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Radio Hamburg

Chronologie einer Tragödie

Urteil gegen Todesfahrer von Eppendorf erwartet

Hamburg, 05.06.2012

In Eppendorf rast 2011 ein Auto in Fußgänger und Radfahrer. Vier Tote sind zu beklagen. Jetzt wird gegen den Todesfahrer von Eppendorf das Urteil erwartet.

Der  Unfall sorgt im März 2011 bundesweit für Entsetzen: Mit mindestens Tempo 100 rast ein Autofahrer in Hamburg-Eppendorf über eine rote Ampel. Sein Wagen schleudert in eine Gruppe von Fußgängern und Radlern. Die traurige Bilanz: Vier Menschen sterben - der Sozialwissenschaftler Günter Amendt, die Künstlerin Angela Kurrer sowie der Schauspieler Dietmar Mues und dessen Frau. Drei weitere Menschen werden verletzt. An diesem Dienstag (04.06.2012) wird das
Landgericht Hamburg voraussichtlich das Urteil gegen den 40 Jahre alten Fahrer sprechen.

Laut Anklage ist er  Epileptiker und hätte sich niemals hinter das Steuer setzen dürfen. "Er hat sich bewusst über die Gefahr hinweggesetzt", hatte die Staatsanwältin Sinja Sternsdorff in ihrem Plädoyer gesagt. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Der Führerschein des Mannes solle zudem für immer eingezogen werden. Die Nebenklage nennt indes kein konkretes Strafmaß.

Tragödie für die Angehörigen der Toten

"Egal, wie dieses Urteil aussieht, die Toten werden nicht mehr auferstehen", sagte Schauspieler Wanja Mues, der älteste Sohn des verunglückten Ehepaars Mues, im Prozess. Am Dienstagvormittag soll die Verteidigung ihr Plädoyer halten. Mit Spannung erwartet wird das  letzte Wort des Angeklagten. Die Angehörigen der Opfer werfen ihm vor, bislang keine echte Reue gezeigt zu haben. Seine Entschuldigung nahmen sie deshalb nicht an.

Seit Ende März muss sich der 40-Jährige vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung vor Gericht verantworten. Zum Zeitpunkt des Unfalls war er nach Meinung der Staatsanwaltschaft schuldunfähig, weil er Krampfanfälle hatte. Der Vorwurf setzt früher an: Der Epileptiker habe verantwortungslos gehandelt, weil er Auto fuhr. Er habe genau gewusst, dass er jederzeit einen Anfall bekommen konnte. Schließlich habe der Mann zuvor schon Unfälle mit seinem Wagen gehabt, bei denen Krampfanfälle eine Rolle gespielt hätten. Nach dem dritten Unfall im November 2008 war ihm der Führerschein entzogen worden. Doch er erstritt ihn Anfang 2009 zurück.

Epileptiker oder nicht?

Der Angeklagte bestreitet, Epileptiker zu sein, obwohl er nach eigenen Angaben seit 2005 anti-epileptische Medikamente nimmt. Der schwere Unfall sei aus heiterem Himmel gekommen, hatte er in dem Verfahren erklärt. Zahlreiche Zeugen hatten aber von Anfällen berichtet. Für zwei Gutachter ist die Diagnose Epilepsie unstrittig.
                       

Carolina Koplin aus der Aktuell Journal Redaktion begleitet für uns den Prozess von Anfang an. Wir haben Sie zum Prozess und dem Fall Caesar s. befragt.

Fühlt sich Caesar S. schuldig?

Weil er sich trotz seiner Epilepsie und mehrfacher Warnungen durch Ärzte ans Steuer gesetzt hat? Kurz gesagt: Nein. Caesar S. behauptet ja, dass der Unfall für ihn "aus heiterem Himmel" gekommen ist. Das ist schon schwer zu glauben. Schließlich hat er ja schon mindestens 2 schwere Autounfälle gebaut, weil er einen Krampfanfall beim Fahren erlitten hat. Arbeitskollegen haben ebenfalls mehrfach Anfälle beobachtet. Das alles will der 40-Jährige aber nicht wahr haben. Er bestreitet Epileptiker zu sein, dabei nimmt er gegen die Krankheit sogar Medikamente. Den Zeugen, die gegen ihn ausgesagt haben, wirft sein Anwalt vor unglaubwürdig zu sein. Caesar S. selbst hat für jeden seiner Anfälle Ausreden gefunden, wie zu wenig Schlaf, oder zu viel Alkohol. Für den Eppendorf-Unfall hat er jedoch keine Erklärung." 
 
Was sagen denn die Nebenkläger Wanja und Woody Mues? Sie haben ihre Eltern bei dem Unfall verloren.
 
Die beiden werfen Caesar S. vor allem vor, bislang keine Reue gezeigt zu haben. Deshalb nehmen sie auch seine Entschuldigung nicht an. Der jüngste Bruder, Woody Mues, bezeichnet sie sogar als Beleidigung, weil sie nicht ehrlich gemeint gewesen ist. 

Tragödie: Fotos vom Horror-Crash

(cko/aba)