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Radio Hamburg

15.000 Euro Geldstrafe

Lehrer wegen Zungenküssen verurteilt

Hamburg, 11.04.2012

Mehr als 20 Jahre ist es her, dass ein Lehrer zwei Schülerinnen Zungenküsse gegeben haben soll. Jetzt wurde er dafür vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt.

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern hat das Amtsgericht Hamburg-Barmbek am Dienstag einen Lehrer zu einer Geldstrafe von 15 000 Euro verurteilt. Vor mehr als 20 Jahren soll der 63-jährige Musikpädagoge zwei sechs- und siebenjährigen Mädchen Zungenküsse gegeben haben - vor versammelter Klasse. Jetzt soll er dafür 150 Tagessätze zu je 100 Euro zahlen.

Opfer wollte mit dem Erlebten abschließen

Der Fall wäre bald verjährt gewesen. Die Taten von 1990 und 1991 kamen erst jetzt ans Licht, weil eines der Opfer selbst eine kleine Tochter bekam und mit dem Erlebten abschließen wollte - sie entschied sich zur Anzeige. Ihre damalige Freundin bat sie, ebenfalls vor Gericht auszusagen. Im Zeugenstand berichteten sie dann, dass sie in der Klasse des Angeklagten als "Belohnung" für eine gelungene Hausarbeit auf einen Stuhl neben dem Lehrerpult steigen mussten und dann von ihm einen Zungenkuss bekamen. Eine der jungen Frauen erinnerte sich noch an die große Zunge in ihrem Mund und den kratzigen Bart.

Verteidiger wollten Freispruch

Die Aussagen der Opfer seien glaubwürdig, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Trotzdem sei die Anklage für den Lehrer eine persönliche Katastrophe. "Vor allem, wenn es jemanden trifft, der Lehrer mit Herzblut ist." Der 63-Jährige sei zu seinen Schülern immer sehr herzlich gewesen, das hatten zahlreiche Zeugen im Prozess bestätigt. Aber der Pädagoge habe noch eine andere Seite - "und die ist strafbar". Das sahen die beiden Verteidiger, darunter Kachelmann-Anwalt
Johann Schwenn, anders. Sie hatten einen Freispruch gefordert. Die Anklage habe es auf eine soziale Demontage des Angeklagten ausgelegt. Es handle sich um Bezichtigungen von "monströsem Umfang", sagte Schwenn.

Der Angeklagte selbst zeigte bei der Verkündung keine Regung. Er hatte zu den Vorwürfen geschwiegen. Erst in seinem letzten Wort sagte er: "Für Dinge, die ich nie getan habe, kann ich mich nicht entschuldigen."

(dpa)