswert, wie unterschiedlich auf Veränderungen reagiert wird. Zum einen gibt es diejenigen, die die Flüchtlingsunterkunft attackieren und auf der anderen Seite stehen die Menschen mit Kuchen und Bändern mit der Aufschrift '#refugeeswelcome'", meint Sina Arnold, Migrationsforscherin an der Berliner Humboldt-Universität.

Hat diese Angst also mit einem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber Veränderungen zu tun?  "Das ist sicherlich einer der Faktoren, gerade in ländlichen Regionen, wo es weiterhin - anders als im urbanen Raum - festere Strukturen von Zugehörigkeit und von Identitäten. Dass da eine Veränderung auch erst einmal eine Bedrohung darstellt, ist klar."

Könnten die Flüchtlinge nicht auch einfach in ein Nachbarland?

Mehrere Tausend Menschen aus Syrien und aus dem Irak sind momentan auf der Flucht - auf der Flucht vor Gemetzel und erbarmungslosen Morden ihrer eigenen Landsleute. Die meisten versuchen, sich bis nach Westeuropa durchzuschlagen, doch theoretisch wäre es auch denkbar, dass sie in Nachbarländern wie Saudi-Arabien, der Türkei oder Ägypten Schutz suchen und unterkommen. Doch warum nehmen arabische Golfstaaten kaum Flüchtlinge auf? Die Türkei hat bereits mehr als eine Million Syrer und hunderttausende Iraker aufgenommen. Zudem werden dort noch Afghanen und Iraner untergebracht und versorgt, die sich ebenfalls auf das Gebiet flüchteten. 
In reichen den Golfstaaten sieht das anders aus, hier sind Fremde unerwünscht. Wieso? Die Golf-Araber fürchten, dass Araber aus anderen Staaten sie destabilisieren könnten. Dies rührt vom Trauma der irakischen Invasion Kuwaits 1990 her. Damals halfen viele der Palästinenser, die in Kuwait lebten, den Invasoren und bereicherten sich an den eroberten Kuwaitern.

Kommen die Nachbarstaaten überhaupt in Frage?

Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge ist in den vergangen Jahren in eines der Nachbarländer geflohen. Im Libanon leben rund 1,8 Millionen Syrer, jeder vierte von ihnen ist ein Flüchtling. Nach Jordanien flüchteten bereits eine Million Syrer. Länder wie diese haben die Flüchtlinge offen empfangen, doch ihre Kapazitäten sind erschöpft, weshalb sich die Flüchtlinge nun nach anderen Ländern umgucken.

Ist denn mit einem Ende der Flüchtlingswelle zu rechnen?

Nein, nicht in naher Zukunft. Es werde eher mit einem Zuwachs gerechnet, vor allem in Europa. Grund hierfür sind die weiterhin bestehenden Ursachen der Flucht: Krieg, Armut, Chaos, Hoffnungslosigkeiten, Staaten, die zusammenbrechen oder immer schlechter funktionieren. Außerdem werde der Weltklimawandel in Ländern wie der Türkei immer deutlich spürbarer: es wird heißer und trockener, gleichzeitig gibt es immer weniger staatliche Hilfe. Spätestens, wenn die Brunnen kein Wasser mehr tragen, kann es sein, dass sich sogar ganze Dörfer auf den Weg in ein Land machen, dass noch über ausreichend Wasser verfügt.

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Die einen engagieren sich und helfen, wo sie können. Die anderen fühlen sich bedroht und sind skeptisch. Hier die ...

(pgo/ck/dw/iw)