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Radio Hamburg

Mädchen vernachlässigt

Neue Ermittlungen wegen Jugendhilfe-Fehlern

Hamburg, 18.04.2012

Drei Monate nach dem Methadon-Tod der elfjährigen Chantal in Hamburg gibt es neue Vorwürfe gegen den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD).

Erst drei Monate ist es her, dass der Methadon-Tod der 11-jährigen Chantal aus Wilhelmsburg für Schlagzeilen gesorgt hat - und das nicht nur hier bei uns in Hamburg. Jetzt gibt es neue Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes: sie sollen ein Mädchen in Steilshoop vernachlässigt haben.

Verdacht: Verletzung der Fürsorgepflicht

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sechs Mitarbeiter wegen Verdachts der Verletzung der Fürsorgepflicht bei einem heute neun Jahre alten Mädchen aus dem Stadtteil Steilshoop, bestätigte Behördensprecher Wilhelm Möllers am Dienstag. Die "Tageszeitung" hatte zuerst über den Fall berichtet. Die Ermittlungen gehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf die Strafanzeige einer Journalistin von Ende 2011 zurück. Danach soll die Mutter des Mädchens vor den Augen des Kindes Sex mit ihrem Partner gehabt haben. Außerdem soll das Mädchen vernachlässigt worden sein.

Vorwürfe werden nun geprüft

In der Anzeige wird den Mitarbeitern des ASD vorgeworfen, nichts unternommen zu haben, um das Kind zu schützen. "Wir prüfen derzeit, ob es solche sexuellen Vorkommnisse gegeben hat - und ob es Vernachlässigung gegeben hat", sagte Möllers.

Die elfjährige Chantal war im Januar an einer Überdosis des Heroin-Ersatzstoffs Methadon gestorben - in der Obhut drogensüchtiger Pflegeeltern. Das System der Jugendhilfe in Hamburg war daher massiv in die Kritik geraten.

(dpa)