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Radio Hamburg

Im Schnellverfahren

Hamburg baut 5.600 Flüchtlingsunterkünfte

Hamburg, 03.10.2015
Flüchtlinge Unterkunft Bergedorf

Im Schnellverfahren sollen in Hamburg mehr als 5.000 Sozialwohnungen gebaut werden.

Angesichts der stetig steigenden Flüchtlingszahlen drückt Hamburg beim Wohnungsbau aufs Tempo. Bis Weihnachten 2016 sollen 5.600 Wohnungen entstehen.

Hamburg will angesichts der vielen Flüchtlinge im Schnellverfahren Tausende Unterkünfte bauen, die später auch als Sozialwohnungen vermietet werden können. Die Häuser im Standard des sozialen Wohnungsbaus sollen Weihnachten 2016 fertig sein, bestätigte der Sprecher der Stadtentwicklungsbehörde Magnus-Sebastian Kutz am Freitag (02.10) Medienberichte. Hamburgs Bezirke seien bereits gebeten worden, Flächen mit je acht Hektar ausfindig zu machen. Auf ihnen sollen dann jeweils rund 800 Wohnungen entstehen - macht 5600 für ganz Hamburg. Der Hörfunksender NDR 90,3 hatte zuvor darüber berichtet.

Profitieren sollen alle

Möglich werde der rasche Wohnungsbau durch die im vergangenen Jahr erfolgte Änderung des Baugesetzbuchs, wonach Flüchtlingsunterkünfte beispielsweise auch im Außenbereich gebaut werden dürfen. "Sie können dann auch wirklich nur als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden", betonte Kutz. Auf lange Sicht sollen die Gebäude dann jedoch in Sozialwohnungen umgewidmet werden. Nutznießer könnten dann ebenso Flüchtlinge mit einem langfristigen Bleiberecht wie auch alle anderen Menschen sein, die über entsprechende Berechtigungen verfügen.

Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen

Der Behördensprecher sagte, durch die maximale Größe von 800 Wohnungen werde nicht der Fehler aus den 1970er Jahren wiederholt, als Großsiedlungen gebaut wurden, in denen es heute teilweise erhebliche soziale Probleme gibt. Finanziert werden sollen die Häuser über Investoren, die die Wohnungen dann an den städtischen Betreiber "Fördern & Wohnen" für 15 Jahre vermieten. Die entsprechende Drucksache "Flüchtlingsunterkünfte mit der Perspektive Wohnen" soll voraussichtlich am Dienstag (06.10) im Senat beschlossen werden.

"Fördern und Wohnen" kritisiert Senat

Leitungskräfte des städtischen Heimbetreibers "Fördern und Wohnen" haben unterdessen vom Senat deutlich mehr Anstrengungen bei der Flüchtlings- und Obdachlosenhilfe verlangt. "Zu befristende Notmaßnahmen müssen begleitet werden unter anderem durch den sofortigen Bau von 10.000 zusätzlichen öffentlich geförderten Wohnungen, die in zwei Jahren fertig sein und Flüchtlings- und Wohnungslosenfamilien zur Verfügung stehen müssen", heißt es in einer am Freitag (02.10) veröffentlichten Erklärung von zehn Führungskräften an die Öffentlichkeit.

Zudem müssten leerstehende Wohnungen der städtischen Wohnungsgesellschaft Saga/GWG umgehend zur Verfügung gestellt werden. "Der soziale Frieden in unserer Stadt verlangt auch, dass die auf preiswerten Wohnraum angewiesene Hamburger Bevölkerung nicht mit Flüchtlingen und Wohnungslosen in eine Konkurrenz um bezahlbaren Wohnraum eintritt und Bedarfsgruppen nicht gegeneinander ausgespielt werden." Deswegen sei auch das reguläre öffentliche Wohnungsbauprogramm drastisch zu steigern.

Fehlendes Gesamtkonzept

Die Unterzeichner beklagen zudem das Fehlen eines Gesamtkonzepts und warnten: "Notmaßnahmen, die darin gipfeln, dass alle bisherigen Standards der öffentlichen Unterbringung über Bord geworfen werden, stören den sozialen Frieden in den Unterkünften und senken dramatisch die Akzeptanz dieser Einrichtungen und ihrer Nutzer." Eine Absenkung oder Missachtung von Mindeststandards könne in Nachbarschaften Fremdenfeindlichkeit befördern, "wenn in Ermangelung ausreichender Versorgung das Verhalten der Flüchtlinge gezwungenermaßen Folgen für die Quartiere hat".

(dpa/san)

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