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Radio Hamburg

G20-News

Eltern dürfen Kinder zuhause lassen – unter bestimmten Voraussetzungen

Hamburg, 29.06.2017
Lehrer, Schule, Unterricht

Eltern dürfen ihre Kinder am G20-Freitag (07.07.) zuhause lassen - wenn es eine nachvollziehbare Begründung gibt.

Der G20-Gipfel rückt immer näher. Jetzt hat sich auch die Hamburger Schulbehörde an Eltern gewandt und eine Empfehlung ausgesprochen.

Kurz vor dem G20-Gipfel in Hamburg hat Bürgermeister Olaf Scholz erklärt, dass er ohne zu zögern „Ja“ gesagt habe, als die Anfrage zur Ausrichtung des Treffens kam. "Tatsächlich glaube ich, dass das eine große Sache ist für unsere Stadt", sagte der SPD-Bundesvize. Die große Herausforderung, die damit verbunden sei, sei offensichtlich. "Da darf man nicht vor zurückschrecken." Ob das auch alle Geschäftsleute und Hamburger so sehen?

DIE STADT: Dröhnende Hubschrauber, gesperrte Straßen und Ausweiskontrollen: Die immensen Sicherheitsmaßnahmen während des G20-Gipfels Anfang Juli versetzen die Hamburger Innenstadt für mehrere Tage in einen Ausnahmezustand. «Das öffentliche Leben wird deutlichen Einschränkungen unterliegen, da muss man nichts schönreden», sagt Joachim Lenders, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Nach Einschätzung des ADAC droht in und um Hamburg der völlige Verkehrskollaps. Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Heimarbeit oder Überstundenabbau an. Viele Geschäfte und Gastronomie-Betriebe in oder nahe der Sicherheitszonen schließen.

DER BÜRGERMEISTER:  Die meisten Hamburger Bürger werden nach Angaben von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) im täglichen Leben weit weniger vom G20-Gipfel mitbekommen als oft vermutet. "Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist", sagt er. Den Kritikern, die die Großstadt Hamburg für den falschen Austragungsort halten, sagt der 59-Jährige: "Es geht gar nicht woanders." Helgoland oder die Lüneburger Heide seien keine Alternative gewesen. Scholz betont, als die Anfrage zur Ausrichtung kam, habe er ohne zu zögern zugesagt. Er habe einen Anruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommen und gleich "Ja" gesagt.

DER VERKEHRSVERBUND: Mit Änderungen vor allem im Busverkehr will der HVV dafür sorgen, dass alle Fahrgäste während des Gipfels weitgehend problemlos ihre Ziele erreichen. Der geänderte Fahrplan gilt vom 6. Juli (12 Uhr) an bis zum 8. Juli (20 Uhr). Das "Rückgrat" sollen die U- und S-Bahnen der Hansestadt bilden, die regulär verkehren. Auch alle Buslinien sollen grundsätzlich fahren, allerdings enden die Busse, die sonst die City ansteuern, in der Regel an Bahnhaltestellen am Rande des Rings 1 (Innenstadt). In der City selbst werden auf den gewohnten Strecken Shuttle-Busse im Zehn-Minuten-Takt eingesetzt. Von den Änderungen sind 29 Linien betroffen.

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Während des G20-Gipfels in der Hansestadt müssen die Hamburger mit großen Einschränkungen im Verkehr rechnen.

DIE BUNDESPOLIZEI: Die Bundespolizei arbeitet daran, die Bahngleise in der Nähe der Messehallen mit Zäunen zu schützen. Zum G20-Gipfel werden nach Angaben der Bundespolizei viele der Tausenden Delegationsmitglieder mit der S-Bahn zum Veranstaltungsort fahren. «Die meisten sitzen in der S-Bahn mit ihrem Badge», sagte jüngst der Leitende Polizeidirektor Thomas Przybyla. Das mache die Bundespolizei aber nicht nervös. «Ich glaube schon, dass wir das im Griff haben.» Die Bundespolizei sichert die Bahnanlagen und den Hamburger Flughafen zum G20-Gipfel mit mehr als 3300 Beamten.

DAS BÜNDNIS: Das Bündnis "Hamburg zeigt Haltung" gibt die Route seiner Demonstration mit bis zu 10.000 erwarteten Teilnehmern am 8. Juli bekannt. Am letzten Tag des G20-Gipfels zieht die Demo durch die Innenstadt bis zum Fischmarkt. Das Bündnis lehnt das G20-Treffen nicht grundsätzlich ab, will aber die demokratischen Werte in Deutschland unterstreichen. "Es ist okay, dass der Gipfel in Hamburg stattfindet, gerade wenn man sich als weltoffene Metropole versteht", sagt SPD-Bürgerschaftsfraktionschef Andreas Dressel. Dennoch sei es wichtig, dass es eine "Rückkopplung mit der Gesellschaft" gebe.

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DER BUND: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland stellt bei einer Aktion gegen den G20-Gipfel 20 Forderungen an die teilnehmenden Staatschefs und den Hamburger Senat vor. In Anlehnung an Luther schlägt BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch die Thesen vor den Messehallen symbolisch an ein Hamburger Stadttor aus Stoff. «Wir
wollen eine klare Botschaft an die Staatschefs der G20 senden und an die globale Verantwortung in puncto Umweltschutz erinnern», sagt Braasch. Besonders der Kohleausstieg, die Industrialisierung der Landwirtschaft und die Aufkündigung des Pariser Klimaschutzabkommen durch die USA sollen demnach zentrale Themen des Gipfels sein.

DIE HILFSORGANISATIONEN: Rund um den G20-Gipfel am 7. und 8. Juli sind etwa 400 Mitarbeiter von Hamburger Hilfsorganisationen im Einsatz. Neben dem Sanitätsdienst und der Wasserrettung werden die Helfer auch zur Gefahrenabwehr eingesetzt, wie der Arbeiter Samariter-Bund Hamburg, das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst mitteilen. In den vergangenen Monaten seien die Helfer auf ihren Einsatz vorbereitet worden.

DIE SCHULEN: Die Hamburger Schulbehörde stellte jetzt klar: Die Möglichkeit für Eltern, während des G20-Gipfels ihre Kinder zuhause zu behalten, gilt an ALLEN staatlichen Schulen, egal ob die Schulen in den Sicherheitszonen liegen oder nicht.

Die Hamburger Schulbehörde erlaubt also auch Eltern, deren Kinder Schulen außerhalb der Sicherheitszonen besuchen, ihre Kinder während der Gipfeltage vom Unterricht abzumelden - entscheidend ist, ob der Schulweg durch den Gipfel beeinträchtigt ist.

Unterdessen hat das Präsidium der Universität Hamburg den Fakultäten empfohlen, die Anwesenheitspflicht während der Gipfeltage auszusetzen und keine Prüfungen durchzuführen. (dpa/apr)

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