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Radio Hamburg

Einigung in letzter Minute

Hochtief baut Elbphilharmonie weiter

Hamburg, 05.07.2012
Elbphilharmonie, Hamburg Marketing, Wasser, Schiff

Hochtief soll die Elbphilharmonie zu Ende bauen.

Zwischen Senat und Hochtief hat es in letzter Minuten im Streit um den Bau der Elbphilharmonie eine Einigung gegeben.

Kurz vor Ablauf eines zweiten Ultimatums haben sich der Hamburger Senat und der Baukonzern Hochtief nach Medienberichten geeinigt. Demnach soll der Essener Baukonzern das umstrittene Konzerthaus zu Ende bauen. Die drohende Kündigung der Verträge sei vom Tisch, berichteten das "Hamburger Abendblatt". Die Einigung solle am Donnerstag verkündet werden.

Fertigstellung Mitte 2015?

Dem "Hamburger Abendblatt" zufolge sagte Hochtief zu, das umstrittene Dach bis Ende des Jahres fertigzustellen. Als neuer Gesamtfertigstellungstermin werde Mitte 2015 angepeilt. Eine Stellungnahme der Stadt und des Baukonzerns war am Mittwoch überraschend um einen Tag verschoben worden. Die Stadt hatte mit der Kündigung aller Verträge gedroht, sollte sich Hochtief nicht bereiterklären, die Arbeiten am Dach des Konzertsaals wieder aufzunehmen. Die Tätigkeiten auf der Baustelle ruhen seit acht Monaten, weil sich die Stadt und Hochtief über die Sicherheit der Dachkonstruktion streiten.

Endgültiger Zeitplan soll vorgelegt werden

Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) forderte von Hochtief eine bedingungslose Zusage, das Saaldach zu Ende zu bauen. Außerdem müsse das Schiedsgerichtsverfahren, dem Hochtief zu einem früheren Zeitpunkt bereits zugestimmt habe, endlich auf den Weg gebracht werden. Es soll sämtliche Rechtsstreitigkeiten um Mehrkosten und Bauzeitverlängerungen klären. Im Streit um die Ausführungsplanung der gesamten Haustechnik hat die Stadt Hochtief zwei Varianten vorgeschlagen: Entweder übernimmt
die Stadt diese Arbeiten allein oder Hochtief zusammen mit den Architekten Herzog & de Meuron. Außerdem soll ein endgültiger Zeitplan vorgelegt werden. Für den Fall, dass Hochtief diese Forderungen nicht erfüllen sollte, hatte die Stadt angekündigt, das Konzerthaus allein weiterzubauen.

Kosten steigen und steigen

Seit Jahren streiten sich die Stadt Hamburg und Hochtief um das spektakuläre Bauwerk. Zunächst sollte das Konzerthaus 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein. Mittlerweile liegen die Kosten für den Steuerzahler bei mindestens 323 Millionen Euro.

(dpa / ste)