Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

So versteht es auch jeder

Benimmregeln für Flüchtlinge

Hardheim/Hamburg, 08.10.2015
Flüchtlinge, Refugees welcome, Hauptbahnhof, Hamburg

Orientierungshilfen für Flüchtlinge sind sicher nützlich - doch auf den Ton kommt es an.

Die baden-württembergische Gemeinde Hardheim hat Leitlinien für Flüchtlinge aufgestellt. Über die Formulierung kann man jedoch streiten.

Hardheim: 4600 Einwohner, 1000 Asylbewerber! "Das Land hat auf ganzer Linie versagt", sagt Volker Rohm, Bürgermeister der baden-württembergischen Gemeinde Hardheim. Zurzeit beherbergt die Kleinstadt mit knapp 4600 Einwohnern bereits etwa 650 Asylbewerber, doch die Zahl soll bis Mitte der Woche auf insgesamt 1000 Menschen ansteigen. Damit sei die Belastungsgrenze für Hardheim erreicht, wenn nicht sogar überschritten, so Rohm. 

Jetzt hat das kleine Städtchen Benimmregeln/Leitlinien für Flüchtlinge aufgestellt, die in der Formulierung mit allen Ressentiments spielen, die man so landläufig gern über Flüchtlinge und im Allgemeinen Ausländer hört. Sie belästigen unsere Frauen, sind schmutzig, wissen sich nicht zu benehmen und stehlen, wo sie nur können.

Ein Leitfaden kann helfen

In einem stimme ich mit Hardheims Bürgermeister überein: ein Leitfaden ist nicht schlecht. Reise ich in ein fremdes Land und sei es nur für zwei Wochen Urlaub, lese ich mir auch den Touri-Guide durch. Auf welche Sitten und Bräuche muss ich achten, wo finde ich was, wie und wann darf ich Gotteshäuser betreten etc. Aber dann bitte in einer neutralen Formulierung und in der Sprache, die ich auch verstehe und ich möchte nichts in folgendem Ton lesen:

„Liebe fremde Frau, lieber fremder Mann!

Willkommen in Deutschland, willkommen in Hardheim.
Viele von Ihnen haben Schreckliches durchgemacht.
Krieg, Lebensgefahr, eine gefährliche Flucht durch die halbe Welt.

Das ist nun vorbei. Sie sind jetzt in Deutschland.

Deutschland ist ein friedliches Land.
Nun liegt es an Ihnen, dass sie nicht fremd bleiben in unserem Land, sondern ein Zusammenleben zwischen Flüchtlingen und Einwohnern erleichtert wird.

Eine Bitte zu Beginn: Lernen sie so schnell wie möglich die deutsche Sprache, damit wir uns verständigen können und auch sie ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringen können.

In Deutschland leben die Menschen mit vielen Freiheiten nebeneinander und miteinander:

Es gilt Religionsfreiheit für alle.

Frauen dürfen ein selbstbestimmtes Leben führen und haben dieselben Rechte wie die Männer. Man behandelt Frauen mit Respekt.

In Deutschland respektiert man das Eigentum der anderen.
Man betritt kein Privatgrundstück, keine Gärten, Scheunen und andere Gebäude und erntet auch kein Obst und Gemüse, das einem nicht gehört.

Deutschland ist ein sauberes Land und das soll es auch bleiben!
Den Müll oder Abfall entsorgt man in dafür vorgesehenen Mülltonnen oder Abfalleimer.
Wenn man unterwegs ist, nimmt man seinen Müll mit zum nächsten Mülleimer und wirft ihn nicht einfach weg.

In Deutschland bezahlt man erst die Ware im Supermarkt, bevor man sie öffnet.

In Deutschland wird Wasser zum Kochen, Waschen, Putzen verwendet.
Auch wird es hier für die Toilettenspülungen benutzt.
Es gibt bei uns öffentliche Toiletten, die für jeden zugänglich sind.
Wenn man solche Toiletten benutzt, ist es hier zu Lande üblich, diese sauber zu hinterlassen.

In Deutschland gilt ab 22.00 Uhr die Nachtruhe. Nach 22.00 Uhr verhält man sich dementsprechend ruhig, um seine Mitmenschen nicht zu stören.

Auch für Fahrradfahrer gibt es bei uns Regeln, um selbst sicher zu fahren, aber auch keine anderen zu gefährden. (Nicht auf Gehwegen fahren, nicht zu dritt ein Rad benutzen, kaputte Bremsen reparieren und nicht mit den Füßen bremsen).

Fußgänger benutzen bei uns die Fußwege oder gehen, wenn keiner vorhanden, hintereinander am Straßenrand, nicht auf der Straße und schon gar nicht nebeneinander.

Unsere Notdurft verrichten wir ausschließlich auf Toiletten, nicht in Gärten und Parks, auch nicht an Hecken und hinter Büschen.

Junge Mädchen fühlen sich durch Ansprache und Erbitte von Handy-Nr. und facebook- Kontakt belästigt und wollen auch niemanden heiraten..."

Und so weiter: Hier lest Ihr, wie's auf der Homepage von Hardheim weitergeht. Es kann sein, dass die Seite zeitweise nicht erreichbar ist.

Hier bekommen Flüchtlinge Hilfe

Viel besser macht das  http://www.refugeeguide.de/de/ : Hier wird geschrieben: "Diese Orientierungshilfe richtet sich an Besucher, Geflüchtete und zukünftige Bürger Deutschlands. Sie dient der Orientierung in der ersten Zeit des Aufenthaltes. Diese Orientierungshilfe richtet sich speziell an Geflüchtete, die noch nicht an staatlichen Integrations- und Deutschkursen teilnehmen können. Sie wurde v.a. von Studenten und Doktoranden mit verschiedensten (geographischen und kulturellen) Hintergründen erstellt. Das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) bietet keine solche Orientierungshilfe an."

comments powered by Disqus