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Radio Hamburg

Methadontod von Chantal

Pflegemutter von Chantal muss doch vor Gericht

Hamburg, 14.08.2013
Haus Chantal Methadon Aussenansicht

In diesem Haus in Wilhelmsburg starb die 11-jährige Chantal an einer Methadonvergiftung.

Die Pflegemutter der durch eine Methadonvergiftung getöteten elfjährigen Chantal muss sich nun doch vor Gericht verantworten.

Nach dem Methadontod der elfjährigen Chantal im Januar 2012 in Wilhelmsburg kommen nun doch beide Pflegeeltern vor Gericht. Das Oberlandesgericht korrigierte die Entscheidung des Landgerichts, das nur gegen den Pflegevater verhandeln wollte.

Oberlandesgericht: Pflegemutter der fahrlässigen Tötung hinreichend verdächtig

Das Oberlandesgericht Hamburg hob die Entscheidung des Landgerichts auf, nur gegen den Pflegevater wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen zu verhandeln, wie das Oberlandesgericht am Mittwoch (14.8.) mitteilte. Nach Ansicht des 2. Strafsenats ist die Anklage gegen die Pflegemutter ohne Einschränkung zuzulassen, da die Frau der fahrlässigen Tötung und der Verletzung ihrer Fürsorge- und Erziehungspflicht hinreichend verdächtig sei. Chantal war am 16. Januar 2012 in Wilhelmsburg an einer Vergiftung mit der Heroin-Ersatzdroge Methadon gestorben.

Unter welchen konkreten Umständen gelangte Chantal an das Methadon?

Das Gericht gab damit einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft statt, die sich gegen den Beschluss des Landgerichts vom 9. April gewandt hatte. Das Oberlandesgericht geht davon aus, dass dahinstehen könne, unter welchen konkreten Umständen Chantal an die aus dem Vorrat der Pflegeeltern stammende Methadontablette gelangt sei. Auch wenn die Pflegeeltern die Tabletten gemeinsam verwahrt haben sollten, "so hätte die Pflegemutter sicherstellen müssen, dass alle Tabletten sicher gelagert würden". Ihre Aussage, dass die Tabletten in einer für Kinder unzugänglichen Garage aufbewahrt gewesen seien, werde sich aller Voraussicht als eine Schutzbehauptung erweisen.

Waffen und hochgiftige Medikamente ungesichert in der Wohnung

Die Pflegemutter werde auch nicht dadurch entlastet, dass das Jugendamt trotz möglicherweise besseren Wissens nicht gehandelt habe. Eine wahrscheinlich "gröbliche" Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht der Pflegemutter ergebe sich auch daraus, dass in der Wohnung Waffen und hochgiftige Medikamente ungesichert gelagert worden seien, die Wohnung verwahrlost gewesen sei und Chantal "zumindest zeitweise nicht witterungsgemäß bekleidet" gewesen sei. Ob sich die Vorwürfe bewahrheiten, muss die Hauptverhandlung erbringen. Termine hierfür seinen jedoch noch nicht festgelegt worden, erklärte das Gericht.

Sonderausschuss der Bürgerschaft soll Umstände aufklären

Der Sonderausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft zum Methadontod Chantals wird voraussichtlich am 26. September einen ersten Entwurf des Abschlussberichts diskutieren. Das Parlament hatte das Gremium im April 2012 eingesetzt. Er sollte die Umstände aufklären, die Mitte Januar vergangenen Jahres zum Tod des unter Aufsicht des Jugendamts stehenden Mädchens führten. Der Ausschuss beleuchtete Strukturen und Abläufe und diskutierte über mögliche Verbesserungen des Kinderschutzes.

 

(dpa/mgä)