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Radio Hamburg

Prozessstart in Hamburg

Verhandlung: Fahrlässige Kindstötung

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Ein 75-jähriger ist vor dem Hamburger Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Bei einem von ihm verursachten Autounfall war ein Kind ums Leben gekommen.

Hamburg - Im Mai 2010 verursachte der heute 75 Jahre alte Günter S. einen Autounfall am Hauptbahnhof, bei dem ein vier Jahre alter Junge ums Leben kam.  Er soll ungebremst in eine Personengruppe gefahren sein.

Prozess gestartet

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung vor. Am Donnerstag (28. Oktober 2011) startete der Prozess vor dem Hamburger Amtsgericht. Laut der Anklage hatte Günter S. Gas- und Bremspedal des Automatikgetriebes verwechselt.
In seiner Erklärung sagte der 75-Jährige allerdings, dass er einen durchdringenden Schmerz im Bein gespürt habe. Dann sei ihm weiß vor Augen geworden. Danach habe er nur noch einen lauten Knall gehört.

Das Kind starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Mutter und der Onkel des Jungen, die unmittelbar daneben standen, erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Auch der 75-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, da er einen Schock erlitt.

Angeklagter wird bedroht

Der Prozess wird zwar vor dem Amtsgericht verhandelt, muss aber in einem Sicherheitssaal des Hamburger Landgerichts stattfinden, da der Angeklagte nach dem Unfall massiv bedroht worden sein soll.
Laut der 70-jährigen Ehefrau des angeklagten 70-Jährige, hätten sie Telefonanrufe und blutdurchtränkte Briefe erhalten, Flugblätter seien in der Nachbarschaft verteilt worden und selbst Geschäftspartner ihres Sohnes hätten E-Mails bekommen, in denen ihr Mann als „Kindsmörder“ bezeichnet wurde.

Dem 75-Jährigen droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.