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Radio Hamburg

Gegendemos, Aktionsbündnisse und Kundgebungen

So wehrt sich Hamburg gegen den Nazi-Aufmarsch

Hamburg bekennt Farbe

"Hamburg bekennt Farbe" und wehrt sich gegen den Nazi-Aufmarsch in Hamburg-Wandsbek am Samstag (2. Juni).

Am Samstag (02.06.) werden 1.000 Nazis zu einem Aufmarsch in Hamburg-Wandsbek erwartet. 10.000 Nazi-Gegner stehen dem gegenüber. Die Polizei rechnet mit Ausschreitungen.

Hamburg wehrt sich gegen eine Nazi-Demo, zu der am Sonnabend rund 1.000 Rechtsradikale erwartet werden. Alle wichtigen politischen und gesellschaftlichen Kräfte haben zu friedlichen Gegendemonstrationen aufgerufen. Die Polizei rechnet dennoch mit Ausschreitungen. 

300 gewaltbereite Nazis erwartet

Mit einem Großaufgebot wird die Hamburger Polizei auf die Demonstration von Rechtsextremisten am Samstag (02.06.) antworten. Zu dem sogenannten "Tag der Deutschen Zukunft" der Nazis erwartet die Polizei bis zu 1.000 Teilnehmer, von denen sie etwa 300 als gewaltbereit einschätzt. Aus dem Lager der Linksextremisten könnten etwa 3.000 bis 3.500 Gegendemonstranten kommen, von denen 1.000 bis 1.500 als gewaltbereit gelten. "Wir erwarten gewalttätige Ausschreitungen
gegenüber unseren Kollegen", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Gerhard Kirsch.

Mit zahlreichen Veranstaltungen unter anderem auf dem Rathausmarkt will ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Vereinen, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Organisationen gleichzeitig ein Zeichen gegen Rechts setzen.

Mehr zu den Bündnissen gegen Rechts in Hamburg: 

Kein Platz für Nazis

Hamburg bekennt Farbe

Großes Polizeiaufgebot steht bereit

Die Polizei setzt mehrere tausend Beamte aus mehreren Bundesländern ein, um Rechte und Linke entlang der Demonstrationsroute auseinanderzuhalten. Dabei wird es zu Absperrungen und Beeinträchtigungen kommen; die Anwohner sollten einen Ausweis dabei haben, sagte ein Polizeisprecher. Nur so würden sie schnell und ohne Komplikationen in ihre Wohnungen gelangen. Einige der wichtigsten Straßen im Hamburger Osten werden zeitweise gesperrt, die Autofahrer müssen mit Verkehrsbehinderungen rechnen.

Verkehrsbehinderungen in der City

Am Samstag kann es aufgrund mehrerer Demonstrationen zu Verkehrsbehinderungen in den Hamburger Stadtteilen Neustadt, Altstadt, St. Georg, Borgfelde, Eilbek und Wandsbek kommen. Ab ca. 9 Uhr wird es bis in die Abendstunden zu Straßensperrungen kommen. Der Busverkehr wird teilweise ausgesetzt oder umgeleitet. Es wird empfohlen, die Bereich weiträumig zu umfahren bzw. zum Erreichen der Gebiete auf U- und S-Bahnen auszuweichen. Die Polizei Hamburg richtet am 02.06.2012 ab 6 Uhr unter der Telefonnummer 040/428 - 65 65 65 ein Verkehrsinfotelefon ein.

"Wir stehen vor der schwierigen Aufgabe, die unterschiedlichen politischen Lager und deren Konfliktpotenziale voneinander zu trennen", so Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch. "Die Polizei kann sich nicht die Veranstaltung aussuchen, die sie zu schützen hat." Er appelliert an alle Teilnehmer, ihren Protest friedlich auszudrücken.

Veranstaltungen und Aktionen gegen Rechts

Veranstalter der Demonstration sind nach Angaben der Polizei unterschiedliche rechtsradikale Gruppierungen, die zum Teil einen Bezug zur NPD aufweisen. Der "Tag der Zukunft" ist ein "Signal gegen Überfremdung", heißt es auf der Webseite der Veranstalter. Die Demonstration führt auf einem etwa vier Kilometer langen Rundkurs durch die Stadtteile Wandsbek und Eilbek. Eine Zwischenkundgebung nach ungefähr der Hälfte der Strecke ist nach einer Entscheidung des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) zulässig. Auf dem Hamburger Rathausmarkt beginnt am Vormittag eine offizielle Gegenveranstaltung zu dem Neonazi-Aufmarsch unter dem Motto "Hamburg bekennt Farbe - Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt". Sie wird von allen wesentlichen politischen und gesellschaftlichen Gruppen in der Stadt unterstützt und auch vom Hamburger Senat. Die lange Liste der Unterstützer reicht von Ballettchef John Neumeier bis zu Helmut Schmidt. Auch Radio Hamburg und Oldie 95 zeigen Flagge gegen Rechts und unterstützen das Bündnis "Hamburg bekennt Farbe". Ab 12 Uhr ist auf den Frequenzen 103.6 und 95.0 UKW eine gemeinsame Sendung mit Live-Reportagen, einer besonderen Musikauswahl und Moderationen zum Thema "Gemeinsam gegen Rechts" zu hören.

Mehr zum Bühnenprogramm der Nazi-Gegner auf dem Rathausmarkt

Route der Gegendemonstranten

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) wird eine Ansprache halten, ebenso wie Bischöfin Kirsten Fehrs. Dazu spielen verschiedene Musikgruppen. Insgesamt sind in der Innenstadt mehr als ein halbes Dutzende Gegenveranstaltungen geplant, die von der Polizei als unproblematisch angesehen werden. Eine Demonstration, zu der das "Hamburger Bündnis gegen Rechts" aufgerufen hat, beginnt um 9:30 Uhr am Gerhart-Hauptmann-Platz und wird sich zum Gänsemarkt bewegen. An dem Bündnis sind mehr als 200 Initiativen beteiligt, die in Wandsbek - einige Kilometer entfernt von der Innenstadt - zudem die Demonstrationsroute der Rechten blockieren wollen. "Es gibt ein Klima in dieser Stadt: Wir wollen diese Nazis nicht", sagte Bündnis-Sprecher Olaf Harms. Die Mitglieder im Bündnis wollte zivilen Ungehorsam leisten und mit Sitzblockaden den Aufmarsch der Rechten verhindern. "Von uns wird keine Eskalation ausgehen, wir lassen uns wegtragen", sagte Harms.

(dpa/aba)