Radio Hamburg

Internationale Gartenschau 2013

Die Entstehungsgeschichte

IGS 2013, Rosenboulevard

Haben Sie gewusst, dass die Bezeichnung Internationale Gartenschau extra für die Gartenschau in Hamburg 2013 geschaffen wurde?

Vom 26. April bis zum 13. Oktober 2013 findet die Internationale Gartenschau (= igs) in Hamburg statt. Weit über 2 Millionen schaulustige Hamburger und Touristen werden auf Europas größter bewohnter Flussinsel, im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, erwartet.  Auf einer Fläche von ca. 100 Hektar entstehen sieben attraktive Erlebniswelten. Die Fläche entspricht im Übrigen in etwa der Größe von 140 Fußballfeldern. Das alles klingt schön und gut, aber wieso gibt es eigentlich eine Internationale Gartenschau und wer entscheidet in welcher Stadt sie stattfindet? Wir haben für Sie alles Wichtige rund um die igs 2013 in Hamburg zusammengetragen.

Hamburg – Deutschlands Tor zur Welt

Als vor fast 150 Jahren in Hamburg die erste Gartenschau veranstaltet wurde, konnte niemand ahnen, dass sich aus der Internationalen Gartenbauausstellung (= IGA) in der Hansestadt eine Tradition entwickelt, die bis heute noch Bestand hat. Im Jahr 1869 fiel die Wahl bewusst auf Hamburg, als Deutschlands Tor zur Welt. Im Gegensatz zu heute gingt die erste IGA nur 10 Tage und löste im ganzen Land eine Welle an vielzähligen weiteren Garten- und Pflanzenaustellungen aus. Bei allen Gartenschauen stand zunächst mehr die Präsentation der Produkte im Vordergrund als ganze Stadtkonzepte.

Der Wandel

1897 fand zum zweiten Mal die Hamburger IGA statt und setzte vollkommen neue Maßstäbe in der Durchführung von Gartenschauen. Erstmals wurden nicht einfach nur Produkte ausgestellt, sondern das gesamte Gelände zu einem Gesamterlebnis kreiert, sodass die genutzte Fläche Teil der Gartenschau wird. Diese aufwendige Änderung erforderte eine längere Öffnungszeit über die Sommermonate hinweg. In diesem Zug wurden die Wallanlagen und das Millerntor zur öffentlichen Parkanlage umgestaltet und ein einheitliches landschaftliches Gesamtbild entsteht.

Stadtoase - Planten un Blomen

Die Grundidee einer Gartenschau ist die Schaffung innerstädtischer Grünzonen und Landschaftsparks. So entstanden in Hamburg nach und nach Parkanlagen in Altona, in Winterhude, in Harburg und der wohl bekannteste öffentliche Park: Planten un Blomen. Als Ergebnis der niederdeutschen Gartenschau von 1935, entsprang mitten in der Stadt ein Ort, an dem sich die Bevölkerung erholen kann.

Die Vision einer grünen Stadt

Mit der Zeit stellte sich die Bedeutsamkeit von Gartenschauen als Motoren der grünen Stadtentwicklung heraus. Je mehr das Wissen um Klimawandel, Feinstaubbelastung und vielen weiteren Problemen wächst, mit denen eine Stadt zu kämpfen hat, steigt die Wertschätzung von innerstädtischen Grünzonen. Denn davon erhofft man sich eine Steigerung des Lebensgefühls und die Lebensqualität von Besuchern und Bewohnern.

Alle zehn Jahre grünt es wieder

Regelmäßig findet in Deutschland alle zehn Jahre die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) statt. Interessierte Städte müssen sich um die Austragung der IGA bewerben beim Bureau International des Expositions (BIE) in Paris beantragen. Der Antrag muss von der Association Internationale des Producteurs de l'Hortuculture (AIPH) genehmigt werden. Hamburg hat bereits drei Mal die IGA veranstaltet, 1953, 1963 und 1973.

Warum igs Hamburg 2013 und nicht IGA?

Eine IGA findet alle 10 Jahre in Deutschland statt. Bis 2003 waren es die Jahre 1953, 1963, 1973, 1083, 1993 und 2003. Weil in Europa nicht mehr 2 Internationale Gartenbauausstellungen in zwei aufeinander folgenden Jahren stattfinden dürfen und dies mit der Gartenschau in den Niederlanden der Fall war, wurde beschlossen zukünftig jede IGA auf die 7er-Jahre zu verlegen. Was bedeutet, dass die nächste IGA erst 2017 stattfindet.

Also wurde die Bezeichnung Internationale Gartenschau (igs) extra für die Gartenschau in Hamburg 2013 geschaffen. Ursprünglich sollte die Gartenschau in Hamburg nämlich nur eine Bundesgartenschau werden. Weil Hamburg aber eine lange Tradition der Internationalen Ausstellungen hat und man den internationalen Charakter behalten wollte, hat man sich auf die Bezeichnung Internationale Gartenschau geeinigt.