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Radio Hamburg

Förderschüler

Zahlen steigen wegen veränderter Betrachtung

Hamburg, 28.08.2013
Schule, Bildung, Kinder

Regelschulen melden immer mehr Kinder, die sonderpädagogische Förderung brauchen.

Regelschulen melden immer mehr Kinder, die sonderpädagogische Förderung brauchen. Der Grund: Lehrer haben ihre Beurteilung verändert.

Die in Hamburg sprunghaft gestiegene Zahl von Schülern, die sonderpädagogisch unterstützt werden müssen, darf laut Gutachtern nicht überbewertet werden. Nicht die Kinder, sondern der Blick auf die Kinder habe sich mit der Inklusion (Einbeziehung) verändert, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag zu einem Zwischenbericht der Universität Hamburg. "Kinder, deren auffälliges Lernverhalten früher toleriert wurde, gelten heute als sonderpädagogisch förderbedürftig."

Die Linke kritisierte diese Begründung. Der Senator erkenne nicht, dass sich die gesellschaftliche Realität stark verändert habe. Laut Behörde soll eine Arbeitsgruppe nun klare Maßstäbe für die Schulen entwickeln, Fehler in Schulstatistiken sollen beseitigt werden, Fortbildungen für Lehrer laufen bereits. Nicht jeder Schüler, der langsam sei, müsse gleich sonderpädagogisch gefördert werden, erklärte Rabe.

Inklusion falsch umgesetzt?

Im Auftrag der Schulbehörde analysieren zwei Wissenschaftler die Gründe für die gestiegenen Zahlen, endgültige Ergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet. Der Senator müsse zügig für Klarheit bei den Diagnosen und angelegten Maßstäben für die Förderbedürftigkeit sorgen, forderte die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Anna von Treuenfels. Nach Meinung der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen, Stefanie von Berg, hat der SPD-Senat die Inklusion in Hamburg unstrukturiert umgesetzt.

Anmeldung an Sonderschulen geht zurück

Deutschland hatte sich auf Grundlage einer UN-Konvention verpflichtet, Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam zu unterrichten. Seit 2010 dürfen in Hamburg auch Sonderschüler Regelschulen besuchen - die sogenannten inklusiv geförderten Jungen und Mädchen. Die Anmeldungen an Sonderschulen gehen seither zurück. Gleichzeitig steigen die Meldungen über Schüler mit Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung (LSE) an allgemeinen Schulen überproportional. 

Mehr Mittel für Diagnose und Förderung?

Hohe Meldezahlen hatten für die Schulen anfangs auch finanzielle Vorteile: Sie bekamen für jedes einzelne dieser gemeldeten Kinder zusätzliche Personalmittel. Zum Schuljahr 2012/13 stellte die Schulbehörde dies um, die soziale Lage einer Schule wurde für einen Teil der Personal-Zuweisungen zum Kriterium. Die CDU bemängelte, dass der SPD-Senat an dieser "pauschalen Zuweisung" festhalte. "Die Inklusion droht an den Hamburger Schulen zu scheitern, wenn nicht endlich genug Mittel für Diagnose und Förderung für jedes einzelne Kind zur Verfügung gestellt werden", sagte die CDU-Abgeordnete Karin Prien.

Irrtümer bei Stichproben entdeckt

Schulsenator Rabe erklärte, dass laut Analysen nur ein Drittel der heute von den allgemeinen Schulen gemeldeten LSE-Kinder früher wirklich an die Sonderschulen geschickt worden wäre. "Zwei Drittel waren dagegen schon immer an den allgemeinen Schulen und wurden früher nicht als sonderpädagogisch förderbedürftig eingestuft." Im Schuljahr 2009/10 bis zum Schuljahr 2012/13 meldeten die allgemeinen Schulen einen Zugang von 3822 LSE-Kindern. Gleichzeitig gab es aber nur 1348 LSE-Kinder weniger an Sonderschulen. Bei Stichproben stießen die Wissenschaftler auch auf Eingabefehler in der Schuljahresstatistik. An 12 Schulen seien 130 Kinder irrtümlich als LSE-Kinder geführt worden.

(dpa/lhö)

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