Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Hohe Kosten bei wenig Kontrolle

Kritik an Kosten für Pflegekind Jeremie

Lübtheen/Hamburg , 03.12.2012
Jeremie - 11-Jähriger fährt mit Kleintransporter nach Hamburg

Die Grünen üben Kritik an Kosten für Pflegekind Jeremie.

Der Fall Jeremie beschäftigt Hamburg weiter. Während das 11-jährige Pflegekind verschwunden bleibt, sind neue Details bekannt geworden.

Eineinhalb Wochen nach dem Verschwinden Jeremies aus einem Wanderzirkus im westmecklenburgischen Lübtheen ist das Schicksal des Elfjährigen weiter ungeklärt. „Die Öffentlichkeitsfahndung läuft. Aber es hat sich am Sachstand nichts geändert“, sagte eine Polizeisprecherin in Hamburg.

Kritik der Grünen: Hohe Kosten bei wenig Kontrolle

Nach Angaben der Grünen in der Hamburger Bürgerschaft brachte der Fall Jeremie eine Reihe von Ungereimtheiten aus der Jugendhilfe-Praxis der Hansestadt ans Licht. Die Unterbringung des Kindes in der Zirkusfamilie ohne pädagogische Ausbildung koste Hamburg monatlich rund 7.400 Euro. Trotz der verordneten intensivpädagogischen Betreuung habe nur alle zwei Wochen eine Pädagogin den Jungen besucht. Der Amtsvormund soll Jeremie in zwei Jahren nur fünfmal gesehen haben, vorgeschrieben sei ein monatlicher Kontakt. Maßnahmen wie die Unterbringung in einem Zirkus seien erst ab 14 Jahren empfohlen. Für Jeremie war sie bereits mit neun Jahren angeordnet worden.

Mit Betreuungskonzepten beschäftigen

Elf weitere Hamburger Kinder sind den Grünen zufolge beim Träger Neukirchener Erziehungsverein an ähnlichen Orten untergebracht, darunter auch in einer wandernden Stunt- und Monstertruck-Show. „Wir wollen, dass sich der Jugendausschuss der Bürgerschaft jetzt mit den Betreuungskonzepten von Trägern beschäftigt“, sagte die jugendpolitische Sprecherin der Fraktion, Christiane Blömeke. Es stelle sich die Frage, was Unternehmen wie Wanderzirkusse und Tourneeshows qualifiziere, Kinder oder Jugendliche zu betreuen. Zudem müsse geklärt werden, warum Träger aus Hamburg die Betreuung einiger schwieriger Kinder ablehnen.

Suche nach Jeremie läuft weiter

Beamte hätten alle Adressen von Verwandten und Bekannten des Jungen aufgesucht, sagte die Polizeisprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Sie hätten jedoch nur nach ihm fragen, nicht aber Wohnungen nach ihm durchsuchen können. Der Junge, der seit zwei Jahren in einer Zirkusfamilie im westmecklenburgischen Lübtheen lebte, war am 20. November mit dem Kleintransporter seiner Pflegeeltern verschwunden. Das Auto wurde einen Tag später im hundert Kilometer entfernten Hamburg gefunden, wo Jeremie zuvor bei seinen Großeltern lebte.

(dpa / ste)