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Radio Hamburg

#HamburgLiebe

Südlich der Elbe ist das Leben nicht dasselbe... oder?

Buxtehude, 20.07.2016
Dorf, Windmühlen, Buxtehude

Wer auf dem Dorf lebt, der braucht keinen Stadtpark.

Für echte Stadtkinder ist das Leben auf dem Dorf unvorstellbar, aber auch ein 2.500 Seelen Dorf hat es drauf - manchmal jedenfalls...

Als ich vor fast zwei Jahren in der Redaktion von Radio Hamburg angefangen habe und erzählt habe, wo ich herkomme, fing das Staunen an. Denn im Gegensatz zu den meisten meiner Kollegen wohne ich nicht in der Hansestadt. Naja, eigentlich schon, aber in einer anderen. Nämlich in der schönen Hansestadt Buxtehude. Genauer gesagt in Beckdorf, das liegt noch einmal 10 Kilometer hinter Buxtehude.

Oft bekomme ich die Frage gestellt, wann ich denn endlich mal umziehen und nach Hamburg kommen möchte. Meine Antwort können viele Hamburger meist nicht fassen: Gar nicht! Und das hat gute Gründe.

In der Ruhe liegt die Kraft

Wenn man auf dem Dorf wohnt, muss man keine drei Meter gehen und man befindet sich in der reinsten Natur. Abends im Sommer Inlineskates oder Fahrrad auf dem verlassenen Feldweg fahren und dabei nichts zu hören, als den Wind, der über die Felder weht, das ist einfach unbezahlbar. Besonders in der Kindheit hätte ich niemals darauf verzichten wollen, mit Freunden, die meistens alle im Umkreis von 100 Metern wohnten, mit dem Fahrrad die Wälder und Wiesen in der Nähe zu erkunden.

Die Sterne leuchten heller

Bei uns gibt es nachts lange nicht so viel Licht, wie in Hamburg. Deshalb kann man auch die Sterne viel besser sehen, was die lauen Sommerabende vielleicht noch ein kleines bisschen schöner macht.

Ich war noch nie im Stadtpark

Wenn ich mich in meiner Uni umhöre, scheint der Stadtpark im Sommer der Treffpunkt schlechthin zu sein. Entsetzen kommt wieder dann, wenn ich erzähle, dass ich dort noch nie war. Ich meine, warum auch? Ich wohne auf dem Dorf, da ist praktisch überall Park.

Manchmal kann man sogar feiern gehen

Ich gebe zu, wenn man feiern gehen möchte, ist Buxtehude vielleicht nicht die beste Anlaufstelle, denn wir haben genau zwei Clubs, zwischen denen wir wählen können - und die sind beide irgendwie nicht so der Hammer. Zwei bis drei Mal im Jahr gibt es diese typischen Dorf-Events, mit Holzdielen im Festzelt und den betrunkenen, alt eingesessenen Dorfherren am Tresen. Aber ein Gutes haben auch diese Events: Man sieht endlich mal die komplette Abschlussklasse wieder und auch sonst jeden, den man kennt. Abgesehen davon hat man dann mehr Zeit für entspannte Abende mit Freunden und muss sich nicht in irgendwelchen überfüllten Clubs für sein halbes Monatsgehalt einen Cocktail kaufen. Man hat ja sowieso keine Wahl.

Man kennt sich eben

Für viele wäre das wohl ein Grund, so schnell wie möglich in die Anonymität der Großstadt zu fliehen, aber eingefleischte Dorfkinder kennen es nicht anders. Aktuell gibt es in meinem Dorf 2.556 Einwohner, von denen ich bestimmt die Hälfte mit Namen kenne. Man grüßt sich, wenn man sich auf der Straße entgegen kommt, auf Dorffesten schnackt man über alles und jeden und tauscht den neuesten Klatsch und Tratsch aus.

Bei uns gibt es auch Elbufer

…und die sind lange nicht so überfüllt. Ist das Wetter mal wider erwartend schön, kommen auch an unseren Elbstränden ein paar Leute zusammen, dennoch ist das kein Vergleich zu Hamburg. Wenn man gegen Abend an die Elbe im Alten Land fährt, hat man sogar die Chance, so gut wie alleine dort zu sein.

Buxtehude ist ja fast Hamburg

Mittlerweile ist es wirklich kein Problem mehr, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Buxtehude nach Hamburg zu kommen. Mit der S3 ist man in etwa 35 Minuten am Hauptbahnhof, mit dem Metronom fährt man sogar noch etwas kürzer. Es gibt genügend Hamburger Stadtteile, von denen aus man nicht unbedingt schneller in die Innenstadt kommt. 

Und zu guter Letzt

Hamburg ist immer eine Reise wert. Als Dorfkind ist es etwas Besonderes für Unternehmungen nach Hamburg zu fahren, besonders als Kind war ein Tag in Hamburg immer etwas, auf das man sich gefreut hat. Jedes Mal, wenn ich mit der U3 an den Landungsbrücken vorbeifahre oder mit Freunden an der Alster entlang schlendere, bin ich begeistert, was für eine schöne Stadt Hamburg doch ist. Und dann freue ich mich noch ein bisschen mehr, dass ich das jeden Tag erleben darf, ohne gleichzeitig auf mein Dorfleben, meine Ruhe und meine Natur verzichten zu müssen.

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